Könnte es sein, dass die drei Großrassen des Menschen von verschiedenen Arten abstammen?

21 Antworten

Vorab…

…möchte ich sagen, dass ich hier auf rein deskriptive Aussagen Bezug nehme. Es ist irgendwie Mode geworden, die Behauptung, es gebe Menschenrassen, gleich moralisch zu bewerten, etwa als Rassismus.

Das kann einhergehen, muss aber nicht. Aus der Feststellung, dass es zwei Geschlechter gibt (und die gibt es definitiv), folgt ja auch nicht Sexismus.

In Büchern über den Menschen, die ich als Kind gelesen habe, gibt es detaillierte Tafeln menschlicher „Rassen“. Gleichzeitig lehnen die Autoren die Vorstellung ab, es gebe „wertvollere“ oder „weniger wertvolle Rassen“, ausdrücklich ab.

Zur Frage selbst

Könnte es sein, dass die drei Großrassen des Menschen von verschiedenen Arten abstammen?

Zum Begriff der Großrasse komme ich später, aber die Antwort ist „nein“:

Das Gegenargument ist ja immer, dass wir uns alle untereinander fortpflanzen können.

Das heißt erst einmal, dass alle Menschen zu einer Art gehören.

Ist aber doch Schwachsinn,…

„Schwachsinn“ ist keine sehr sachliche Formulierung; ich würde - aus Deiner Sicht - die Formulierung „nicht stichhaltig“ vorziehen. Du willst ja einen Sachverhalt diskutieren. 

…denn Tiger und Löwen können sich auch mischen (und sind unterschiedliche Arten).

Dieses Gegen-Gegenargument ist nicht stichhaltig, denn „Liger“ sind nicht besonders lebensfähig und vor allem unfruchtbar. Als Individuen sehr gut lebensfähig sind Maultiere und Maulesel, aber unfruchtbar sind auch sie.

Die Spaltung einer Art in zwei verschiedene ist offenbar irreversibel. So etwas wie eine Artenverschmelzung scheint biologisch unmöglich zu sein.

Was gegen den Begriff der Menschenrasse spricht

Wenn es also nicht um Rassismus geht, gibt es zwei Gründe, die gegen den Rassenbegriff im Bezug auf den Menschen sprechen:

  1. Einen semantischen, aufgrund der sonstigen Verwendung des Wortes „Rasse“, und
  2. biologische, genauer gesagt, genetische Erkenntnisse.

Semantischer Einwand gegen den Rassenbegriff

In Bezug auf andere Tiere habe ich das Wort „Rasse“ immer nur in Bezug auf Haus- und Nutztiere gehört. Bei Wildtieren spricht man entweder von Variationen oder Varianten - was weniger als „Rasse“ bedeutet, oder von Unterarten - was etwas mehr bedeutet.

„Rassen“ in diesem Sinne entstehen also nicht natürlich, in Anpassung an ihre Umwelt, sondern sie werden von einer - aus Sicht der Tierart - fremden Spezies ganz gezielt gezüchtet, um den Bedürfnissen dieser Spezies in stärkerem Maße zu entsprechen - des Menschen. Er kontrolliert also, wer sich mit wem oder überhaupt fortzupflanzen hat.

Das ist bei den sogenannten Menschenrassen sicherlich nicht oder allenfalls in eingeschränkter Form durch die eigene Spezies der Fall, eine Art „Selbst-Züchtung“, die allerdings nicht systematisch erfolgt. So weit wir wissen, ist niemand hingegangen und hat gesagt: „Wir züchten jetzt mal eine tropen- bzw. eine polartaugliche Menschenrasse“.

Solange wir bei Wildtieren, bei denen auch keiner von außen eingreift, nicht von Rassen sprechen, ist dies auch für den Menschen kein passender Begriff. Wenn es dafür eine bologische Grundlage gäbe, müsste man dann tatsächlich von Unterarten sprechen.

Biologischer Einwand gegen den Rassenbegriff

Wenn wir den semantischen Einwand außer Acht ließen oder „Rasse“ generell als Kategorie zwischen „Variante“ und „Unterart“ etablierten, sodass wir auch bei Wildtieren von Rassen sprächen, würden wir sagen können, dass eine Rasse eine Population sei, die sich an bestimmte Lebensbedingungen speziell angepasst hat.

Zugleich sollten ihre Angehörigen genetisch miteinander besonders nahe verwandt sein, von Nicht-Angehörigen der Population hingegen sehr viel weiter entfernt. Genau das ist nicht der Fall. Genetisch soll nämlich die gesamte Menschheit weniger Variationen enthalten als eine Gruppe von 15 Schimpansen oder Bonobos.

Der Großrassenbegriff orientiert sich stark an äußeren Merkmalen, von denen die Hautfarbe nur das auffälligste ist, die aber größtenteils unabhängig voneinander vererbt werden können. Genetisch ist es, wie schon oben gesagt, nicht haltbar.

Insbesondere gibt es definitiv keine afrikanische oder „negride Großrasse“, denn  Genetikern zufolge können afrikanische Menschen verschiedener Populationen besonders weit voneinander entfernt sein, was mit der „Out-of-Africa“-Theorie gut kompatibel ist.

