Könnte eine moderne russische Atomrakete 100 Millionen Menschen töten?

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8 Antworten

Die Opferstatistiken sind ein äußerst zweischneidiges Schwert, nicht zuletzt da auch verschiedene Seiten damit verschiedene politische Ziele verfolgen. Wenn man die (unzweifelhaft vorhandenen) Opfer durch Spätfolgen wie Krebs nach Jahrzehnten da mit einbezieht, wird es oft richtig esoterisch. Dazu gibt es beispielweise ein paar gute Artikel vom Wellerstein (natürlich) wie etwa

http://blog.nuclearsecrecy.com/2014/09/22/tokyo-hiroshima/ und

http://blog.nuclearsecrecy.com/2013/06/21/castle-bravo-revisited/

Ich beschränke mich daher auf einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen nach dem Kriegstag, will sagen unmittelbare Wirkungen einschließlich Fallout.

http://nuclearsecrecy.com/nukemap/

Und auch wenn ich die Frage für völlig sinnlos halte und nicht verstehe, in welcher Hinsicht diese Info einen irgendwie weiterbringen soll, halte ich 100 Millionen Todesopfer durch eine einzige Rakete auch mit zehn MIRVs für ausgeschlossen.

Dazu bräuchte man nicht nur ausschließlich Bodenexplosionen in großen Ballungsräumen - was man machen kann, was aber nicht zielführend für irgend ein rationales Kriegsziel wäre - sondern diese müssten auch dergestalt platziert werden, dass man mit dem entstehenden Fallout nochmal in jedem Fall ein paar Millionen Leute erwischt, will sagen der müsste möglichst hoch konzentriert über bis dahin unzerstörten sehr großen Ballungsräumen niedergehen. Weil es müssen ja von vornherein mindestens so viele Leute dort wohnen, wie man umbringen muss, um diese Zahl zu erreichen.

In ganz Deutschland leben "nur" 82 Millionen und die kann Russland mit 10 Sprengköpfen aus dem aktuellen Arsenal garantiert bei weitem nicht alle erwischen.

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Beim Abwurf der beiden Atombomben über Hiroshima und Nagasaki sind insgesamt 100.000 Menschen sofort getötet worden https://de.wikipedia.org/wiki/Atombombenabw%C3%BCrfe_auf_Hiroshima_und_Nagasaki

Die Sprengkraft der beiden Bomben war mit 12.500 Tonnen TNT-Equivalent bzw. 22.000 Tonnen TNT-Equivalent recht moderat. Moderne Wasserstoffbomben haben eine Sprengkraft von mehreren Megatonnen. rein theoretisch ist die Sprengkraft von Wasserstoffbomben nach oben hin unbegrenzt, aber im Arsenal der Atommächte befinden sich allenfalls Bomben mit einer Sprengkraft von bis zu 10 Megatonnen. Der Einsatz solch einer starken Bombe würde selbst in einer Großstadt allenfalls einige wenige Millionen Opfer fordern, aber keinesfalls 100 Millionen.   

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Kommentar von User48572
23.02.2017, 14:09

Ja ich meine 10 Fachen Atomsprendkopf, der hat jeweils lenkbare Köpfe, jedes wird vom All eindringen und auf eine Stadt herabdonnern und explodieren. Da sind doch sicher mehr als nur wenige Millionen drinn!

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Kommt drauf an wo sie landet... Schmeiß eine auf Peking und du hast (ohne Touristen) bereits 20. Mio in der Tasche... mit Touris wahrscheinlich schon 25 Mio...

Auf Deutschland bezogen... wir sind ein kleines Land. Schmeiß eine auf Berlin eine auf Frankfurt und eine auf München und du hast soviel Schaden angerichtet, dass der Rest von den Folgen erledigt wird, falls das nicht bereits ausreicht...

Wobei ich gerade merke, dass ich mich eher an Atombomben statt raketen orientiere^^

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Kommentar von User48572
23.02.2017, 14:05

Ja Atombomben hat man benutzt, wo es keine brauchbaren bzw. guten Transport für die gab. Heute schickt man sicher nicht die FLugbesatzung in den Tod, um das Ding abzuschmeißen, außerdem wird der Flieger sowieso dann abgeschossen. Die Rakete kann man so leicht nicht abschießen, kommt ja aus dem all mit über 30.000 km/h. 

