Könnte das Märchen Frau Holle negativ auf Frauen über kommen weil sie dort in die Rolle der Hausfrau gedrängt werden?

10 Antworten

Das Märchen FRAU HOLLE hat, wie so viele andere auch, eine verborgene Weisheit. Man kann einerseits es nur als Geschichte lesen, die spannend und wendungsreich ist. Aber da steckt auch folgender Sinn "zwischen den "Zeilen" drin, das heißt, es kann unter anderem so verstanden werden: Das erste Mädchen hat ein gutes Herz. Es hat Frau Holle gar nicht als Ziel, es kommt dort an nachdem sie unterwegs ihr offenes und hilfsbereites Gemüt in die Hilfe für andere investiert hat. Dem Brot, das sie aus dem Ofen holt, bevor es verbrennt, den Baum schütteln, damit er leichter wird. In Märchen werden sehr gern solche Beispiele genannt. Nachdem sie auch bei Frau Holle "gute Arbeit" geleistet hat, wird sie belohnt, obwohl sie das alles nicht dem Gewinn wegen getan hat. Sie machte das, was in ihrer Umwelt, in der Gegenwart, zu tun und richtig war! Das andere, egoistische, Mädchen wollte nur das Gold ohne Leistung haben, sie interessierte sich nicht für das, was für andere gut ist und war auch faul bei Frau Holle. Ihr Ziel war von vornerein immer nur die Belohnung*.

Das Märchen könnte ganz einfach bedeuten: Wer in seinem Leben ehrlich, achtsam, liebevoll ist und der nicht nur an sich denkt, wird belohnt. Wobei der Lohn nicht nur Gold oder Geld ist, sondern die Anerkennung der Mitmenschen und die Bestätigung, das ist (für alle) richtig so. Wer nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, übersieht das Leben, wie es wirklich ist und bewältigt werden soll. Ein ähnliches und noch deutlicheres Märchen in diese Richtung ist GOLDMARIE UND PECHMARIE.

Dass das erste Mädchen in die Rolle des Hausmütterchens gedrängt wird ist nicht richtig. Das Mädchen macht ja alles freiwillig, aber mit ganzem Herzen. Und wenn das Gegenbild, die Persönlichkeit der Faulen, Egoistischen als Beispiel für moderne Frau gelten und das erstrebenswert sein soll, dann hat das mit Emanzipation ebenso wenig zu tun, wie eine Frau, die Hausfrau sein MUSS. Aber das erste Mädchen gehört eindeutig zu den emanzipierten, denn sie ist nicht gierig auf Gold/Geld und somit davon unabhängig (emanzipiert)!

Das Märchen kann somit auch als Parabel (Gleichnis) interpretiert werden.

*Gold ist für materialistisch eingestellte Menschen immer nur der Geldwert, der äußere Reichtum. Sie sind gar nicht in der Lage, das Gold als innere Qualität zu erkennen und legen deshalb auch keinen Wert darauf!!

Könnte man, aber nur wenn man sich auf Haarspaltereien bezieht. Immerhin ist der "Haushalt" den Frau Holle führt, verantwortlich für das Geschehen auf der Welt. Wenn sie die Kissen ausschüttlet, schneit es immerhin.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Eigene Erfahrungen sowie Recherchen und Forschungen

Sehr kurze Essenz einer Interpretation, aber gut gesagt.

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Wer glaubt schon an Märchen?

Aber das Märchen entstand zu einer Zeit, als die Frau noch die Hausfrau war. Somit also nichts ungewöhnliches und die heutigen Menschen, die wissen das.

Es geht nicht darum eine Frau in die Rolle der Hausfrau zu drängen.

Es geht darum, dass die eine Fleißig ist die andere hingegen faul und unhöflich.

Das kling nach dieser Genderquatsch. Nein.

Ist für dich jeder Text, der beide Geschlechter enthält "Genderquatsch"?

Oder kannst du durch verstehen einer Frage auch mehr herauslesen?

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@Goldlaub

Nein aber es passt zu der derzeitigen Debatte. Man kann sehr viel aus einer Frage erlesen und interpretieren und auch Dinge die anderen nicht ganz zu passen scheinen wie ich gerade lese. Meinungen sind individualistisch, Fragen kann man sich diesbezüglich in verschiedene Kontexte stellen und unter verschiedenen Aspekten beurteilen, dementsprechend kann man auch auf Gender abziehen da es dem Themenbereich doch mittlerweile sehr entspricht und zu der Roller der Frau jetzt wie damals ganz zugehörig scheint. Ich vestehe Fragen schon sehr gut soll ich ihnen etwas eine Liste an defintionen bezüglich dieser Frage ausarbeiten? das wäre der Aufwand doch nicht nötig oder?

