Könnte Deutschland ohne Rüstungsindustrie leben?

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14 Antworten

Kein Land dieser Welt ist wirklich auf Kriegs- Waffenproduktion angewiesen. Alle Gegenargumente die es gibt und geben könnte, sind asoziale Rechtfertigungen. Was bereits an Waffen gehortet ist, reicht aus, um die Erde mehrmals so zu zerstören, so dass Jahrhunderte lang kein Lebewesen mehr auf ihr existieren könnte. Natürlich werden gegenwärtig auch in Deutschland Kriegswaffen produziert. Der eigene Bedarf ist dabei vermutlich relativ gering. Das Waffengeschäft ist sehr lukrativ und das lässt sich die Industrie nicht entgehen. Ich persönlich halte jeglichen Kriegswaffen-Export als großes Verbrechen. Auch brauchte Deutschland kein eigenes Militär. Wenn man sich die geografische Lage unseres Landes anschaut, muss es eigentlich jedem einleuchten. Es ist kaum zu erwarten, dass vielleicht die Mongolen, Türken oder Neuseeländer auf die Idee kommen, uns zu überfallen. Bei der Wiedervereinigung Deutschlands bestand eine riesengroße Chance, durch Austritt aus der Nato und totale Entmilitarisierung ein deutliches Zeichen für die gesamte übrige Welt zu setzen. Doch das widersprach den Zielen der Waffen-Lobbyisten und den Kriegsgewinnlern einschließlich den Militärs. Das Argument "Arbeitsplätze" durch Rüstung zu schaffen kann nur von kompletten Vollidioten kommen, von solchen Leuten, die unfähig sind,weiter als bis an ihren Tellerrand zu denken. Mir war es noch "vergönnt", die Bombennächte in Berlin bewusst mit zu erleben. Was eine einzige Bombe zerstören kann, ist das Vieltausendfache ihres kompletten " Produktwertes". Ganz abgesehen von unzähligen Menschenleben. Der schnelle Abschied vom Waffenexport würde selbstverständlich erst einmal mehr Arbeitslose bedeuten. Dennoch gäbe es mit Sicherheit wichtigere Dinge, als Waffen zu produzieren. Der sog. "Arbeitnehmer" ( der Begriff selbst ist eine Lebenslüge!) verdient ohnehin nicht mehr, ob er Kanonen und Panzer baut oder anstatt dessen Brötchen oder Autos herstellt. Ein ähnliches Problem haben wir doch in den USA, wo jeder Schwachkopf sich "zum eigenem Schutz" bewaffnen darf. Der Missbrauch ist dennoch vielfach höher, als man wahr haben will. Bisherige Bemühungen, diesen aus der Siedlerzeit stammenden Irrsinn zu stoppen, scheiterten an den Waffenlobbyisten. Ein Minderzahl von moralischen "Missgeburten" beherrschen unsere Welt - und das schon ziemlich lange. Dennoch geht der Krug nur so lange zu Wasser, bis er eines Tages bricht. Amen.

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Kommentar von casamaria
05.07.2011, 18:52

tolle Antwort, dickes DH!

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Kommentar von ES1956
05.07.2011, 23:14

Wen genau nennst du eine "moralische Missgeburt" ??

Amen ? In nomine patri .

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Wer sich nicht selbst verteidigen will muss jemanden anderen damit beauftragen und hoffen, dass sich der andere nicht gegen den Auftraggeber wendet.

Ohne die massive Drohung von Atomwaffen wäre es der Sowjetunion leicht gefallen mal eben an einem Wochenende bis an die französische Grenze zu marschieren und Westdeutschland einzugemeinden.

Hätten Sie es tatsächlich gemacht - keine Ahnung. Ich kenne keinen in dem Paralleluniversum.

Aber wem das zu Nah ist vielleicht ein Beispiel aus ferner Vergangenheit: Die Schlacht im Teutoburger Wald. 9 n. Chr. - Herrmann hatte auf Seiten der Römer gekämpft und römische Kampftaktiken erlernt und setzt sie dann gegen die Römer ein. Zu diesem Zeitpunkt war es schon so, dass ein grosser Teil des römischen Heeres nicht aus Römern sondern aus wie wir heute sagen würden Söldnern aus anderen Ländern. Und das geht hat nur eine gewisse Zeit gut.

Wir Menschen haben Konflikte. Das gehört zu unserer Natur. Erbgut weitergeben und so. Den besten Weg für unsere Nachkommen sichern. Und Konflikte werden glücklicherweise bis zu einem gewissen Punkt ohne Kampf gelöst. Aber am Ende des Tages wird halt gekämpft. Vor Gericht, auf dem Schlachtfeld, in Büchern, mit Meinungen, mit Produkten. Und wenn Du nicht in der Lage bist dort mitzuhalten wirst Du auf Dauer nicht überleben. Jedenfalls war das in der Vergangenheit so und ich sehe keinen Grund warum das in der Zukunft nicht so sein wird.

Brauchen wir eine Rüstungsindustrie? Nein nicht in den nächsten 10, 20 Jahren. Aber viele neue Entwicklungen werden als erstes für die Rüstungsindustrie entwickelt. Weil der Abnehmer Hochtechnologie braucht, weil dort von vielen Nachfragern Geld reingesteckt wird. Und wenn wir dort nicht mit entwickeln, eigene Produkte entwickeln dann verpassen wir dort den Anschluss und dann den Anschluss in nächsten Kernbereich wie z.B. Luftfahrt oder Chemie oder was auch immer. Und Deutschland hat keine Bodenschätze. Sein Schatz ist eine gute Bildung und Hochtechnologie.