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Kommentar von Skinman
25.02.2017, 16:21

Natürlich ist das weitgehend Unsinn. Nur weil da so viele Leute leben, heißt das nicht, dass man die auch alle "erwischt". Nukemap gibt mir für einen 9 MT Sprengkopf in Peking 3,8 Mio Todesopfer und 4,5 Mio Verletzte. Mit einem MIRV-Angriff mit 10x1MT kann man diese Zahl auf etwa 4,8 Mio Tote rauftreiben und wenn man ausschließlich Bodendetonationen wählt und der Fallout richtig geweht wird, werden es dadurch vielleicht noch mal so viele. Wenn es hoch kommt.

Oder meinst du mit "Folgen" die Hungersnöte und Seuchen der folgenden Jahre und Jahrzehnte?

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Ein Student bist du definitiv nicht, StudentHN !

Zu deiner Frage:

Rein rechnerisch, sagen wir 10 Gefechtsköpfe je 1 Mt TNT, macht bei 100 Mio Menschen 100 kg TNT pro Kopf, also ja!

Problem: du mußt die 100 Mio Menschen richtig aufstellen, damit jeder die ihm zustehende Menge Energie abbekommt. Wenn man 1 m² pro Person rechnet kannst du 100 Mio Menschen auf einer Fläche von 100 km² aufstellen und nach der Explosion sind alle tot !

Findest du das zu sarkastisch?

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Kommentar von User48572
23.02.2017, 16:50

Nein, das weiß ich auch so, mich interessiert jedoch eure Meinung. 

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Problemlos und das sogar mehrfach in ein paar Stunden. Du musst dir um die Russen keine Gedanken machen, die haben nie damit gespielt aber haben dank Atom-U-Boot immer "mehrere" Atombomben "mobil" verfügbar. Also selbst wenn einer angreifen sollte und ganz Russland platt gemacht wird, die Antwort wird kommen...

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Meines Wissens gibt es eine Bombe die das schaffen könnte, dessen erbauer hat aber geschworen nie woeder eine solche zu bauen, da sie so enorm ist, dass doe Druckwelle die Erde 3 mal umrundet

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Ja könnte sie. Auf einem Ballungszentrum in China könnte sie sowohl mit ihrer Effektivität, als auch mit ihren Nebenwirkungen der Strahlenkrankheit 100 Millionen umbringen. Zudem würde diese einen Atomkrieg auslösen. Dann sind nciht nur 100 Millionen tot, sondern insgesamt 7,5 Milliarden Menschen.

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Kommentar von VortexDani
24.02.2017, 03:41

Nein, eher nicht: 

Der größte Energieanteil der bisher stärksten Wasserstoffbombe, der AN602 "Wanja" (nicht RDS-220, wie oft behauptet; "Zar/Tsar" Spitzname erst seit den 90ern durch Westen)
mit 50-60 Mt TNT-Äquivalent, welche im Jahre 1961 auf Nowaja Semlja gezündet wurde, war der thermische, wie bei allen atmosphärischen Zündungen ab einer bestimmten Sprengkraft; 

Ihr Feuerball hatte einen Durchmesser von 8 km, der Bodenkontakt wurde durch die Refraktion der Stoßwelle verhindert und somit blieb der Fallout relativ gering (3%); Falls eine konzentrierte Verstrahlung auf kleinerer Fläche das Ziel ist, würde eine Zündung am oder in relativer Nähe über Boden gewählt, da damit das Bodenmaterial selbst ionisierend wird, damit der Fallout vielfach verstärkt, mit Einbußen in Druckwelle und thermischem Anteil

Je größer die Zündhöhe, desto dünner die Luft, über und unter der optimalen Höhe desto schwächer wird die Druckwirkung, dafür kann sie trotzdem in der Atmosphäre durch fokussierung mit Refraktion auch über 1000 km zurücklegen und schwächere Fensterscheiben in anderen Ländern zerstören.

https://en.wikipedia.org/wiki/Effects_of_nuclear_explosions

Im Perlflussdelta, der größten Agglomeration weltweit lebten 2012 rund 55 Mio. Einwohner (zwei Drittel der Bevölkerung Deutschlands) auf einer Fläche von rund 17 000 Quadratkilometern - einer quadratischen Fläche von 130 km Kantenlänge. 2020 werden über 60 Mio. erwartet und die Städte in der Zukunft verwachsen. 

http://www.wiwo.de/politik/ausland/reise-ins-perlflussdelta-hier-entsteht-die-groesste-metropole-der-welt/9964370.html

Die AN602 hätte hier einen großen Teil auslöschen können, jedoch primär in der Nähe des Ground Zero (bis etwa 40 km) - dort würden wohl hauptsächlich mit genug Abstand zu Feuerball und im Boden stattfindenden Stoßwellen, starke Erdbebengeschützte unterirdische und überirdische Gebäude und Wolkenkratzer mit Megacolumns bestehen, der Rest würde wohl je anch Nähe aufgelöst (Feuerball), zertrümmert (Beben), weggefegt (leichtere u großflächige Bauten durch Schockwelle) oder anderweitig zum Einsturz gebracht.

