Könnten Straßenbahnen da fahren wo die Regional- und Fernzüge fahren?

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17 Antworten

Dazu müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein:

1. muss die Spurweite übereinstimmen (Regelspur = 1435 mm Spurweite);

2. muss das Radprofil (Breite der Lauffläche sowie Form und Stärke der Spurkränze) zum Aufbau der Weichenherzstücke passen;

3. muss die Stromversorgung in der Lage (seitliche Stromschiene, Fahrdraht über dem Gleis) und Spannung (bei der DB 15 KV, 16 2/3 Hz) und Stromart (Wechsel- oder Gleichstrom) übereinstimmen;

4. müssen die bei der DB vorhandenen Sicherheitseinrichtungen (Indusi) bedient werden können;

5. dürfen die Radsätze nicht isoliert sein, denn das würde die Gleisbesetztmeldungen in der DB-Stellwerkstechnik stören. 

Es gibt solche Hybrid-Triebwagen, z.B. in Karlsruhe.

Auch getrennte S-Bahn-Netze (Hamburg, Berlin) sind Eisenbahnen, für sie gelten, was die Gleise und zumindest in Hamburg die Sicherheitstechnik angeht, die gleichen Anforderungen wie für die DB. So befuhr die Hamburger S-Bahn auf der damaligen Linien S2 zwischen Berliner Tor und Bergedorf (später bis Aumühle) Jahrzehnte lang bis zum Ausbau der Strecke nach der Wende die zu diesem Zweck mit der in Hamburg üblichen seitlichen Stromschiene ausgestatteten Fernbahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin.

Dagegen gehören U-Bahnen (auch die Hamburger Hochbahn) technisch zu den Straßenbahnen und haben in der Regel eine andere technische Basis, was die Gleise, die Stromversorgung (teilweise über Stromschiene (Hamburg, Berlin) und die Stromart und -spannung sowie die Sicherheitseinrichtungen angeht.

Meistens scheitert es bereits an der 2. Bedingung. Ein ganz bemerkenswertes Beispiel: Erneuerte Wagen der Hamburger Hochbahn mussten in den 50er Jahren mit Hilfsdrehgestellen ausgestattet werden, damit Straßenbahnwagen sie über das Straßenbahnnetz von den Fahrzeugwerken Falkenried bis zum Hochbahn-Depot Barmbek schleppen konnten. Straßenbahn wie Hochbahn hatten bzw. haben in Hamburg zwar die gleiche Spurweite wie die DB (Regelspur), jedoch nicht nur zur DB sondern auch untereinander vollkommen verschiedene Radprofile.

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Kommentar von dl8xas
08.03.2017, 02:13

Speziell bei der Hamburger S-Bahn kommt noch hinzu dass die Lage der INDUSI-Gleismagnete (oder PZB90) wegen der veränderten Beschleunigungs- und Bremswerte teilweise anders ist. Leider kann ich nicht sagen wie dies auf Strecken mit gemischtem Betrieb (in der Vergangenheit Bahrenfeld/Rissen-Ölweiche, Berliner Tor/Aumühle, heute Neugraben/Stade) gehandhabt wird. Ich VERMUTE dass die normalen Abstände der Magnete (besonders die Lage des 500 Hz-Magneten) für die S-Bahn sicher, aber u.U. betriebshemmend sein können.

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Kommentar von Nitram
08.03.2017, 13:31

Was meinst du mit  Hybrid-Triebwagen??

Für mich wären das Fahrzeuge mit Verbrennungs - und E Motor.

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Hallo, wenn die Spur stimmt und was geauso Wichtig ist der Spurkranz dann kann eine Straba auf den Gleisen der DB fahren. Anderrum geht es allerdings nicht da die Kurfen bei der Straba viel zu eng sind und die Herzstücke der Weichen von Eisenbahnen nicht befahren werden können. Da du -könnte- schreibst ist das rechtliche ja nicht so wichtig sowie die Stromart und Spannung heute kaum mehr ein Problem sind. Siehe TVG oder AVG. Die TF können mit der Halbleitertechnik alles "verarbeiten" was oben ankommt hauptsache es ist genug.

