Könnten Passagiere ein Flugzeug steuern?

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14 Antworten

Als Pilot kann ich diese Frage sehr gut beantworten. In Filmen wird die Landung eines Flugzeuges durch einen Passagier , der als Hobby kleine Propeller Maschinen fliegt , als leicht dargestellt. Dazu kann ich nur sagen , dass das Fliegen einer 747-400 viel mehr bedeutet, als das bewegen des Steuerknüppel. Ich kann ja mal kurz eine solche Situation beschreiben :

nehmen wir einmal an , der Kapitän und dcer first Officer erleiden auf myseriöse Weise einen Herzinfakt, was bei allen medizinischen Tests fast unmöglich ist. Nun würden zwei Hobbyflieger versuchen die Maschine zu landen . Sie müssten folgendes tun . Es ist durchaus möglich die Maschine nur mithilfe des Autopiloten zu landen. Viele Wissen es nicht, aber zu 80 Prozent werden alle modernen Maschinen nur mit dem Autopiloten gelandet , also keine waghalsigen Mannöver des Kapitäns , sondern eiskalt berechnet . Da der Laie aber nicht wissen wird , wie der Autopilot zu programieren ist , bzw. überhaupt weiß wo dieser zu finden ist , ist es wohl nötig , die Maschine manuell zu landen . Bei dieser folgenden Simulierung lassen wir Fallwínde und ähnliche Faktoren aus dem Spiel, wir stellen uns also auf eine Landung bei Sonnenschein ein. Die Phase bei der die Maschine die Flughöhe verlässt überspringen wir , weil die die wohl einfachste Phase ist. Es ist wichtig das die Maschine einen Endlandeanflug macht, dass heißt die Maschine muss auf einem geraden Gleitflug zur Landebahn posizioniert werden, was viel feingefühl mit dem Side Stick abverlangt ( Airbus) . Dabei ist es wichtig, das die Maschine nicht an Geschwindigkeit gewinnt. Mehrere Mittel stehen dem Piloten zur Seite um die Maschine zu bremsen . Einmal die Flaps auf deutsch Klappen , die im Endlandeanflug auf 3 zu stellen sind und beim aufsetzen der Landebahn auf 4 . Die Stufen 2 und 1 siond dann je nach Gefühl auszufahren. WICHTIG ist nur , dass die Maschine beim aufsetzen eine max. Geschwindigkeit V von ca. 140 meilen haben darf . Dies abzuschätzen fällt sehr schwer , daher kann der Pilot noch auf die Speedbreaks zurückgreifen , welche sich an der Mittelkonsole links befinden( moderner Airbus) . Diese werden beim Landeanflug mehrmal ein und aus gefahren um die Maschine zu bremsen . Sie befinden sich an der Vorderstelle der Tragfläche. Sollte die Maschine zu schnell sein und die Speedbreaks werden ausgefahren , so reisen diese ab und beschädigen die Tragfläche. Dies abzuschätzen fällt schwer, deshalb gibt es Flugpläne in denen erläutert wird , wo was zu betätigen ist. Man kann die Geschwindigkeit auch beim Autopiloten an einem Knopf einstellen , der AUtopilot fährt dann die Leistung der Turbinen hinunter um die angegebene Geschwindigkeit zu erreichen . Allerdings gibt es immer Situsationen , wo dies per hand gemacht werden muss, z.B. bei einer gewissen Windstärke darf die Maschine nur noch per Hand gelandet werden. Das heißtz einem Laien würde es schwer fallen an die richtige Geschwindigkeit zu denken bzw. sie zu regulieren. Letzendlich muss man noch das Fahrwerk ausfahren, was zusätzlich bremst und Feingefühl beim Betätigen des Side Stick haben um die maschine auf der Landebahn sicher zu landen . Dieser letzte Schritt ist sehr schwer und erfordert Übung , da ein häufiger Fehler ist, die Landung zu hoch anzusetzen und dann ein regelrechter Sturzflug erfolgt oder das kurz vorm schrägen aufsetzen , die Maschine noch herumgedreht wird und der Vogel auf dem Triebwerk landet .Allerdings kann ich behaupten, dass eine Person die mehrere Stunden in einem Full Flight Simulator verbracht hat, die Grundkentnisse beherrscht und im zweifelsfall die Maschine mit ein bisschen Begabung unf Feinmotorik den Vogel sicher landet.

