Könnte ein klarer Tagesablauf Ordnung am Arbeitsplatz schaffen und das Chaos beseitgen, dass vielerorts noch Alltag zu sein scheint?

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3 Antworten

Dein Gedanke ist gut und richtig, ich fürchte nur, dass er sich in der Praxis nicht durchführen lässt.

In einem Krankenhaus, Seniorenheim oder sonstigem Betrieb, wo mit menschlicher Unberechenbarkeit und stark wechselnden Befindlichkeiten und Situationen gelebt werden muss, lassen sich Zuständigkeiten und Tagesabläufe nur sehr grob festlegen. Es kann passieren, dass eine hilfsbedürftige Person plötzlich fünf Helfer gleichzeitig braucht - dann müssen andere warten.

Das mit den überzogenen Erwartungen an neue Mitarbeiter/noch nicht eingearbeitete Mitarbeiter ist leider überall gleich, auch in "nicht menschenbezogenen" Betrieben. In dem Fall bitte einfach freundlich erklären, dass du das Erwartete leider noch nicht kannst. Es mag sein, dass er dann schimpft/flucht, aber das ist der Hektik der Situation geschuldet und meint nicht dich persönlich.

Ist die hektische Situation dann bewältigt, wird der Typ, der überzogene Erwartungen an dich hatte, es in der Regel selbst einsehen und dir dann wahlweise das, was du noch nicht kannst, zeigen oder jemanden damit beauftragen.

DBKai 06.07.2017, 16:58

5 Helfer für eine Person werden wohl nur sehr selten und nur bei akuten Notfällen notwendig werden...

Ich glaube sehr wohl, dass das in der Praxis gut umzusetzen wäre - ich hätte da schon sehr viele Ideen dazu...

Notfällen sollten ja schon eher die Ausnahme als die Regel sein/bleiben... demnach sollte der Tagesablauf in der Regel so abzuarbeiten sein, wie festgelegt... Man könnte auch am Nachmittag, wo es ruhig ist Zeit für Feedback/Gespräche einbauen und dann kann man überlegen, welche Dinge sinnvoll/gut/umsetzbar sind und welche nicht.. und warum... alles sollte erklärt werden können.

Zu dem mit der mangelnden Einschulung - da hast du wohl Recht. So ist es... dieses "ins kalte Wasser werfen" könnte man auch endlich mal abstellen und den Leuten wirklich mal eine gute Einarbeitung/Einschulung von einer Woche geben und einen Monat, bis wirklich alles super gut sitzt...

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Hallo,

nun der ist doch da.Gerade in Seniorenheimen wird man doch wie ein Kleinkind gegängelt.Aufstehen,Frühstück, Anwendung, MIttagessen, Mittagsruhe,Spaziergang, Abendessen, 22 Uhr Licht aus Nachtruhe.

Auch in Krankenhäusern ist normal ein Tagesablauf da,daß dieser nicht immer einhaltbar ist, liegt einfach an Notfällen, die immer wieder vorkommen.

Oder weisst du wo Mutter Natur den Schalter dafür versteckt hat, wo man Notfälle wie Herzinfarkte usw. abstellen kann ?

DBKai 06.07.2017, 16:51

Nein - ich habe nichts gegen Notfälle... da sehe ich die Dringlichkeit ein.

Doch ich habe es schon öfter erlebt, dass der Tagesablauf noch nicht so klar ist, wie ich es mir vorstelle.

Ich hätte es gerne noch viel exakter.. genau so läuft es ab.. genau so viel steht anderen Leuten zu und nicht mehr als das... Monatlich könnte man über ev. langfristig sinnvolle Veränderungen sprechen und die Information nach außen tragen.

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Das Chaos, wie du es nennst, ist die Folge von Unterbesetzung.
Das ist allgemein bekannt.
Es fehlen Fachkräfte. Der Stellenschlüssel ist falsch eingeschätzt.
Aus finanziellen Gründen.
Und die Forderungen die du nicht einschätzen kannst, sind als normal einzustufen. Sie gehören zu den Kranken und zu den "Alten" dazu.
Das sind keine besonderen Forderungen.
Das sind Menschen.
Und die sind auf die Hilfe und Betreuung angewiesen.

Aber inzwischen werden sie als "Störung" bezeichnet.
Wenn jemand Aufmerksamt haben möchte, die Zeit kostet, dann ist das nicht mehr eingeplant.
Das ist das traurige an dem ganzen System.

