Könnte jemand, der des Französischen in fortgeschrittenem Maße fähig ist, mir bitte folgenden Satz übersetzen?

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2 Antworten

Seit etwa 24 Stunden spukt mir nun die Frage im Kopf herum - nicht der Frage wegen, sondern wegen der ungeheuerlichen Beiträge von Wurzelstock und dem ebenso ungeheuerlichen Beitrag von ymarc.

Trotz Sprachkenntnissen kann es Texte oder auch nur Sätze geben, die man einfach nicht versteht - sogar in der Muttersprache. Sei es das Brett vorm Kopf, sei es einfach Unverständnis auf höchstem Niveau - da hilft dann auch ein Wörterbuch nicht weiter, denn Sprache ist mehr als die Aneinanderreihung von isolierten Wörtern. Hier setzt sich jemand mit einem offenbar wissenschaftlichen, für ihn fremdsprachlichen Text auseinander, und Ihr habt nichts Besseres zu tun, als ihn herunterzuputzen, weil er ihn nicht versteht?! Das ist erbärmlich!

Nun mal Butter bei die Fische - versteht Ihr den Satz denn? Könnt Ihr ihn übersetzen?

Ich bin ehrlich - ich kann das nicht übersetzen. Zum einen fehlt Kontext: Das y kann sich auf la méthode beziehen, aber möglicherweise auch auf Vorheriges; aufgrund von Mehrfachbedeutungen muss hier außerdem meines Erachtens ein Kontext gegeben sein, um eine korrekte Übersetzung liefern zu können. Zum anderen kenne ich ebensowenig wie Rudolf36 die Wendung fleurer le melon sous la queue, bezweifele aber seine freie Übersetzung, denn fleurer heißt nicht "blühen" (=fleurir; "zum Blühen bringen" wäre dann faire fleurir), sondern "duften" - fleurer le melon heißt also "nach Melone duften", und wenn ich jetzt meinen Gedanken weiterspinne mit queue im Hinterkopf, wäre ich bei ganz freier Übertragung bei "niemandes Po duftet nach Rosen" (sous la queue = unter dem Schwanz). Vielleicht aber in diesem Kontext auch: "angesichts derer sich noch niemand mit Ruhm bekleckert hat"? Ich habe aber tatsächlich keine Ahnung, finde diese Wendung auch nicht im Internet, nicht im Petit Robert und auch nicht in seinen combinaisons des mots. Bei pons ist das dann natürlich erst recht nicht zu finden und im Langenscheidt - Wurzelstock, ich habe extra für Dich nachgesehen!! - [oh Wunder] auch nicht. 

Frage an Dich, Wurzelstock: Kannst Du überhaupt Französisch? Das würde mich wirklich interessieren. Immerhin habe ich in der gf-Französischecke noch nie eine kompetente Antwort von Dir gelesen! 

Und ymarc, Du übersetzt einfachstes Französisch, sagst auch hin und wieder bei Hausaufgabenfragen vor - aber hier schweigst Du? Wo es wirklich einmal eine Frage gibt, die fordert, in der es nicht mehr nur um die klassischen Lehrbuchlektionen im A-B1-Bereich der GER geht? Wo Du als Franzose doch erkennen müsstest, dass ein Nichtmuttersprachler bei einem solchen Satz trotz Wörterbuch aufgeschmissen sein muss? Wo Du als Franzose wirklich gefragt bist? Stattdessen ein äußerst fragwürdiger Kommentar. 

Lieber YKK92, ich hätte Dir gerne geholfen. Ich verstehe aber auch nur grob, worum es geht - die Strenge der Methode ist nicht zu leugnen (hat der Autor vielleicht eine bestimmte Methode (der Übersetzung??) streng befolgt?); dazu kommt eine besondere Beherrschung sowohl des Arabischen als auch des Syrischen beim Autor, weshalb er es geschafft hat, eine nicht unerhebliche Anzahl von berühmten, unverständlichen?/verworrenen?/unklaren?/undurchsichtigen? Ausdrücken und manche "schlecht gelesene" und falsch verstandene Passagen aufzuklären, angesichts derer [sich zuvor noch niemand mit Ruhm bekleckert hat - s.o.].

