Könnte in 60 Jahren eine mit kernfusion betriebene, unbemannte Raumsonde zu Alpha Centauri fliegen?

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6 Antworten

ich bezweifle, dass die Kernfusion überhaupt je zur kontrollierten Energiegewinnung funktionieren wird.

Zwar hätte man im Weltraum keine Probleme mit dem Vakuum, also leichtere Konstruktionen, aber die immer noch nötigen Massentransporte und Kühlungen und Energieflüsse und Dimensionen und .... müssten erst alle bewältigt werden. Der Fortschritt in der Raumfahrt in den letzten 60 Jahren war sooo gewaltig nicht, von den ersten 10 Jahren (ideologisch bedingter Schwerpunkt: bemannte Mondlandung) mal abgesehen.

Ein Raumschiff, das mit 1/10 Lichtgeschwindigkeit fliegen könnte, wäre länger unterwegs, als die Entwicklungszeit bis zum Start beträgt, und müsste völlig autonom sein: ein Fehlersignal zur Erde aus halber Strecke wäre erst nach Jahren hier empfangbar und ein zugehöriger Befehl von der Erde aus wäre nochmal länger unterwegs.

Und das alles, um die Pläne für die intergalaktische Schnellstraße einzusehen, an denen man doch nichts ändern kann?

Solltest Du per Anhalter mitfliegen wollen, vergiss das Handtuch nicht!

Iamiam 08.03.2011, 21:40

Bin von 6 Lichtjahren ausgegangen, wenns nur 4,34 sind, wie eben gelesen, dann wirds natürlich viiieeel kürzer und einfacher... Da muss man ja schon wieder bremsen, kaum dass man angeschoben hat ;)

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gfuser9283 08.03.2011, 22:25

Der erste Satz naja..deine Meinung interessiert die Physik nicht. Wenn es rechnerisch möglich ist(was es auch ist), dann wird es funktionieren ;) Das Vakuum des Weltalls hat sowieso keinen Einfluss auf die Anlage... Ansonsten kann man dir zustimmen.

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Iamiam 11.03.2011, 00:29
@gfuser9283

ich hab auch weniger an die physikalische Machbarkeit gedacht als an die wirtschaftliche...

Hochvakuum: könnte mir vorstellen, dass im Weltraum die schweren Druckwände zum Fernhalten des Luftdrucks (vielleicht sogar ganz) entfallen könnten, ebenso der Strahlenschutz, weil ja niemand da ist. Aber ich will nicht über Variationen einer Technologie spekulieren, bevor sie überhaupt demonstriert werden konnte. Ergab sich nur beim Nachdenken über die Frage.

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gfuser9283 13.03.2011, 22:32
@Iamiam

Wie auch immer, aber deine Überlegungen sind nicht richtig. Die Reaktorwände können nicht entfallen, um Strahlenschutz muss man sich keinen Kopf machen, außer der Innenseite der Wände wird da nichts radioaktiv.

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Ausgeschlossen, 43 Jahre würde ja eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 1/10 der Lichtgeschwindigkeit bedeuten, es müsste aber die halbe Strecke beschleunigt und dann sogleich verzögert werden, was die tatsächliche Flugdauer noch beträchtlich erhöhen würde.

Und Fusion wäre aus heutiger Sicht zwar ein Traumziel in Sachen Antriebstechnik - aber 1/10_c ist selbst damit nach einer Beschleunigungsphase, die in Jahrzehnten und nicht Jahrmillionen gemessen wird, weit ausserhalb des Erreichbaren, von den strukturellen Anforderungen an das Raumschiff-Material mal ganz abgesehen.

Sehr unwahrscheinlich. Kernfusionsreaktoren brauchen eine bestimmte Größe damit sie funktionieren. Schau dir mal nur ITER an: Durchmesser: 20m, Höhe 30m. Das Ding in den Weltall zu befördern und dort zu betreiben ist eine Monsteraufgabe. Es kann sein, dass irgendwann kompaktere Designarten entwickelt werden, aber in den nächsten 60 Jahren ist damit sicherlich nicht zu rechnen. Zuerst muss die Technik getestet werden, es ist ja noch ein Forschungsfeld.

Nicht bei der Gesetzeslage. Das Weltraumrecht verbietet ALLE Atomgetriebenen Raumfahrzeuge, wo runter auch Sonden fallen. Und Kernfusion ist immernoch ein atomarer Antrieb. Also müsste sich erst die Gesetze ändern.

gfuser9283 08.03.2011, 22:21

Das stimmt nicht. Vieles Sonden haben Radionuklidbatterien. Zudem hat die Kernfusion nichts mit der gefährlichen Kernspaltung zu tun.

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MorsElthrai 08.03.2011, 22:50
@gfuser9283

Mal davon abgesehen, das ich das Buch über aktuelles Weltraumrecht inklusieve einer Kopie der Verträge bei mir rumliegen habe, ist es vollkommen irrelevant, wie die genauen Details zwischen Kernfusion und Kernspaltung sind. Wir haben unserem Prof (ein praktizierender Anwalt aus dem Bereich) bei der Vorlesung das gleiche Argument geliefert. Seine Antwort war, das es vor dem Gesetz keine Rolle spielt. Die Vertragsländer haben sich beim Abschluss des Gesetzesvertrags darauf geeinigt, das es wirklich ALLE Atomantriebe betrifft.

