Könnten Menschen auf einem Planeten, der um ein schwarzes Loch kreist überleben?

3 Antworten

Wie memeToasty schon gesagt hat, ist in der Mitte unserer Galaxie ein schwarzes Loch, das in der Galaxie einen ähnlichen Stellenwert hat wie die Sonne im Sonnensystem. Im Prinzip hält es die Galaxie zusammen. Da sind wir auch schon beim Punkt. Vergleiche doch mal unser Sonnensystem mit underer Galaxie... Wie ein Sandkorn in der Wüste. Dementsprechend ist natürlich auch die Sonne nichts im Vergleich zu diesem schwarzen Loch. Hätten wir dieses schwarze Loch also inmitten unseres (Sonnen-)Systems, dann wäre die Gravitation tausende Male stärker (den genauen Wert weiß ich nicht, es geht aber ja auch um schwarze Löcher generell).
Leben wäre da nicht möglich; und noch viel mehr: die Erde würde chancenlos zu einem einzigen Stab in das schwarze Loch hineingezogen werden.
Um die Antwort nochmal zu relativieren. Wenn eine spürbare Zeitdilatation aufgrund eines schwarzen Loches vorliegt, ist jeder Mensch verloren.
In deinem Beispiel wäre ja auch auf dem Planeten die Gravitation des schwarzen Loches stärker, als die des Planeten. Das wäre so, als würden wir von der Sonne, nicht von der Erde angezogen werden. Dieses System wäre also völlig instabil.

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Evtl missverstehen wir uns. Mir ist klar, dass im Zentrum der Galaxy ein schwarzes Loch ist. Und es ist logisch, dass es für die Erde nicht gut gehen würde wenn wir die Sonne durch dieses schwarze Loch tauschen.
In meinem Beispiel geht es um einen Planeten, der stabil um ein schwarzes Loch kreist. Hier heißt es, dass die Gravitation so hoch ist, dass besagter Zeiteffekt eintritt.
Mir ging es darum, ob ein Mensch es überleben kann dem schwarzen Loch entsprechenden nahe zu kommen. Also zb er bleibt 2h dort, kehrt zurück und auf der Erde sind 20 Jahre vergangen.
Wie wir ja wissen wird alles was zu nahe kommt als „Spagetti“ in ein schwarzes Loch gezogen. Ich wollte nur wissen ob man es überleben könnte wie im Film oder ob die alle lang gezogen worden wären...

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Genau darauf wollte ich auch antworten, es ist halt nur etwas komplizierter. Also lass uns mal annehmen, alles wäre wie gehabt, nur es wirkt diese starke Gravitation auf den Menschen. Diese Gravitation wirkte ja stärker als die des Planeten selber, da ja die Zeitdilatation durch das schwarze Loch, nicht durch den Planeten geschieht. Das heißt, am Tag, also zu der Zeit, zu der sich der Mensch zwischen schwarzem Loch und Erde befindet, würden die Menschen von der Erde weg zum schwarzen Loch gezogen. Aber das nur am Rande. Ich hatte ja bereits erklärt, dass ein Mensch in einem System, in dem eine bedeutende Zeitdilatation vorliegt, keine Chance hätte zu leben.

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Ein schwarzes Loch hat dasselbe Gravitationsfeld wie ein Stern oder ein Planet. Also wenn du die Sonne durch ein schwarzes Loch tauschen würdest, das genauso schwer ist wie die Sonne, würde das nichts verändern (abgesehen vom fehlenden Licht und der einhergehenden Kälte). Solange du nicht sehr nahe an den Ereignishorizont herangehst, sind die relativistischen Effekte und die Gezeitenkräfte sehr gering.

Für die Gravitationsphysik in Interstellar war übrigens Kip Thorne verantwortlich. Das ist der Wissenschaftler, der das Konzept der Wurmlöcher erstmals entwickelte. Was im Film zu sehen ist, stimmt so, denn Kip hat alles durchgerechnet. Auch das schwarze Loch im Film ist übrigens nicht bloß CGI, sondern die realistischste Computersimulation, die es von schwarzen Löchern bisher gibt.

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Dass, dass Aussehen im Film stimmen mag, da stimme ich dir zu.

Aber du schreibst ja selbst, dass man sehr nahe an den Ereignishorizont des schwarzen Lochs kommen muss damit die Effekte zu spüren sind? Demnach müsste der zeitliche Ablauf auf dem Planeten im Film (der um das Loch kreist) doch gleich dem auf der Erde sein?

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es gibt sicherlich viele stellare Schwarze Löcher, um die bestimmt auch Planeten kreisen; entdeckt wurde so ein Planet bisher noch nicht, da weder das SL noch der Planet strahlt.

Das ist auch der entscheidende Punkt. Ein SL ist quasi tot, also auch alle übriggebliebenen Planeten. Die sternnahen Planeten würden durch die Supernova ohnehin geschluckt, die sternfernen würden durch den Strahlungsdruck und den Masseverlust auf entferntere Bahnen wandern. Dort könnten sie in stabilen Orbits das SL umkreisen.

Daß das SL eine immense Gravitation hat, gilt nur im Nahbereich. Auch die Effekte auf die Zeit werden erst dort wirksam. Das in dem Film beschriebene Verhältnis käme erst in wenigen Kilometern Entfernung zum Tragen. Ein stellares SL hat selbst nur einen Durchmesser von wenigen Kilometern. Ein Planet oder ein Orbit wäre dort nicht stabil.

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