Könnte Deutsch als dritte Amtssprache in Belgien bald verschwinden?

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4 Antworten

Du fragst: „Warum hält sich Deutsch in Belgien trotzdem so lange als Amtssprache?“

Verzeih mir, aber die Frage  ist völlig verkehrt und ein Vergleich mit Kanada ganz unpassend, denn

1) ist Deutsch noch nicht einmal 50 Jahre eine der belgischen  Amtssprachen

2) spielen   die Zahl (Deutsche: 73.675  in 2007) und  der Prozentsatz von Sprechern in Belgien überhaupt keine Rolle!  

Die deutschsprachigen Orte in Belgien sind ja erst nach dem 1. Weltkrieg  im Versailler Vertrag Belgien zugeschlagen worden.  Der 20 bis 50 km breite Grenzstreifen mit einer Fläche von insgesamt 1.036 km² einschließlich des hauptsächlich frz.-sprachigen Malmedy  hieß damals noch vielfach „Neubelgien“. Nachdem aber den Flamen endlich ihre sprachliche Eigenständigkeit in Flandern zugestanden worden war, erhielten auch die Deutschsprachigen in den ostbelgischen Bezirken Eupen und St. Vith  dieselben Rechte.  

1921 erkannte also die belgische Regierung die territoriale Einsprachigkeit seiner Bewohner in den drei regionalen Sprachgebieten an: die französische Sprachzone Wallonie, die niederländische Sprachzone Flandern, und die an die Wallonie angrenzende neue deutsche Sprachzone in Ostbelgien. Welcher anderen Gruppe hätte man die Deutschsprachigen denn sonst zuzählen sollen?  

Belgien hätte das kleine Gebiet 1925 ohnehin sehr  gern wieder an Deutschland verkauft, das ist aber durch Druck aus Frankreich verhindert worden.  Während der Nazizeit wurde das Gebiet wieder zu Deutschland geschlagen. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs  kehrte das Gebiet zwar zu Belgien zurück, aber es dauerte eigentlich ziemlich lang, bis die deutschen Bewohner wieder als eigene Sprachgruppe anerkannt wurden. Erst durch das Sprachengesetz von 1963 wurde dann ein offizielles deutsches Sprachgebiet geschaffen.

Die Anerkennung des deutschsprachigen Landesteils als Sprachgebiet und als Gemeinschaft ist also ein "Nebenprodukt", aber eben auch eine logische Folge der gesamtbelgischen Entwicklung vom Einheitsstaat zum Föderalstaat. Ohne Lösungsmodell für den flämisch-wallonischen Konflikt, der ja den politische Zusammenhalt Belgiens immer wieder gefährdete und der schließlich  zur Umgestaltung des Landes führte, wäre die ausgeprägte Autonomie der Deutschsprachigen Gemeinschaft unwahrscheinlich gewesen

1973 wurde der Rat der deutschsprachigen Kulturgemeinschaft eingesetzt, der seine Befugnisse und Finanzmittel in den folgenden Jahren immer weiter ausbauen konnte. Heute verfügen die 73deutschsprachigen Belgier mittels der Befugnisse der „Deutschsprachigen Gemeinschaft“ (DG) über  ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung über damit über eine ausgedehnte Autonomie. Der Prozentsatz spielt nur bei der  Geldzuteilung  eine Rolle.

Lies: http://tinyurl.com/3o2opdb
 

Wenn man sich die Beiträge hier so anschaut könnte man unschwer zu der Erkenntnis gelangen, daß in Deutschland der prozentuale Anteil ähnlich niedrig ist. In Belgien wird es aber dazu einer Verfassungsänderung bedürfen, die so ohne weiteres nicht durchführbar sein wird.

eigentlich warum reden die in der schweiz kein deutsch oder holland!

es wäre viel leichter !

das wär zu schön um wahr zu sein

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