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Das kommt auf die Spurbreite der Straßenbahn an. In manschen Städten ist es die selbe Spurweite wie bei der DB.

Aber ich glaube, die Oberleitung der DB ist höher.

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Das es möglich ist, wurde ja schon mehrmals hier genannt, und wird auch deutschlandweit praktiziert. Spurweite, Lichtraumprofil und verschiedene Sicherheitseinrichtungen müssen natürlich passen. Trotzdem sage ich nein, denn Zug und Straßenbahn sind nur verschiedene Definitionen für Schienenfahrzeuge mit verschiedenen Rechtsvorschriften. Straßenbahnen verkehren nach BoStrab, Züge nach EBO. Wechselt eine Strasenbahn auf das Eisenbahnnetz, gelten für sie automatisch deren Rechtsvorschriften, und sie ist ein Zug.

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Kommentar von Schnarchix
08.03.2017, 15:07

So kann man das natürlich auch sehen. Wenn die Straßenbahn auf Eisenbahngleisen fährt ist sie keine Straßenbahn mehr sondern ein Zug (rein rechtlich).

Um es von der Ordnungsebene auf die Gesetzesebene zu heben: Die Rechtsgrundlage für die Eisenbahn (darunter fallen auch die S-Bahnen) findet man im Allgemeinen Eisenbahngesetz, für die Straßenbahnen (darunter fallen auch die Hoch- und U-Bahnen) im Personenbeförderungsgesetz (PBefG).

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Nein, da die EBO ( Eisenbahn Bau und Betriebsordnung ) von Zügen mehr Technische Einrichtungen wie Zugbeeinflussungs und Zugsicherungssysteme verlangt als von Straßenbahnen 

Zudem haben Straßenbahnen keinen Sinuslauf, und ihnen die konischen Laufflächen fehlen. 

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In Deutschland gelten unterschiedliche rechtsgrundlagen: die BOStrab (Betriebsordnung für Straßenbahnen) und die EBO (Eisenbahnbau- und Betriebsordnung).

Um auf eisenbahnen eingesetzt werden zu können, müssen straßenbahnen der EBO genügen. Es gibt auch in manchen netzen mit gleichstrom überspannte EBO-strecken, so in Karlsruhe (Albtalbahn) und Köln/Bonn (Rheinuferbahn, Vorgebirgsbahn) nur als beispiele. Die dort fahrenden triebwagen haben beispielsweise neben der klingel auch eine pfeife (Karlsruhe) oder hupe (Köln). Dafür werden auf EBO-strecken die blinker nicht benötigt (aber auch nicht auf reinen U-bahnen, die in Deutschland ebenso unter die BOStrab fallen).

Wichtig ist jedenfalls neben stromsystem und radprofil auch die ausstattung mit signalsystemen (Indusi usw.), zugfunk, die einstiege müssen zu den bahnsteigen passen ... Also ist so ein zweisystemzug nicht so trivial, aber es gibt sie in Karlsruhe, Saarbrücken, Kassel usw. - international auch als "tram-train" bezeichnet.

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wenn sie die gleiche spurweite und fahrspannung haben dann ja

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Die Spurweite (das Innenmaß des Abstands zweier Schienenköpfe) in DE ist wohl im Haupt-Streckennetz der Deutschen Bahn 1435 mm, während die Straßenbahnen in Deutschland eigentlich immer davon abweichende Maße zwischen 750 mm und 1100 mm haben. 
Bielefeld: 1000 mm   :-)
Köln 1435 mm, weil die fahren ja auch bis Bonn; das sollte passen für Fernbahnstrecken.
Düsseldorf 1435 mm, weil die fahren ja auch bis Duisburg. Fernbahn OK.
Interessant, ob der ICE4 (oder vor-Modelle) auf den Straßenbahngleisen gleicher Spurbreite "haften" könnten (Rillentiefe). 
-Carola-

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Normalerweise nein, denn die meisten Straßenbahnen sind Schmalspurbahnen, die auf Meterspur (also 1000 mm) fahren. Die Spurweite der Deutschen Bahn beträgt jedoch 1435 mm. Außerdem haben sie meist unterschiedliche Stromsysteme, bei der Deutschen Bahn sind dies Wechselstrom, 15 kV, 16 2/3 Hz.

