Könnte er wegen Mord verurteilt werden?

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1 Antwort

Als Mordmerkmal käme vielleicht Heimtücke in Betracht. Nach der Definition ist Heimtücke das bewusste Ausnutzen der Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers. 

Arglos ist, wer sich keines Angriffs versieht. Wehrlos ist, wer in seiner natürlichen Abwehrfähigkeit stark eingeschränkt ist.

Im Schlaf liegt die Abwehrfähigkeit eines Menschen ungefähr bei Null, gerechnet hat sie vermutlich ebenfalls nicht mit einem solchen Angriff. 

Hier könnte also durchaus ein Mordmerkmal vorliegen. Lass dir im Hinblick auf die anderen Antworten nicht einreden, Totschlag geschehe im Gegensatz zu Mord ausschließlich im Affekt oder aus Versehen.

Das einfache Erwürgen selbst wäre vermutlich kein Mord, außer es kommt eben ein der Mordmerkmale hinzu. Grausam ist erwürgen nur, wenn dem Opfer aus gefühlloser, unbarmherziger Gesinnung durch Dauer, Stärke oder Wiederholung der Schmerzverursachung besondere Schmerzen oder Qualen zuzufügen, die über das für die Tötung erforderliche Maß hinausgehen.

Niedere Beweggründe sind schwer abzugrenzen, da sie sittlich auf tiefster Ebene stehen und besonders verachtenswert sind, das lässt viel Interpretationsspielraum. Man darf dieses Merkmal nicht zu niedrig ansetzen, ansonsten geschähe wohl jede Tötung aus niederen Beweggründen, dann gäbe es auch keinen Totschlag mehr.

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