Es soll einfach funktionierende Flißebandarbeit sein.
Ist es aber real nicht.

DBKai 06.07.2017, 16:53

Man könnte sehr wohl einen genauen Plan erstellen, wo all das Platz findet.

Nur wenn man z. B. um 7 Uhr anfängt das Frühstück zu verteilen und dann mit der Morgenpflege beschäftigt ist, dann ist DA nun einmal keine Zeit für längere Gespräche über Schnickschnack - nur bei Notfällen könnte man da unterbrechen.

Am Nachmittag zwischen 14 und 16 Uhr hingegen ist in der Regel meist Zeit vorhanden - da kann man gut Feedback geben und über alles reden... immer wieder mal... 

Gemeinsam überlegen was man machen könnte und was nicht und warum...

Ich hätte ja so viele Ideen und ich traue es mir auch zu dass ich das alles einführen und umsetzen könnte... nur leider werde ich meist von anderen Leuten daran gehindert "gut" zu sein.

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loema 06.07.2017, 17:07
@DBKai

Dieses: Da ist da nun einmal keine Zeit für Gespräche....

Aha. Ist das so?
Sind Menschen so?
Ist es menschlich am Fließband gewaschen zu werden?
Hat man zwischen 7 und 14 Uhr keine Sorgen und Nöte?

Ich denke mal, dass du gerade die Ausbildung als Pfleger begonnen hast.
Du steckst ganz unten in einer Maschinerie.
Du kannst nichts verändern. Du lernst gerade zu funktionieren.

Wie deine Patienten/Bewohner, die auch nicht zwischen 7 und 14 Uhr das Gespräch suchen dürfen.

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DBKai 06.07.2017, 17:57
@loema

Ja - das so sind meine Erfahrungen.

Wie sollte deiner Ansicht nach der Tagesablauf im Heim denn aussehen, damit jemand wie du zufrieden wäre?

Für mich würde es so perfekt passen, wie ich es mir ausgedacht habe. Jedenfalls wäre mir diese fixe Ordnung 1000 x lieber als das weiterhin vorhandene Chaos an vielen Orten.

Zwischen 7 und 14 Uhr haben Bewohner von einem Heim in der Regel wenige Sorgen... da werden diese gewöhnlich gewaschen - bekommen Frühstück und später Mittagessen. Und bei Notfällen - wie ich schon geschrieben habe - ist es eh ok, wenn man sich meldet. Und wenn gerade gut Zeit ist, kann man es auch ansprechen - doch wenn es nicht dringend ist, kann man sich das auch auf später aufsparen...  käme mir so sinnvoll/klug vor.

Ich habe schon sehr viel verändert - deine Aussage ist falsch. Und ich bin eine überdurchschnittlich gute Arbeitskraft - das kann ich überall wo ich momentan hinkomme immer wieder sehr deutlich erkennen. Doch systembedingt werde ich nun einmal ausgenutzt.

Sie dürfen schon das Gespräch zwischen 7 - 14 Uhr suchen - nur in vielen Fällen ist es da eher ungünstig weil man da ja viel zu tun hat als Pflegekraft. Deshalb sollen sie sich - wenn möglich kurz fassen... und sich, sofern es nicht dringend ist, die Sachen, die sie wollen auf einen Zettel notieren und zu passender Zeit in Ruhe mit mir besprechen... Am nächsten Tag könnte man auf ein paar dieser Dinge theoretisch ja schon eingehen... sofern diese keine unmöglichen Wünsche haben

Was ist so schwer daran?

Pflegekraft zu sein und täglich arbeiten zu gehen ist auch nicht so einfach - da gäbe es auch viele Dinge die anders/besser ablaufen könnten... ich würde auch gerne täglich/wöchentlich/monatlich Gespräche mit meinen Vorgesetzten und Kollegen darüber führen was gut läuft und was weniger gut läuft und darüber was man machen kann und was eher nicht... aber diese Gelegenheit habe ich auch nicht immer... weil es oft an der Zeit dafür fehlt.. bzw. man sich die Zeit dafür am Nachmittag nicht mal nimmt...bzw. einen Termin vereinbart ... von mir aus auch gerne nach der Arbeit mal..