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VORSICHT: NICHT alles was als Rüstungsmaterial eingesetzt wird, ist auch vom Hersteller ursprünglich SO geplant worden: "Militärische" Fahrgestelle für Radaranlagen oder Raketenabschussbasen waren für die zivile Nutzung entwickelt worden. Was dann Kanonenuschi und andere für militärische Ideen haben, ist eine ANDERE Sache. Beispiel aus der Vergangenheit: So mancher Jeep (DAS amerikanische Fortbewegungsmittel nach dem 2.ten Weltkrieg) wurde später als Ackerschlepper im verarmten Deutschland(West) eingesetzt.

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Nicht mehr wirklich. Das ist eine Sache aus der Deutschen Geschichte von vor dem zweiten Weltkrieg. Massenarbeitslosigkeit. Und dann kam jemand der sonstwas versprochen hat.. Und irgendwie auf kroteske Art und Weise auch gehalten hat. Durch die Kriegsbestrebungen war die Rüstungsindustrie plötzlich quasi Arbeitgeber Nummer 1 und den Menschen gings dann wieder relativ gut. Heutzutage ist zwar auch noch jeder Arbeitsplatz wichtig, aber wir selbst brauchen diese Industrie kaum mehr, da es keine direkte Bedrohungsituation mehr gibt und auch keine Angriffsbestrebungen und somit sieht es so aus, dass ein Wegfall von Entwicklung + Herstellung für den Export nur noch ein "Ärgernis" für diejenigen wäre, die damit das große Geld verdienen und das hat nichts mit "allgemeinen Wohlstand" zu tun, weils den "kleinen Mann" nicht mehr betrifft.

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Nein, wir sind nicht wirtschaftlich darauf angewesen. Derzeit lebt "man" aber scheinbar mit Rüstungsindustrie rein materiell deutlich besser als ohne. Was bedeutet für Dich denn Wohlstand?

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Die Frage ist gut, aber nicht zu beantworten. Das Dritte Reich war faktisch pleite, als es die Aufrüstung begann. Andererseits schafft heutzutage die Rüstungsindustrie Arbeitsplätze, fördert somit das BSP.

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Nicht nur die "Waffenindustrie" lebt vom Krieg, sondern auch die unzähligen Zulieferer. Wir würden ganz schön dumm dastehen, ohne. Drehereien, Fräsereien, Schraubenhersteller...alle arbeiten, auch, für die Waffenindustrie.Frieden auf der ganzen Welt, würde unsere Wirtschaft ziemlich beuteln.

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Es wird immer verkauft was genug Gewinn abwirft ob man jetzt Mobiltelefone, Waffen oder Autos herstellt....vollkommen egal. Irgendein Land wird immer Waffen produzieren dann kaufen die Leute halt da.

Also wieso sollte Deutschland ohne Waffenproduzenten leben ? Für und gegen Waffenproduktion zu argumentieren ist komplett sinnlos.

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Krieg ist ein Bombengeschäft. Darauf will keiner verzichten. Und kann es auch nicht. Wobei ich nicht ein Problem darin sehe. Es ist nicht die Waffe, die tötet. Es ist nicht verwerflich Waffen zu produzieren und zu verkaufen. Es ist verwerflich diese zu benutzen oder jmd. anzustiften sie zu benutzen. Man kann auch mit einem Küchenmesser Menschen umbringen. Soll man jetzt keine Küchenmesser verkaufen?

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Kommentar von Tritur
05.07.2011, 18:39

Waffen die man hat, werden auch genutzt, denn bevor man das teure Zeug im Depot verrotten lässt, wird es an kriegsführende Länder oder das eigene Volk unterdrückende Despoten verkauft. Gegen Öl oder so.

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Kein Problem: die heutige Panzerschmiede(Leopard&co.)Henschel in Kassel produziert international gefragte Eisenbahnen\\\\\\\\Loks (der Marke Bombardier) und hat "früher mal" sehr hochwertige LKW gebaut. Das wurde dann leider zugunsten der Panzer UND von Daimler Benz aufgegeben.


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Zum Ersten, ein bestimmter Wirtschaftszweig ja, zum Zweiten in Erstens nein. Zum Dritten, da wieder auch auf Teile der Schwerindustrie bezogen, ja.

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Kommentar von Tritur
05.07.2011, 18:41

Auf diesen bestimmten Wirtschaftszweig könnte Deutschland gut verzichten. Es gibt auch nützliche Produktionen und Entwicklungen.

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Kommentar von abibremer
24.01.2016, 18:14

GENAU dieser Wirtschaftszweig, die Schwerindustrie, war der plausible Grund für Schumann, De Gaulle und Adenauer eine Montanunion zu gründen und DAMIT den Grundstein für die EU zu legen. ICH find`s genial!

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Ja, das ist leider so. Nach jeden Krieg ist die Wirtschaft wieder auf Neuproduktion.

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wohlstand und krieg hängen direkt zusammen---die einen auf der welt leben in wohlstand,weil sie die anderen durch krieg in schach halten und ausnutzen! wir haben den BESTEN maschinenbau weltweit,also auch die besten waffen und können nur existieren,wenn wir verkaufen.MORALISCHE betrachtungen sind zwar menschlich,aber bringen kein geld in die kasse.

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Frage 1: Nein

Frage 2: Ja und zwar:

A) Krieg gewonnen = Wohlstand

B) Krieg verloren = Pech gehabt, looser und auch noch an allem Schuld.

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Kommentar von gansh
07.07.2011, 09:46

krieg verloren=wohlstand!

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