Menschen im Offenen außerhalb Schutz, oder hölzernen bzw. fragilen Bauten sowie an Öffnungen der stabilen Gebäude, bzw. durch bewegte Teile, welche Wände oder Fenster durchschlagen, würden der Druckwelle bis über 60 km potentiell erlegen, selbst bei äußerlicher Unversehrtheit könnten Lungen- oder Gewebeschäden tödlich sein.

Verbrennungen 3. Grades bis über 100 km Radius vom Ground Zero, selbst relativ wenig undurchlässiger Schutz könnte wirken, solange nicht brennbar.

Die Meisten könnten an den entstehenden Bränden ersticken oder bewusstlos verbrennen; wie auch bei Hiroshima u. Nagasaki vermutet wird: 

Letzendlich könnte der Fallout je nach Windrichtung hunderte tausende tödlich verstrahlen zwischen sofortigem Tod bis Jahrelanger Dauer (siehe LD50) - wie schnell man das Gebiet verlässt wäre wohl ausschlaggebend ob man die sekundären Effekte übersteht

https://de.wikipedia.org/wiki/AN602

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Kommentar von VortexDani
24.02.2017, 03:44

Somit würde man wohl etwa die Hälfte der 55 Millionen Einwohner töten, mit Spätfolgen eventuell 35, dafür konnte die AN602 mit ihrer enormen Dimension und Masse allerdings von keiner ICBM transportiert werden, sondern nur per Flugzeug und Bremsfallschirm um genug Zeit zu lassen. 

Das schnellste Flugzeug, welches noch im Einsatz ist und diese Last tragen könnte wäre die Tupolew Tu-160 mit angepasstem umgebauten Bombenschacht (statt zwei ein Kompartement) - jedoch sind Überschallbomber seit 60ern durch Abwehrraketen obsolet.

Einzelne Sprengköpfe im kleinen als auch höheren Megatonnen Bereich schränken durch ihr hohes Gewicht die Reichweite auf die Hälfte oder weniger im Vergleich zu Bestückung mit MIRV ein.

Der stärkste einzelne Sprengkopf, der je gebaut wurde, war in der sowjetischen R-36M (SS-18 Mod.3) mit 18-25 Mt ausgerüstet; dieser ist jedoch schon länger nicht mehr vorhanden, heute sind die stärksten einsatzbereiten chinesische Dong Feng mit "niedrigen" einstelligen Megatonnen Äquivalent Bereichen (DF-5 mit 4-5 Mt-Äquivalent und größter Reichweite weltweit), da die Genauigkeit stark verbessert wurde. 

Bisher kann keine ICBM abgesehen von Raumfahrtraketen alle Punkte auf der Erde erreichen.

Somit wären 25 ICBMs mit MIRVs von je 10 Sprengköpfen à 100kt effektiver als eine einzelne 25 Mt ICBM, ganz zu schweigen von der Schwierigkeit diese abzufangen.

100 Mio. Personen nur, falls nochmals 40 Millionen Pendler zukommen und alle zusammen in ein kompakteres Gebiet reisen und nahe genug oder ungeschützt stehen bzw. länger verweilen oder kontaminierte Substanzen aufnehmen.

Agglomeration Tokyo-Yokohama erreicht nicht mal 50 Mio. EW.

Im Gangesdelta leben zwar 143 Mio., allerdings erstreckt sich das auf 140.000 km², die achtfache Fläche des Perlflussdeltas und meist länglich gestreckt. 

Daher sind 100 Mio. mit einer einzelnen Kernwaffe unrealistisch, angesichts der Erfahrungen mit Überlebensraten bei weit stärker konzentrierten Unfällen angesichts Dosis, siehe Tschernobyl, Kyschtim etc.

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das war vor 70 Jahren und es waren 80.000 Menschen

also besonders aufmerksam hast du nicht zugeschaut bei deiner Doku

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Kommentar von User48572
23.02.2017, 14:04

Das ist echt wenig gewesen, die Bombe war nicht so stark, das ist grad mal eine Stadt, die ausgelöscht wird. 

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