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gfuser9283 09.03.2011, 08:05
@MorsElthrai

Detail zwischen Kernfusion und Kernspaltung.. :D Was du meinst, sind wahrscheinlich Antriebe die radioaktive Stoffe beim Betrieb abstrahlen, also zum Beispiel in die Atmosphäre. Und genau darunter fällt die Kernfusion nicht! Kernfusionsanlage produziert erst mal nur el. Energie und was damit dann gemacht wird, ist eine andere Sache. Ein Kernspaltungsantrieb ist was ganz anderen. Lies mal bei Wiki nach.

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MorsElthrai 09.03.2011, 10:55
@gfuser9283

Nein ich meine kein Antriebe die radioaktive Stoffe beim Betrieb abstrahlen. Und ja ich kenne die Funktion von Kernfusionsanlagen. Aufgrund meines Studiums habe ich mich auch damit schon befasst.

Aber um es nochmal deutlich zu machen. Das Weltraumrecht auf welches sich die Länder geeinigt haben besagt ganz klar, das jedewede Energiegewinnungstechonlogie, welche radioaktive Bestandteile enthält (es geht in erster Linie um die Unfall- bzw. Missbrauchsgefahr, nicht um den eigentlichen Betrieb) verboten ist. Liess Dir mal die Verträge durch, dann vrestehst Du vielleicht besser.

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MorsElthrai 13.03.2011, 21:17
@gfuser9283

So Ihr leiben, bitte entschuldigt, das es diesmal Länger gedauert hat mit meiner Antwort, aber ich hatte Klausur.

Nun jedenfalls, klar gibt es zwar immer mal Ausnahmen, denn wie bei allen Gesetzen auf der Welt, gelten sie für die Meisten, aber für einige wenige nicht. Allerdings ist die Aussage aud WIKI auch mit vorsicht zu geniessen. Du vergisst dabei, das es sich um eine Batterie handelt und nicht um einen Reaktor. Einen Fusionsreaktor kann man zu einer Fusionsbombe umbauen. Das Problem bei der ganzen Thematik ist die Gefahr des Missbrauchs und der Vereuchung bei Unfällen. Aber um das ganze mal ab zu kürzen. Ich habe mal das Buch raus gekramt. Hier mal die ISBN:92-1-100900-6 (United Nations Treaties and Principles on Outer Space)

Am besten besorgst Du Dir das mal uns liest selber was darin steht. Das sollte die meisten Deiner Unsicherheiten eigentlich beantworten. Falls Du mal darüber disskutieren willst, kannst Du Dich ja gerne bei mir melden, ich werde versuchen zu helfen wenn ich kann.

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gfuser9283 13.03.2011, 22:39
@MorsElthrai

Fusionsreaktor zu einer Fusionsbombe umbauen... Damit hast du dich disqualifiziert. Also ehrlich, etwas Physikverständnis habe ich von dir erwartet, wenn du hier schon mitredest. Eine Radionuklidbatterie ist viel gefährlicher als ein Fusionsreaktor. Für wen soll dann das Gesetz gelten, wenn es nicht für NASA, ESA & Co gilt?

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MorsElthrai 18.03.2011, 19:33
@gfuser9283

So bitte entschuldigt, das es mal wieder etwas länger gedauert hat. Also gfuser, bevor Du mein Physikverständins kritisierst, solltest Du Dich vielleicht doch noch mal mit der detailierten Funktionsweise von Fusionsreaktoren beschäftigen. Es ist durchaus möglich daraus eine Waffe zu bauen. Und wenn Dir die Terminologie so wichtig ist, dann nenn die Fusionsbombe meinetwegen auch Neutronenbombe, aber das sind nur Details die sich meiner Meinung nach vom eigentlichen Thema entfernen.
Nun zu Diener recht wenig durchdachten Frage zu den Ausnahmen zu den üblichen Gesetzen. Bedenke dabei, das es hierbei nicht darum geht ob eine ganze Organiesation die Gesetze nicht befolgen muss, sondern eher das für besondere Missionen die Länder sich darauf einigen, dass die Gesetze ignoriert werden. Das Risiko würde dennoch bleiben. Aber ich schlage vor, das Du Dir als erstes die Getze einfach mal durchliest. Vielleicht erübrigen sich dann ein paar Deiner Fragen und Einwände auch schon.

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gfuser9283 14.04.2011, 17:10
@MorsElthrai

Man kann einen Fusionsreaktor trotzdem nichts als Wasserstoffbombe einsetzen.

Und wenn das Gesetz nicht umgesetzt wird, dann wird es mit den Fusionsreaktoren auch keinen jucken.

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für die nächsten 400 jahre kannste du interstellare flüge abhaken

Wenn es gehen sollte, hast du immer noch das Problem mit der Strecke. Sind 4.3 Lichtjahre! Eine Saturnrakete bräuchte etwa 77000 Jahre, bis sie dort ist. Glaube, das sagt alles!

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