Koennten die schlechteren Wirtschaftsnationen der EU durch den Brexit profitieren?

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7 Antworten

Hi,- ich erlaube mir hier mal eine gegeteilige Meinung zum einhelligen Tenor dieser Runde. - Ich denke "Ja" wenn... :

1.  sich ein Kerneuropa als Sozialunion bildet wobei die deutsche Austeritätsdominanz durch den Wegfall des "Brit-Supports" (als Nest  anglo-amerikanisch - neoliberaler Radikalökonomie) mit einem stärkeren französischen Wirtschaftsdenken mischt /abschwächt und vom Neoliberalismus auf eine mehr an Keynes orientierte Wirtschaftspolitik umschwenkt. - (Keynes Theorien sind nicht weniger intelligent als die der schlichten marktliberalen "Radikalinskies" - eher sogar das Gegenteil. Aber wie in der AFD und bei ihren Symphatisanten siegt oft auch im "Großen" der Reiz des "Einfachen" - auch wenn es falsch ist.)

2. sich hieraus ein Europa der 2 Geschwindigkeiten entwickelt, um jenen Staaten Spielräume zu geben sich evolutionär an eine Kerngruppe zu assoziieren, die sich heute aufgrund ihrer real-ökonomischen Leistungskraft ihre Mitgliedschaft als "intra-europäische Globalisierungsproletarier" erkaufen müssen - insbesondere wenn sie Teil des Euroraums sind (Griechenland, Portugal, Rumänien, Bulgarien, usw. usw.).

3. sich daraus eine Mentalitätsverschiebung entwickelt, die den deutschen (und ehemals britischen) Wirtschaftsprimat einer abstrakt-blinden Radikal- und auch Brutal-fixierung auf dumpfe Wertschöpfungsdaten einer ebenso dumpfen wie einfältigen Wachstumsideologie hin zu Qualitätsfragen für das Leben des einzelnen Individuums lenkt (warum gehen in den Niederlanden Familie und Beruf besser zusammen als hier / warum soll der französische Arbeiter die 35 Std.-Woche aufgeben - nur weil der deutsche so blöd ist Überstunden als unvermeidlich oder sogar als Aufwertung seiner Person zu sehen ? usw.).

4. sich ein Gemeinschaftgefühl entwickelt, das diesen idiotisch-steinzeitlichen Nationalismus überwindet (und mit den Engländern scheidet einer der profiliertesten Vertreter dieses Unsinns aus) und die heutigen "Nationalphantasien", die zu kurz gekommenen Kleinbürgern ein Gefühl der Größe geben und Provinzpolitikern einen "Herrschaftsbereich" (keine Herrschaft ohne Gruppen- / Stammesbildung - "Uga Uga" aus der Vorsteinzeit im 21. Jahrhundert)  in das verwandelt was sie sind: provinzielle Satire - so wie der Berliner Witze über den Bayer und der NRW'ler über die Ostfriesen macht. - Was heute regional in Deutschland ist könnte so morgen regional in der EU sein. Wir haben die Vorlage dazu aus einer langen Geschichte des Föderalismus ja schon im eigenen Land. - Was ist das Problem? - Geduld mit Staaten wie Frankreich, die aufgrund ihrer Geschichte noch etwas brauchen um das zu verstehen??!

Die knappe Mehrheit der Briten (Engländer besser gesagt) waren immer Bremser weil sie sich par tout nicht damit anfreunden können /wollen, dass sie kein Empire mehr sind und Macht- oder Dominanzpolitik in der EU ein Widerspruch in sich ist. - "So what - let them go and learn how to become a part of a team - whatever time it will take. Its their way. Let's do our."

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Kommentar von veritas55
07.07.2016, 01:26

Das DH ist für die Denkanstöße und das "Danke" für die Lachanfälle die ich dieser Antwort verdanke :D.

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Koennen die EU- Mitgliedsstaaten in denen es eine hohe Arbeitslosenquote gibt durch den Brexit profitieren? Insbesondere : Spanien, Kroatien, Polen und Griechenland?

Direkt: Nein. Indirekt: Vielleicht.

