Könnte es sein, dass rein objektiv betrachtet, die wahre Liebe gar nicht existiert?

21 Antworten

  • Das Gefühl der Liebe als sehr tiefe Zuneigung existiert schon. Man könnte aber durchaus argumentieren, dass Liebe eher eine Art Bedeutsamkeit einer sozialen Beziehung ist als ein echtes Gefühl. Das zugehörige Gefühl wäre dann einfach tiefe Zuneigung.
  • Adjektive wie "wahr" ergeben wenig Sinn. Es gibt weder "die eine" noch "die wahre" Liebe. Gefühle treten abgestuft auf und man kann besonders intensiv oder weniger stark lieben, aber alle diese Gefühle sind natürlich vorhanden.
  • Niemand fragt sich, ob es "wahre Angst" oder "echte Wut" oder "richtige Eifersucht" gibt. Gibt es alles. Warum also nicht auch "echte Zuneigung" oder "wahre Liebe"?
  • Was es nicht gibt, ist eine partnerschaftliche Liebe, die grundsätzlich anders ist als alle anderen partnerschaftlichen Lieben sein könnten. Man kann mehrmals im Leben lieben.
  • Man sollte aufhören, Liebe esoterisch zu überhöhen.

Genau das meine ich mit objektiv. Gute Arbeit

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@Kajjo

Das klingt alles sehr gut. Ich sehe das alles sehr ähnlich. Letztendlich ja eh alles nur hormonelle Prozesse ;)

Aber wenn mein Partner mir sagt, dass er noch nie eine Frau soooo sehr geliebt hat wie mich (er ist schon 45 und war 2 x verheiratet) und das er gar nicht wusste wie sehr man lieben kann....

Übertreibt/Lügt er dann?

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@jiva87

Nein, das muss keine Lüge sein. Kann ja auch sein dass seine Ehen eben nicht so schön waren wie das Leben mit dir. Es gibt nichts was das unmöglich machen könnte, denke ich.

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@jiva87

Nein, das muss keine Lüge sein. Ich schrieb ja schon in meiner Antwort, dass Liebe verschieden stark sein kann.

Warum soll er dich nicht ganz besonders stark lieben? Das kann doch korrekt sein.

Man heiraten auch, ohne ganz besonders stark zu lieben oder sie wussten einfach nicht, wie stark Liebe sein kann.

(Anmerkung: Gefühle sind hormonelle und kognitive Prozesse. Aber ja, letztlich alles Chemie.)

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@Kajjo

Guten Morgen Kajo, ok dann habe ich deinen Satz irgendwie falsch aufgefasst / verstanden :) (Was es nicht gibt, ist eine partnerschaftliche Liebe, die grundsätzlich anders ist als alle anderen partnerschaftlichen Lieben sein könnten.)

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@jiva87

Mit "grundsätzlich anders" meinte ich eben "von einer ganz anderen Art" und nicht eine Quantifizierung wie "besonders tief" oder "mittelmäßig". Verschiedene Grade und Intensitäten gibt es natürlich ganz offensichtlich. Man kann stärker oder weniger stark lieben. Das ist doch wohl jedermanns alltägliche Erfahrung.

Wir sind uns diesbezüglich einig.

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Hallo castoff,

ich persönlich gehe an die Liebe mit einem philosophischen Ansatz, der sie beschreibt, heran. Dieser Ansatz gründet sich auf einigen wenigen theologisch ontologischen Betrachtungen, woraus für die Liebe folgt, dass sie nur etwas geben kann und universal ist. Die Herleitung dieses Modells ist noch ein anderes Thema - würde jetzt in der Kürze den Rahmen sprengen.

Ich bezeichne die Liebe unter diesem Modell gerne als die wahre Liebe. Mit ihrer Universalität unterscheidet sie nicht zwischen Individuen. Das Geben richtet sich somit an alle gleichermaßen. Es entsteht Fülle. Da das Geben gleichermaßen "wirkt", schafft die Liebe auch für alle Individuen gleichermaßen größtmögliche Freiheitsgrade. Niemand hat irgendwelche Vor- oder Nachteile.

Existiert diese Liebe obektiv? Nein - es ist nur ein Modell. Aber wir Menschen können es anwenden. Und damit beginnen wir, echt zu lieben und stellen die Liebe in subjektiver Weise dar. Sie drückt sich jetzt für uns alle individuell verschieden in so vielem aus - in natürlichen Dingen, in Gefühlen, in Nähe - in dem, was wir landläufig mit Liebe verbinden.

Da wir nur diese Dinge wahrnehmen, sehen wir darin gerne Liebe - auch wenn vieles an ihren Ausdrucksmöglichkeiten auch völlig lieblos (unter Mangel und Einschränkungen für einzelne Individuen) geschehen kann. Letzteres wäre keine wahre Liebe, sondern streng genommen ein Fake.

Oft bezeichnen wir einen Menschen als die wahre Liebe. Mit einem solchen Menschen gehen wir eine Partnerschaft ein, die uns die Liebe dann zu definieren scheint. Mit dem genannten Modell schenken wir diesem geliebten Menschen aber etwas von uns und uns sogar selbst - und das darf Basis für eine Partnerschaft sein. Es ist also eher umgekehrt.

Wir finden also die wahre Liebe: in uns - und in Menschen, die gleichermaßen wahr lieben.

Mit vielen lieben Grüßen
EarthCitizen

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Lebenserfahrung und Gedanken über die Liebe

Du kannst das nicht objektiv betrachten, objektiv kann die wahre Liebe nicht existieren. Wenn du es aber absolut betrachtest, dann ist alles wahre Liebe.

Du kannst nichts objektiv betrachten, weil du in der Dualitaet gefangen bist, also den beiden Extremen von Liebe und Hass unterliegst.

Wenn du von aussen guckst, dann sind beide Seiten Ausdruck bedingungsloser Liebe, deswegen existiert ausschliesslich bedingungslose Liebe, aber ohne jemanden, der denkt, jemand zu lieben!

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