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Ja zum Beispiel in Baden-Württemberg.

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Kommentar von schmickens
07.03.2017, 14:40

soso

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Hallo Kwadschkoppp

Wenn sie die gleiche Spurweite wie die DB haben und eine Möglichkeit ihre Spannungsversorgung von Gleichstrom (meistens 700V) auf 15 KV Wechselstrom umzuschalten

Gruß HobbyTfz

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Kommentar von LegitAnswerGer
03.05.2017, 18:37

Wenn mann die Straßenbahn so umbauten dass sie allen Bestimmungen der EBO entspricht und die Hälfte von der Straßenbahn zum Transformator umgebaut wird, Währe das villeicht möglich, aber das günstigste ist dich gleich ein Regelfahrzeug zu kaufen

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Nein, das sind verschiedene Gleisbreiten. Genausowenig wie U und S-Bahnen auf den Fernzuggleisen fahren können.

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Kommentar von schmickens
07.03.2017, 14:38

...falsch...ganz falsch...!

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Kommentar von Omikron6
07.03.2017, 14:53

"Genausowenig wie ... S-Bahnen auf den Fernzuggleisen fahren können."

Falsch.

"Als einzige Schnellbahn in Deutschland verwendet die Hamburger S-Bahn sowohl Gleichstrom (1200 Volt), der aus einer neben dem Gleis angebrachten, seitlich bestrichenen Stromschiene entnommen wird, als auch – auf der S3-Außenstrecke zwischen Hamburg-Neugraben und Stade unter BENUTZUNG DER FERNBAHNGLEISE – Wechselstrom (15 kV / 16,7 Hz), der über konventionelle Oberleitung bezogen wird."

Quelle: Wikipedia

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Unter Umständen. Wenn die Spurbreite des Zuges mit der Spurbreite der Gleise zusammenpasst, dann ja.

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kommt auf die Spurbreite an.

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ja, nennt man Karlsruher Modell

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Guck Dir beide Schienenarten mal an, dann kennst Du die Antwort.

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Kommentar von schmickens
07.03.2017, 14:41

Und was soll damit sein?

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Kommentar von Nitram
08.03.2017, 13:28

Also bei der DB gibt es die selber Schienen wie bei den meisten Staba's. Ob es sich um S49 bis UIC 60 handelt oder die Straßenschienen.

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Nein. Verschiedene Signalsysteme mit verschiedenen Prüfungen-Straßenbahnen haben KEINE Signale (Bezahlung!) sondern Hinweise(billiger!). Ausbildung Strassenbahn bis 2 Monate, Lokführer 11-Monate bis 2 Jahre. Verschiedene Spurweiten(1) Strassenbahn nominell 1435-wirklich 1440mm!. Verschiedene Schienen/Räderkonfigurationen. Betriebstechnik/Vorschriften sind an das "Höherwertige" System  gebunden. USW USW. Der Spruch:..." Wir jagen die ICs" ist eine ................

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Kommentar von Schnarchix
08.03.2017, 14:51

Sorry, in Hamburg hatte die Straßenbahn auch vor der Einfahrt in eingleisige Abschnitte Signale um Frontalzusammenstöße zu vermeiden. Sie signalisierten analog zum Lichtsignal Zp 9 im Signalbuch der DB, wenn der folgende eingleisige Abschnitt bis zur nächsten Ausweiche frei war. So z.B. auf der Linie 5 hinter Wandsbek-Gartenstadt bis Hellbrook oder auf der Linie 9 ab Fabriciusstraße bis Bramfeld. Da fuhr ich als Kind oft mit, wenn wir Bekannten einen Besuch abstatten wollten. Wegen der Stangenstromabnehmer hatten diese eingleisigen Abschnitte immer 2 Fahrdrähte, für jede Richtung einen und an den Ausweichen Federweichen.

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