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Kommentar von Wurzelstock
11.09.2016, 13:29

UFF!!

Einen solchen Anpfiff habe ich erwartet. Deshalb habe ich mich gegen meine ursprüngliche Absicht doch noch in dieses Satzungetüm hineingewühlt. Nicht etwa, um mehr zu können als der offenkundig sprachbewanderte Fragesteller, sondern um meine Behauptung belegen zu können, dass nicht viel drin steht.

Ich sehe darin den ironischen Verriss eines Kritikers, der sich selbst geistreich bespiegelt. Zu diesem Zweck bringt er in einem einzigen Satz 5 Pointen unter. Deshalb wird er so lang. Es gibt Könner in diesem Genre, die füllen auf diese Weise 500 Seiten eines Buches.

Am Ende reibt man sich die Augen, und fragt sich, was man denn nun eigentlich gelesen hat: Nix! Wie - tatsächlich nichts? Wieso wurde dann das Buch zu einem Bestseller? Bin ich zu dumm? Also fange ich erst ein paar Mal von vorne an, bis mir was dämmert.

Ich bekam das Buch geschenkt. Weil es auf der Bestsellerliste stand. Derjenige, der mir diese Freude machte, hat es selbst nicht gelesen. Ihn interessierte das Thema nicht einmal. Er schenkte mir gleich zwei von der Sorte, vom gleichen Autor. Weil er einen Heidenrespekt vor meiner vermeintlichen geistigen Versiertheit hatte. Vom zweiten Buch las ich nur die ersten anderthalb Seiten. Noch mal 500 Seiten pausenloses Gepointel musste ich mir wirklich nicht antun.

Doch zur Frage. Ich lese den Satz folgendermaßen:

Die Strenge der Methode ist unleugbar, und wie der Autor da eine unwürdige Beherrschung des Syrischen mit dem Arabischen verknüpft, gelingt es ihm, eine beachtliche Zahl Ausdrücke von zweifelhafter Bedeutsamkeit zu erhellen und manche schlecht gelesene oder schlecht verstandene Passagen von der Sorte übrigens, die noch keine Katze hinter dem Ofen hervorgelockt hatte.

Es ist durchaus möglich, dass ich das exakte Gegenteil verstehe als tatsächlich darinnen steht - dass es sich also nicht um beißende Ironie handelt, sondern um ein Lob in höchsten Tönen.

Mein erster Eindruck war: Ironie. Der Grund ist die Redensart vom "Stiel der Melone". Die gibt es nicht im Deutschen, und ist in der Tat nicht im Wörterbuch zu finden. Ich kenne sie so wenig wie der Fragesteller und auch dir, Lollefee, scheint sie nicht überzeugend geläufig zu sein. Im Web finden sich scherzhafte Diskussionen darüber. Daraus entnehme ich eine Metapher für Bedeutungslosigkeit.

Von daher deute ich "réputées obscures" : Unwichtiges. Auf die Spur gesetzt werde ich von "indigne" : unwürdig.

Ich entschuldige mich beim Fragesteller. Der Satz hat es in sich.

:-(

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Kommentar von YKK92
12.09.2016, 09:31

Jetzt ist mir schon eher geholfen. Und ja, es ist Lob: Der Rezensent der Arbeit Luxenbergs (Claude Gilliot) ist nach damaligem Stand (2003) von seiner Vorgehensweise vorerst vollends überzeugt. 

Vielen Dank euch allen, und v.a. LolleFee!

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Ich habe heute nicht die Zeit, mich eingehender mit dem Text zu befassen. Jetzt nur soviel: 

Es geht wohl um die Übersetzung aus dem Arabischen, mit den Schwierigkeiten, den "uralten" Text richtig zu deuten. Und es geht um die Lesbarkeit der alten Schrift.

Am Ende wohl eine franz. Redensart, die ich zwar nicht kenne, die ich aber so verstehe: "nicht alles ist möglich". Frei: "noch niemand hat mit einem Zauberstab eine Melone zum Blühen gebracht"

Morgen oder Montag mehr. Zwar kann ich im Alltag flüssig mit Franzosen reden, aber ich bilde mir nicht ein, "perfekt" Französisch zu sprechen. 

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