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loema 06.07.2017, 18:12
@DBKai

Mehr Personal, mehr Personal, mehr Personal ist meine Antwort.

Es gibt Einrichtungen, da wird ab 4 Uhr gewaschen, damit es hinhaut.

Azubis müssen gut auf sich aufpassen.

Sie knallen mit ihrem Idealismus voll in ein schreckliches System, wo es um Optimierung geht.

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DBKai 06.07.2017, 18:25
@loema

Mehr Personal... Wie viel Personal braucht man und wie kann das finanziert werden? Das müsste man ja alles so genau wie nur möglich analysieren... und genau planen...

In vielen Einrichtungen läuft es eh schon eher gut ab - jedoch fällt mir auch überall, wo ich hinkomme noch einiges ein, was man anders/besser machen könnte und woran ich arbeiten wollen würde, wenn ich länger dort wäre... darüber sprechen kann man ja hoffentlich mal... und analysieren und planen...

Der Kapitalismus ist wirklich ein schlechtes System und auch nicht so toll wenn es um eine Zukunft gehen soll... eine Gemeinwohl-Ökonomie bei der sich alles lohnen sollte, was dem Gemeinwohl dient und alles Nachteile bringt, was dem Gemeinwohl abträglich ist, käme mir viel sinnvoller und zukunftsfähiger vor... Da müsste man natürlich auch noch viel darüber sprechen... viel analysieren und planen... doch das könnte man ja wirklich auch machen... sich täglich/wöchentlich/monatlich immer mal wieder zusammen setzen und diverse Dinge bis ins Detail analysieren... sich informieren... usw.

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loema 07.07.2017, 11:49
@DBKai

Das ist ein politisches Thema.
Wieviel Resourcen wollen wir als Gesellschaft alten Menschen zukommen lassen?
Der derzeitige Personalschlüssel ist festgelegt.
Und es nicht mehr da.

Wenn man mit zuwenig Personal eine optimale Versorgung erreichen möchte..... wie soll das gehen?
Wenn du dir Verbesserungsmöglichkeiten überlegst, dann passt du dich dem Umstand an.
Willst das beste aus zuwenig Personal rausholen.

Und willst das beste rausholen und dazu noch in der Freizeit über andere Wege "das beste aus zuwenig rausholen" diskutieren.

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DBKai 07.07.2017, 17:18
@loema

Wie viel Ressourcen? Ja - so viel wie man eben braucht... die existenziell wichtigen Dinge haben Priorität - die anderen Dinge sind nett, wenn Zeit vorhanden ist aber weniger wichtig.

Es sollte so sein, dass das Personal seine Arbeit in Ruhe und ordentlich erledigen kann - immerhin sollen diese das ja über mehrere Jahre machen können. Damit das möglich ist kann man einen genauen Ablaufplan erstellen. Wer macht was, wann, wie, wozu und bis wann? Sofern kein unerwarteter Notfall auftritt sollte das umsetzbar sein. 

Der Ablaufplan fehlt an einigen Orten noch etwas... aber ich glaube ja doch, dass der langsam entsteht... Ich möchte gerne nicht täglich mit anderen herum streiten müssen - sondern rein gehen - meinen klar definierten Aufgabenbereich abarbeiten - bei Problemen wird darüber gesprochen - und dann gehe ich wieder Heim.

Wenn ich mir Verbesserungsmöglichkeiten überlege passe ich mich dem Umstand an? Wie soll ich diesen Satz verstehen? Es ist doch gut wenn man überlegt welche Dinge bereits gut sind und wo man ev. noch etwas verändern/verbessern könnte... damit es sowohl für das Personal als auch für die Angestellten passend ist... sofern regelmäßige Teamsitzungen stattfinden kann man ja über alles mal in Ruhe sprechen... oder sich auch privat mal zusammen setzen und darüber plaudern und langsam verändert sich immer mehr... 

Ich biete meine Freizeit momentan an, da ich da oft Zeit übrig habe - eh sonst nix zu tun habe und mich ein gutes Arbeitsumfeld interessiert... Das bedeutet nicht, dass es immer so sein wird, dass ich meine Freizeit dafür zur Verfügung stelle aber momentan würde mich das wirklich kein bisschen stören - wirklich kein Problem... ich gehe gern mal einen Kaffee/Tee trinken oder eine Runde spazieren und dabei kann man dann über Diverses reden und optimieren... Zeit ist da... 

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