Es muss demnach zwei Afrikaner geben, deren einer mit jedem beliebigen Menschen der Erde näher verwandt ist als mit dem jeweils anderen.

Klasse Antwort!

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Ich will jetzt gar nicht auf das äußerst fragwürdige Konzept der klar abgrenzbaren Menschenrassen eingehen, weil ich das schon an anderer Stelle getan habe:

https://www.gutefrage.net/frage/ansammlung-saemtlicher-argumentebeweise-dafuer-dass-menschenrassen-nicht-existieren

Zur eigentlichen Frage: Nein, das kann nicht sein, denn so funktionieren Arten und Rassen nicht.

Eine Art ist eine biologische Einheit, die für gewöhnlich als Fortpflanzungsgemeinschaft definiert wird, d.h. Individuen gehören dann zur gleichen Art, wenn sie fruchtbare Nachkommen miteinander zeugen können.

Wenn eine Art in isolierte Populationen zerfällt, bilden sich bei diesen im Lauf der Generationen spezifische Merkmale heraus. Die Unterschiede zwischen den Populationen werden dadurch immer größer, es entstehen Varietäten, Rassen, Unterarten etc. und schließlich verschiedene Tochterarten, die sich untereinander nicht mehr fortpflanzen können.

Genau das ist auch bei Löwen und Tigern passiert, nur haben sich seit ihrer Trennung nicht genug Unterscheide für eine völlige Fortpflanzungsbarriere angesammelt. Deshalb ist in sehr begrenztem Umfang noch eine Kreuzung von Löwen und Tigern möglich.

Auch unsere Art, Homo sapiens ist im Laufe der Frühgeschichte in verschiedene Populationen zerfallen, die sich deshalb in einigen Merkmalen voneinander unterscheiden. Die Evolution hat sie aber nicht annähernd so weit auseinander getrieben wie Löwe und Tiger. Zwei beliebige gesunde Menschen unterschiedlichen Geschlechts können uneingeschränkt miteinander Kinder zeugen. Die Stammbäume der am wenigsten miteinander verwandten Personen auf der Erde waren bis vor ca. 150.000 Jahren (ein erdgeschichtlicher Wimpernschlag) eng verflochten.

Alle Menschen haben also einen kurz zurückliegenden gemeinsamen Ursprung, von dem aus sie sich ein kleines Stück auseinanderentwickelt haben. Sie stammen eben nicht aus getrennten Ursprüngen und haben sich dann x-mal in ähnlicher Weise entwickelt.

Nein.

In der Taxonomie sind nur der Begriff der Gattung und der Begriff der Art mit klaren, genetisch klar zu fassenden Abgrenzungsmerkmalen versehen. 

Angehörige einer gemeinsamen Gattung, aber unterschiedlichen Art können sich miteinander paaren, ihr Nachwuchs ist jedoch zumindest auf einer Seite des Geschlechts steril. So sind weibliche Liger fruchtbar, männliche nicht, weshalb ihre Eltern (Löwe und Tiger) per Definition zu unterschiedlichen Arten gehören.

Menschen können sich jedoch weltweit untereinander fortpflanzen, egal welcher Ethnie sie entstammen. Deshalb kann man bei uns nur den Artbegriff anwenden. 

Da wir Europäer sogar einen nicht geringen Teil Neandertaler-Gene in uns tragen, gehörte sogar der ausgestorbene Neandertaler zu unserer geneinsamen Art und war aufgrund seiner morphologischen Unterschiede, aber zu geringen genetischen Unterschiede bestenfalls eine Unterart des Homo sapiens.

Außerdem möchte ich dich bitten, nicht von "Großrassen" zu sprechen. Eine Rasse ist ein Begriff, um verschiedene domestizierte Zuchtform eines Haustieres zu unterscheiden. Dieser Begriff ist auf den Menschen nicht anwendbar, da die Ethnien, die du damit meinst, nicht durch Züchtung, sondern aufgrund evolutiver Anpassungen an ihre Lebens- und Umweltbedingungen entstanden sind.

Dringt ein Lebewesen in unterschiedliche Regionen vor, so kommt es durch die natürliche Selektion immer zu solchen Anpassungen bei den jeweiligen Populationen. Die Gene verändern sich von jeder Generation zur nächsten immer weiter, zwar beim Übergang von einer Generation auf die andere nur sehr geringfügig, aber nach tausenden Generationen können die genetischen Abweichungen so stark sein, dass sich Mitglieder der neuen Population nicht mehr mit denen der Stammpopulation vermehren können. Es ist nicht auszuschließen, dass dies in vielen zehntausend Jahren auch beim Menschen passiert wäre und sich unterschiedliche Arten gebildet hätten, also so wie du sagst aus den drei großen Ethnien auch drei neue Arten hervorgegangen wären. Aber da wir uns inzwischen immer wieder neu durchmischen und unser Erbgut untereinander austauschen, wird aus den drei großen Erhnien wohl niemals eine neue Art hervorgehen.

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