Könnte es sein, dass auf Strecken über 300Km die Bahn wieder an Bedeutung gewinnt wenn Elektroautos mit ihrer kurzen Reichweite real den Autoverkehr dominieren?

7 Antworten

Die Deutsche Bahn operiert nicht grundsätzlich an der Kapazitätsgrenze.

Problematisch sind bestimmte überlastete Streckenabschnitte und Knotenbahnhöfe, bei denen entsprechende Maßnahmen erforderlich sind. Das könnten z.B. die Modernisierung der Zugsicherungstechnik sein (um eine dichtere Zugfolge zu ermöglichen) oder die Führung einzelner Züge um die überlasteten Knoten herum (mit Halt an einem Vorortbahnhof statt am Hauptbahnhof einer Stadt).

Auch die Züge sind nur zu bestimmten Zeiten voll oder sogar überfüllt, während es zu anderen Zeiten noch viele freie Plätze gibt. Um die Nachfrage besser zu verteilen gibt es bereits ermäßigte Tickets für Fahrten außerhalb der Spitzenzeiten oder Sparpreis-Tickets für nicht voll ausgelastete Züge im Fernverkehr.

E-Autos können nicht das bevorzugte Verkehrsmittel werden. Es wird eine Spielerei für eine Elite bleiben. Es gibt schlichtweg nicht genug Ressourcen, um massenhaft E-Autos zu bauen. Selbst Tesla muss zu jedem verkauften Auto zuschießen. Es ist eine Frage der Zeit, bis denen die Luft ausgeht oder die Preise steigen ins unermessliche. Auch der Streetscooter der Post ist ein Draufleggeschäft. Es gibt eine begrenzte Produktionskapazität an Batteriezellen und Rohstoffen. Wenn die Nachfrage steigt, steigt der Preis. Alle Aktivitäten der Hersteller sind Aktionen, um präsent zu sein. Im Wissen, dass man damit keine Masse bedienen kann. Jedenfalls nicht mit der derzeitigen Technik.

Die Bahn hätte jede Menge freie Kapazitäten. Zumindest was die Strecken betrifft. Es fehlt an Wagenmaterial, Instandhaltungskapazität und Ausweichstrecken. So kann ein verspäteter ICE zwischen Frankfurt und Mannheim keinen Bummelzug überholen, weil es in den Bahnhöfen kein Ausweichgleis für den Bummelzug gibt. Oder es ist mit Unkraut zugewachsen und es gibt niemanden, der die weiche stellen könnte oder die Weiche ist abgebaut.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Der letzte Abschnitt ist wohl der Haupgrund, das Stellen der Weichen ist nicht das Problem, das kann man über die diversen Fernbedienungen usw bewerkstiligen die Abgebauten Überholgleise, im Sparmodus abgebaut (es gab da Leute die den letzten Meter Gleis abgebaut hatten egal was es kostet um zu sparen), sind das größte Problem. Es gibt einige Strecken die ohne die NATO schon vor vielen Jahren zu wären. z. B. im Schwarzwald die Kanonenbahn oder die Strecke Karlsruhe-Heilbronn.

0

welche "kurze reichweite" ?

gefühlt bei jeder 2. autobahntankstelle gibt es inzwischen schnelllader - tendenz steigend - was bedarf´s denn noch ?

also ich hatte in den letzten 7 jahren nicht eine strecke, die ich nicht mit dem e-auto hätte problemlos fahren können und da gab es auch schon einige touren mit 1000km am tag

700km kosten mich so rund 20 min (lade)-pause - durchaus verkraftbar - oder ?

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ein E Auto braucht vor allen

Viel Kürzere Ladezeiten und viel Höhere Reichweiten

Und die Infrastruktur welche fast Komplett fehlt

Ich weiß nicht wie das andere sehen aber ich hab Sonntag Abend und Donnerstag Abend jeweils wegen meiner Arbeit einen Weg von fast 600KM zu fahren, und zwar unbezahlt in meiner Freizeit......

Ich Fahre weder mit Bus und Bahn (würde mich noch mehr Freizeit kosten) noch warte ich auf Halber strecke Stundenlang an einer Steckdose auf die Weiterfahrt

mit dem entsprechenden e-untersatz werden aus dem "stundenlang" rund 20 minuten - auf 600km durchaus sinnvoll

und das bei einem durchaus günstigen tco

0

Die Bahn baut immer mehr strecken zurück. Vorerst hatvder Zugverkehr in Deutschland keine Zukunft wenn die nicht bald modernisieren und ausbauen.

Streckenrückbau aber nur auf unrentalen Strecken, doch nicht auf den Hauptstrecken

0
@Winfried508

Ja und? Die nebenstrecken sind für eine komplette Anbindung ebenso wichtig.

Es ist günstiger mit dem Auto allein nach München nach Berlin zu fahren als mit der Bahn. Solange hat die Bahn keine Zukunft

0
@undistaya

Mit der Bahn fahre ich für 29,90 Euro (*) in vier Stunden von München nach Berlin. Das geht mit dem Auto weder günstiger noch schneller.

(*) Nein, diesen Preis bekomme ich nicht bei kurzfristiger Buchung, aber wenn man seine Reisen ein paar Wochen vorausplanen kann, geht das. Und Bahncard-Inhaber bekommen weitere 25 Prozent Ermäßigung.

1
@Rolf42

Klar um 3 Uhr nachts und nur auf wenigen Plätzen, für denselben Preis fliegt man nach Berlin in unter 2 Stunden

0
@undistaya

Nö, z.B. am 7. Oktober um 7.52 Uhr, ebenso an den folgenden Tagen.

Flüge finde ich für diese Tage nicht unter 40 Euro.

0
@undistaya

aber nicht mit den Zeiten vor und nach dem Flug und die Fahrt zum Flughafen gehört auch noch dazu. Da werden leicht 6 Std fällig.

0
Die Bahn baut immer mehr strecken zurück.

Das ist nicht wahr.

Die meisten Streckenstillegungen gab es im Bereich der ehemaligen Bundesbahn in den 1970ern und 80ern, im Bereich der (Ex-) Reichsbahn fand die große Stillegungswelle in den 1990ern und frühen 2000ern statt.

Inzwischen wurden auch verschiedene schon stillgelegte Strecken wieder in Betrieb genommen, so fahren jetzt z.B. wieder regelmäßig Züge von Aachen nach Heinsberg (Personenverkehr 1980 eingestellt), von Göttingen nach Einbeck Mitte (Personenverkehr 1984 eingestellt) oder von Köln nach Lüdenscheid (Personenverkehr 1986 eingestellt, derzeit noch wegen Bauarbeiten unterbrochen, ab Dezember stündlich).

1
@Rolf42

das geht aber auch nur da wo die Strecken nicht rekultiviert oder verkauft wurden.

0

Was möchtest Du wissen?