Was hier so geschrieben wird ist im Prinzip richtig, beantwortet aber keines Wegs die Frage des Fragestellers....denn von Landung ect war keine Rede. Angenommen der Autopilot wäre aus... könnten die Passagiere sehr wohl durch "Gewichtsverlagerung" die Flugrichtung und auch Höhe beeinflussen, das so gar relativ einfach. Also ist deine Frage mit JA zu beantworten. Es muss aber auch klar sein das diese Beeinflussung völlig ausserhalb jeder Kontrolle wäre und man wohl nur erreichen würde, dass das Flugzeug schnelller Abstürzt. Aber vom Prinzip her kann man die Richtung beeinflussen.

Natürlich könnte auch ein Laie den Auto-Piloten ausschalten und das Flugzeug mit Hilfe eines Piloten vom Tower aus zur (Not)Landung bringen. Das hatte es bestimmt schon irgendwann mal gegeben! ? Und eine Ausbildung zum Piloten muss du gans bestimmt vorher nicht schnell machen. Ehrlich gesagt, ich möchte in ähnlichem Fall die Verantwortung nicht übernehmen müssen, dann dazu hätte ich die nerven nicht. MfG Rasch

hoppla! Ich sehe, dieser Thread ist schon fast fünf Jahre alt!

Lustig, fest zu stellen, dass Halbwissen noch schlimmer ist als nix wissen!

Zunächst, geflogen wird die überwiegende Zeit mit Autopiloten. Gelandet wird in den meisten Fällen von Hand. Nur zu Trainingszwecken und, wenn es das Wetter erfordert (also sehr geringe Sicht) wird mit Autopilot gelandet.

Ich halte es für äußerst unwahrscheinlich, dass in einer solchen Situation ein Laie (auch wenn er fleissig Flightsim geübt hat) das Flugzeug einigermaßen Heil zu Boden bringt. Lasst euch von den Medien keinen Schayss andrehen. Out.

Es gibt die Möglichkeit, dem Piloten den Kopfhörer abzunehmen und auf der Notruffrequenz einen "Mayday"-Call abzusetzen auf 121,5 MHz (oder 334 MHz). Anweisungen des Towers oder der Luftraumüberwachung abwarten. (Habe bei der Bundeswehr eine AAP (Ausbildung am Arbeitsplatz) als Flugbetriebsspezialist (7-er Stufe) absolvieren dürfen.) Ne Mühle vom Boden mit GCA runterzulabern scheint nicht so schwer zu sein, nur das Ding zu fliegen, das würde ich mir nicht zutrauen. Die Anweisungen des Towers müßten exakt beachtet werden. Wüßte aber, welche compulsary reporting points, IFR-Funkfeuer -outer marker- middle marker und fan marker mit welcher Speed welchem Glide-Path und welcher Heading angeflogen werden müßten. Der erste Versuch wäre wohl ein "missed" approach. Also ein Durchstarten.

Stichwort Autopilot. Theorie:Selbst wenn sich alle vom Gewicht her verlagern, mit Gepäck usw, würde im günstigsten Fall, bei kleineren Maschinen tatsächlich die Flugrichtung beeinflusst werden können. Nur die theoretische Veränderung ist nicht 100% planbar und daher würde die Maschine dann eher ins Trudeln kommen und abstürzen. Aber bei einem größeren Lininenflieger, hast Du gar nicht soviel Gewicht um eine Beeinflussung durchsetzen zu können. Praxis: Wenn also eine Veränderung durch Gewichtsverlagerung möglich wäre, dann würde der Autopilot es umgehend korrigieren.

Aber ich traue durchaus jemanden mit etwas technischen Verständnis zu, mit ZuHilfenahme der Steuerknüppel auch als Laie ein Flugzeug für eine gewisse Zeit in der Luft halten zu können.

Durch Herumlaufen der Passagiere kann das Flugzeug natürlich nicht beeinflusst werden. Lustige Vorstellung.....
Der eingeschaltete Autopilot wird alles ausgleichen. Überhaupt, selbst wenn dies möglich wäre, was hätte man davon? Willst du das Flugzeug landen, indem alle Passagiere nach vorn ins Cockpit drängen und somit die Schnauze nach unten geht?
Entweder fliegt das Flugzeug mit Autopilot, der kann aber nicht alleine ein Flugzeug landen. Oder es wird manuell geflogen, auch mit Anweisungen aus dem Tower. Theoretisch ist es natürlich möglich, dass ein erfahrener Pilot einem Crewmitglied oder auch einem Passagier mit etwas Flugerfahrung per Anweisung die Steuerung über Funk so erklärt, dass eine halbwegs sichere Landung gelingen kann.

