Könnte die NASA nicht theoretisch den Mond für Atommüll einrichten?

13 Antworten

Hallo,

die Kosten dafür sind nicht gerade unerheblich. Mach Dich mal schlau, wie viel es kostet, 1 Kilogramm ins All zu schießen.

Die größte Rakete momentan ist die Saturn V. Ihre Nutzlast beträgt 133 Tonnen. Weltweit gibt es ca. 300.000 Tonnen Atommüll. Um den ganzen Atommüll ins All zu schießen, müsste so eine Rakete also ziemlich oft starten und da haben wir wieder das Kostenproblem.

Ok, kommen wir nun zum nächsten Punkt - die Gefährlichkeit:

Stell Dir mal vor, dass es zu einem Zwischenfall kommt in dem Zeitraum zwischen Start und verlassen der Atmosphäre. Der nukleare Fallout wäre enorm und würde eine recht große Fläche betreffen.

Zudem wird der Mond in naher Zukunft wieder enorm wichtig für den Menschen werden. Zum einen wegen des Abbaus von Helium3 und zum anderen als Zwischenstation, wenn es um interstellare Reisen geht bzw. als Zwischenstop bei einem Marsflug. Zusätzliche Gefahren sollte man sich dort oben nicht zwingend noch selbst schaffen.

Schönes Wochenende...

Könnte schon, aber, man glaubt es kaum, das könnte nicht nur die NASA, sondern durchaus auch andere Raumfahrtorganisationen und -nationen. 

Praktisch stehen dem aber ein paar Dinge im Wege: Transport des radioaktiven Mülls, Sicherung gegen Unglücke, Internationale Verträge über spaltbares Material im Weltraum, wie Zugang für jedermann verhindern usw. 

Es gab schon vor Jahrzehnten (Anfang der Achtziger Jahre) die Idee eines Depots in einem Erdorbit. Dort könnte man bei Bedarf jederzeit auf die Reste zugreifen und sie vielleicht noch zur Energieerzeugung nutzen. 

Dann wurde dieser Vorschlag weitergedacht: Mit einem kleinen Raumschlepper den Abfall auf eine Sonnenbahn bringen und in die Sonne stürzen lassen. Dort wäre er wirklich unschädlich! Also warum erst auf dem Mond lagern? 

Es wurden Kosten-Nutzen-Analysen gemacht, inkl. eines Rettungssystems im Falle einer Explosion der Transportrakete hier am Boden oder während des Aufstiegs. 

Einschmelzen der Abfälle in Glas, von jedem Punkt der Flugbahn können die Abfälle IMMER intakt zur Erdoberfläche zurückgebracht werden, auch bei Versagen des Fallschirms (des Erdlanders) bleibt der Stahlbehälter intakt; im Wasser schwimmend. Abfälle können in jedem Fall geborgen werden. 

Ausgangsüberlegung war eine Jahrestransportmenge von 140.000 t, das meiste Material davon aus Kernwaffen, also gerade heutzutage für Terroristen interessant. Es wären rund 2.900 Flüge pro Jahr erforderlich gewesen - damals unmöglich. 

Ich glaube, diese Studie ist nicht weiter verfolgt worden (Angaben nach NASA-MSFC, modifiziert durch Fa. Dornier. Siehe: Ruppe, H.O., Die grenzenlose Dimension Raumfahrt, Bd. 2, Werkzeuge und Welt, S. 177 ff.) 

Problem wäre dabei die immensen Transportkosten und die Gefahr eines Unfalles beim Start. Zumindes teilweise könnte man diese Probleme aber lösen wenn man einen "Space Elevator" bauen würde. Das ist mit heutiger Technologie aber noch nicht möglich und wird erst möglich sein, wenn die entsprechenden Materialiern verfügbar sind. Aber selbst dann braucht man noch Energie um den Abfall zum Mond zu schiessen. Es wird also erst möglich sein, wenn wir eine effiziente, kostengünstige Energiequelle entwickelt haben. Im Moment ist das SF.

Was möchtest Du wissen?