Könnte jeder den Mount Everest erklimmen?

21 Antworten

Ich habe zahlreiche 4000er in der Schweiz bestiegen und hätte vor vielen Jahren die Möglichkeit gehabt, an einer Everest-Expedition teilzunehmen. Ich habe abgelehnt, weil ich keinen Sinn in dieser Plagerei gesehen habe. Es braucht spezifisches Training, längere Zeit der Akklimatisation auf den verschiedenen Höhenstufen und somit auch viel Geld. Viele Todesfälle sind darauf zurückzuführen, dass die Möchtegern-Superalpinisten sich nicht die Zeit für so eine Expedition nehmen. Es braucht viel Zeit zur Vorbereitung, viel Zeit zur Akklimatistion und dann viel Zeit und Geduld, um das passende Wetter abzuwarten. Wer ungeduldig ist, der geht ein zu großes Risiko ein.

Es gibt ein Trainingsapparat, der einer Box gleicht. In dieser Box gibt es eine Vorrichtung, eine Wand mit einem integrierten Laufband mit Kletterklötzen. Dieser Laufband bewegt sich also ständig runter. Die Box an sich ist luftdicht und wenn eine Person jetzt vor hat zu trainieren, kann er dort hinein und quasi so lange ,,klettern" wie er möchte. gleichzeitig kann er die Höhe als auch die damit resultierende Anstrengung eines großen Berges simulieren, indem er den Sauerstoff in der Box so einstellt, dass es eben jener Höhe angepasst wird. So trainiert er beispielsweise 1 Monat lang mit 70% Sauerstoff und geht eben mit dem Sauerstofflevel auf 8000 Metern höhe. Zusätzlich kann er Gewichte um sich tragen, um ebenfalls die Last zu simulieren, die man ja beim klettern des Mount Everest hat.

Weißt du was ich meine? Mir fällt der Name der Vorrichtung nicht ein, aber ich hatte es mal in einer Doku gesehen.

Könnte man mit solch einer Vorrichtung eine Akklimatisation erreichen?

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@Diversifikator

Solche Höhensimulatoren dienen vor allem dem Training. Zudem kann unter medizinischer Beobachtung festgestellt werden, wie der Körper auf Sauerstoffmangel reagiert (das ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden) und wie schnell er vermehrt rote Blutkörperchen bildet. Die Akklimatisation vor Ort wird dadurch nicht ersetzt, aber erleichtert. Ich halte Höhentraining in unseren Alpen über 4000 Meter) und eine etwa dreiwöchige Akklimatisationsphase im Himalaja (davon mindestens die Hälfte über 6000 Meter) für ideal, aber jeder Höhenbergsteiger hat sein Programm und seine Erfahrungen. Ein Durchschnitssbergsteiger kann sich damit nicht vergleichen.

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Für eine Akklimation ist es notwendig, dass man die 400er Regel befolgt. Man darf pro Tag nur 400 Meter zurücklegen und sollte für das campieren wieder etwas absteigen.

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Bislang waren 4.093 Menschen auf dem Gipfel des Mount Everest. 300 sind bei dem Versuch gestorben.

Mein Nachbar ist passionierter Bergsteiger und erzählt gern von den Erfahrungen. An eine solche Höhe muss man sich herantasten. Und die meisten Bergsteiger besteigen Jahr für Jahr die nächst höhere Tausendermarke (also erst die 5.000er, dann die 6.000 usw.) um nach ein paar Jahren - einen nach dem anderen - die 8.000er zu erklimmen.

Also nein, nicht jeder. Jahrelanges Training ist Voraussetzung.
Bei meinen entzündeten Gelenken aufgrund einer Autoimmunkrankheit hätte ich keine Chance.

Sicher nicht jeder. Auch mit Sauerstoff braucht man eine echte Pferdelunge für so ein Unternehmen. Zudem muss man sehr gut klettern können, ein Spaziergang ist das nicht. Eine sehr gute Kondition ist absolut notwendig, viele Möchtegern-Alpinisten sind am Everest auch an Erschöpfung gestorben.

Man darf nicht vergessen, dass auch schon zu allen Zeiten der Besteigungsgeschichte sehr erfahrene Bergsteiger am Everest an Erschöpfung gestorben sind. Auch auf den Normalwegen.

Ich habe mich selbst zwar noch nie (und werde es wohl auch nie) am Everest versucht, aber ich bin erfahren genug, um zu wissen, dass Erfahrung einen vor so etwas nicht schützt, bzw. das Attribut "möchtegern" nicht zwangsläufig zum Scheitern verurteilt. Die schlimmsten Bergsteiger sind in meinen Augen die, die sich für erfahren genug halten, sich ein Urteil über Situationen zu erlauben, das im Wortlaut "alles richtig gemacht" lautet. Die mögen zwar viel erlebt haben, aber die Logik des Bergsteigens haben sie noch nicht begriffen.

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Nein ist es nicht. Es erfordert ein Bestimmtes Training um ihn zu erklimmen.

Erklimmen schon mal gar nicht - Es ist viel mehr ein hoch gehen oder hoch laufen. Man sollte aber schon alpine Erfahrung haben, und eine sehr gute Ausdauer besitzen, sonst wird das nicht.

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