Nun, deine Frage ist garantiert Film motiviert... Nein, es ist nicht möglich durch Gewichtverlagerung ein Flugzeug das mit Autopilot fliegt zur Kursänderung zu bringen, da der Autopilot sofort automatisch die Gewichtsveränderung erkennt und durch trimmen korregiert. Heutige Flugzeuge sind 100% Fligh-by-wire und das mit redundanten Computern. Nur ein Computerspezialist, der die Dinger tagtäglich programmiert wäre in der Lage wenigstens den Autopilot zu deaktivieren und mit den restlichen Systemen etwas anzufangen was nicht unbeding in einer Katastrophe endet. Aber wann hat man so ein Bürschen mal zu Hand wenn man ihn braucht...

PS: Dann mach mal schnell ne Flugausbildung, dann kannste vielleicht bei deiner nächsten Urlaubsreise das "Ruder" vielleicht rumreissen... :-)

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Zwei Ausdrücke sind mir etwas zweifelhaft: Fly-by-wire, flight-by-wire oder flown-by-wire? Und was ist ein redundanter Computer? (Redundant kenne ich nur als "überflüssig")?

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@soust

@soust:

Unter fly-by-wire versteht man eine Steuerung allein über elektrische Signale, also ohne mechanische Verbindung etwa zwischen Steuerknüppel und Ruder.

"redundant" heisst genau "im Überfluss vorhanden sein" und bedeutet hier, dass mindestens zwei, meist drei Computer dieselbe Aufgabe haben und dass der "Befehl" nur dann ausgeführt wird, wenn mindestens zwei davon derselben "Meinung" sind, um zu verhindern, dass die Mühle durch einen Computerfehler abstürzt.

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Mir drängt sich gerade die Frage auf, wie man ein Flugzeug dann eigentlich zum stehen bekommt? "Wenn alle gleichzeitig nach vorne, bzw. hinten laufen und so den Schwerpunkt eines Flugzeuges ändern." > Wenn man es damit geschafft hat zu landen (Fahrwerk ausfahren?) wie bremst man dann? alle hinsetzen? ^^

Ich denke wenn jemand schon ein gewisses Maß an wissen, z.B. durch Flugsimulator am PC hat, könnte er es schaffen... :-D

Halt ich für extrem unwahrscheinlich. Und so schnell könne die alle gar nicht laufen. Da fliegt der Autopilot bis der Sprit alle ist und des war's dann...

Den Autopiloten auszuschalten und die Maschine zu fliegen dürfte weniger das Problem sein, als das Ding dann heil zu landen.

Bei der Landung muss die meist ja sehr schwere und entsprechend träge Maschine mit möglichst idealer Landegeschwindigkeit genau am Anfang eines nicht sehr breiten Betonstreifens aufgesetzt und dann abgebremst werden.

Vorher müssen Landeklappen und Fahrwerk betätigt werden und das Abbremsen geht nur mit einer Umkehr des Schubs - die normale Bremse allein schafft das nicht - und ob selbst ein gut informierter Nichtpilot das schafft?

Selbst ohne Zusatzprobleme wie Wind oder schlechte Sicht ist die Landung ein sehr schwieriger Balanceakt.

Sicher, aber bevor ich gar nichts tun würde, ausser auf den grossen Knall zu warten, würde ich es versuchen.

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@turbojoergi

@turbojoergi:

Da stimme ich Dir voll zu - auch ich würde das in jedem Fall versuchen.

Zusätzlich würde ich mir jemanden "suchen", der neben mir sitzend die Funkverbindung bediente, sodass ich mir von einem Experten am Boden noch zusätzliche Hinweise geben und Fragen beantworten lassen könnte.

Die Landung wäre zwar schwierig, ich hielte den Versuch aber trotzdem keinesfalls für aussichtslos.

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Test von der Lufthansa haben ergeben, das ein Flugzeug sehr einfach, durch 'umstellen' des Autopiloten zu fliegen und zu landen ist. Im Gegensatz zum manuellen Fliegen, das ergäbe fast immer einen Absturz.

Ein Autopilot kann doch nicht selbstständig landen. Dazu müsste er ausgeschaltet und das Flugzeug manuell geflogen werden.

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@rasch

Falsch, alle aktuellen Autopiloten können mit hilfe des Leistrahles die Maschiene landen. Das Problem ist nur, das kleine Flughäfen nicht über den teuren Leitstrahl verfügen.

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Ene lustige Frage. Wenn der Flieger seine Trimmung verliert, z.B. dass sich ale Passagiere auf einer Stelle stapeln, wirds wohl eine ungute landung geben. Aber aber Leute - Fliegen ist äußerst umweltschädlich - hat aber einen Vorteil: Runter kömmt man immer-

Also die Frage beantworte ich mit NEIN ! Aber wieso willst du die Flugrichtung denn beeinflussen ? Die kannst du viel einfacher im Reisebüro beeinflussen .. guten Flug !

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