Nein, weil ... Der "Brexit" verschiebt vor allem die Interessen von Konzernen, Banken und exportorientierter mittelständischer Industrie in Großbritannien. Darunter ist kaum einer, der auf eines der genannten Länder ausweichen wird. Und auch umgekehrt sieht es kaum anders aus: Der wirtschaftliche Einfluss Großbritanniens auf diese Länder ist dann doch sehr überschaubar.

Vielleicht, weil ... Allerdings kann der "Brexit" innerhalb der EU die Wahrnehmung der Mitglieder verschieben. 

Die bisher enorme Dominanz der Deutschen, die nun durch den Wegfall Großbritanniens als "zickende Diva" noch gewaltiger zu werden droht, wird ohne Zweifel zum Diskussionsgegenstand innerhalb der EU-Mitglieder werden. 

Und das wiederum kann dafür sorgen, dass sich die EU-Mitglieder "mehr Gleichberechtigung" wünschen; was Deutschland, im Angesicht des "ersten Ausstiegs" und damit des Einstiegs in den Zerfall der EU, nicht einfach vom Tisch wischen können wird.

An dieser Stelle könnten also die von dir genannten Länder (aktuell wohl eher mit Ausnahme Polens; dafür aber unter Einbeziehung von Irland und Portugal) letztlich profitieren.

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Insgesamt hat Großbritannien mit seinem Aufsehen erregenden Auftritt auch die Karten der EU neu gemischt. Wie sie nun verteilt werden, wird Gegenstand der kommenden Jahre sein.

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Nein. Unsere Medien haben vor dem Brexit gerne so getan, was Großbritannien alles von der EU profitiert. War aber gelogen! Tatsächlich war Großbritannien nach Deutschland einer der größten Nettozahler!. D.h. deren Gelder fehlen jetzt im EU-Topf und können nicht mehr an die "armen EU-Länder" verteilt werden. Jetzt hängen die Empfängerländer alle am deutschen Tropf und das wird vor allem uns Steuerzahlern schaden. Mal abwarten, wie hoch die nächste Nachtragsrechnung aus Brüssel ausfällt. Bei der letzten hat sich ja Großbritannien bereits dagegen gewehrt. Ich gebe zu, solche Informationen stehen nirgends auf der ersten Seite. Oft werden sie nur - wenn überhaupt - kurz gemeldet. Auch zur Wahl in Spanien erfahren wir kaum etwas, was uns da droht. Immerhin hat Spanien nach der letzten Wahl vor einem halben Jahr kaum etwas zur Besserung seiner wirtschaftlichen Lage getan (Wahlkampf), was deren Schuldenberg weiter ansteigen ließ. Und die Podemos-Partei will ja die Schulden sozialistisch an Deutschland weiterverteilen. Sozialismus heißt immer: Wir geben aus und andere zahlenl.

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klares nein das ist anders wie bei "schulnoten" sondern reale welt einer der größten Säulen der EU nähmlich GB ist wegebrochen. jetzt muss die last noch härter verteilt werden da weniger kapital zur verfügung steht . Zumindest ist das meine meinung.

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Nein.

Geschrumpft wird allgemein und das trifft die kleineren ehe noch härter. GB war ein Nettoeinzahler ind die EU. Deren beiträge fallen weg. Ergo fließt auch weniger in schwächere Länder. Damit geht es los...etc. pp...

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Nein, sicher nicht.

Viele Griechen, Polen etc. werden in England ihr Bleiberecht und die Arbeitserlaubnis, also ihre Jobs verlieren von denen mittlerweile viele Familien in den Heimatländern abhängig sind - die werden alle darunter leiden. Sehr viele werden also zurück müssen und so wird die Zahl der Arbeitslosen noch größer werden oder sie müssen sich in den übrigen EU-Staaten Arbeit suchen was auch nicht einfach ist.

Dazu was sich positiv auswirken könnte fällt mir absolut nichts ein.

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Kommentar von Grautvornix16
06.07.2016, 20:20

Hi Veritas, hab da was geschrieben ;-)

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Nein, denen ging es vorher schlecht und wird es auch nachher nicht besser gehen.
Daran ändert sich nichts, nicht mit und nicht ohne Brexit.

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