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@astro321

OK. Das Märchen entstand in einer Zeit, als es noch keine Genderdiskussion gab.

Ich verstehe deine Antwort bezüglich der Möglichkeit, es in dieser Richtung zu missbrauchen, wie du vermutest.

Ich finde schon, dass auch eine Auseinandersetzung, Begründungen, und Interpretationen zu einer Frage sinnvoll ist. Deine erste Antwort scheint mir sehr desinteressiert zu sein. Durch nachfragen and den Fragesteller könntest du auskundschaften, ob er es so meint. Dein trockenes NEIN.Punkt ist in dieser Hinsicht nämlich auch falsch, denn klar könnten Frauen das Märchen auch so auffassen, dass es ein Beispiel für eine gutes Frau-Sein ist. Und Männer natürlich auch. Aber erkenne: die Mutter der beiden Mädchen ist ziemlich 100% das Gegenteil von Haushalt, Herd und Kinder. Das, was ich oben geschrieben habe, gilt selbstverständlich nicht nur für Mädchen! Das Märchen könnte auch mit zwei Jungs genauso funktionieren. Denn es geht nicht wirklich (nur) um den Haushalt bei Frau Holle und um das äußere Geschlecht, sondern um den Menschen in der Welt an sich, die in diesem Märchen durch unterschiedliche Protagonisten dargestellt werden. Das sehe ich zumindest auch in dem Märchen. Deine Ansicht darüber respektiere ich, teile sie aber nicht.

Selbstverständlich gibt es noch andere Deutungsmöglichkeiten. Die sollten aber relevante Bezüge zum Leben haben, oder das Märchen ist ursprünglich nur zur Unterhaltung geschrieben; wer weiß ...

Das Märchen Frau Holle gibt absolut keinen Anhaltspunkt für eine Genderdiskussion.

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@Goldlaub

Wie kann ein Gedanke bezüglich einer Antwort ein Missbrauch sein? es gibt eine Aktion nehmen wir Gender was Gesellschaftlich Disskutiert wird und dann gibt es eine Reaktion, vielleicht ja so eine Frage wie hier gestellt? so eine Frage kann aus einer gesellschaftlichen Diskussion entstehen

Hier ist eine Definition:

Geschlechtsidentität des Menschen als soziale Kategorie (z. B. im Hinblick auf seine Selbstwahrnehmung, sein Selbstwertgefühl oder sein Rollenverhalten)

Es ist eine Rollenverteilung angesprochen die im Gender vorkommt wieso darf man nicht den Gedanken äußern das die Frage bezüglich dieser Thematik kompatibel ist?

Meine Ansicht zu der Frage ist das sich Mädchen nicht durch solche Märchen beeinflussen lassen.

Die Frage kann einen Anstoß zu Genderdiskussion sein weil sie aus dieser Diskussion her stammen könnte.

Man kann doch sehr vieles ausdücken gar mit einem Märchen das sehr alt ist.

LG

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@astro321

Da hast du recht, Geschlechtsidentifikation kann durch soziale Komponenten, ausgelöst werden, so wie du das dargelegt hast. Und auch, dass die Frage zu einer Genderdiskussion anregen kann, ist unstrittig. Ich meinte zum Missbrauch nicht der/dein Gedanke, sondern, dass dieses Märchen zum Genderthema missbraucht werden kann, wenn darin explizit etwas für ein Für oder Wider herausgefiltert wird. Mag sein, der Fragesteller hatte das vor, oder auch nicht. Im Falle deiner Rechtfertigung - ist da nicht fast jeder Text, in dem die zwei Geschlechter m/w vorkommen, in dieser Richtung verdächtig? Wäre ja hanebüchen: Jeden Western mit Machos danach untersuchen, jeden Manga (weil da nur Glupschaugen vorkommen = Schminken, um sie größer zu machen) jeden Fußballer, der sich "weibisch" benimmt (jammern und lamentieren, echte Kerle, John Waynes und Indianer mach das nicht) als Mann in Frage zu stellen und jeden Vater, der Windeln wechselt, eine Geschlechtsidentifikationsstörung unterzujubeln, mein Gott, aus allem kann eine themabezogene Diskussion entstehen, klar ;-). In meiner ersten Interpretation habe ich diesen Spekulationen keinen Raum gegeben.

Was die Rollenverteilung der heutigen Gender angeht, wie soll die anders aussehen, als nur ein auf zwei oder auf fünf Gender-Geschlechter verteilte Rolle?

Und da heutzutage ja, weil in unseren Breiten Neuland für die breite Öffentlichkeit, ein Verstehen entwickelt wird, ist eine Diskussion wohl in einer demokratischen Gesellschaft zu führen, wobei ich den derzeitigen Trubel auch nicht vollständig nachvollziehen kann.

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