Könnt ihr mir vielleicht erklären wie der stofftransport vom Kanal- und Carriertransport abläuft?

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1 Antwort

Unter Membrantransport wird in der Biologie der Transport von unterschiedlichen Stoffen durch eine Biomembran verstanden. Biomembranen gibt es in jeder Zelle. Sie grenzen die Zelle (bzw. Zellorganellen) von der Umgebung ab.

Beim Membrantransport unterscheidet man grundsätzlich zwischen drei Typen:

- einfache Diffusion

- passiver Transport

- aktiver Transport

Die einfache Diffusion geschieht "einfach so", weil die Membran durchlässig ist, mit dem Konzentrationsgefälle.

Der passive Transport geschieht ebenfalls mit dem Konzentrationsgefälle und ohne Aufwendung von Energie, ist also ein Spezialfall der Diffusion, nur dass hierbei "Helferlein" involviert sind.

Der aktive Transport schließlich geschieht gegen das Konzentrationsgefälle (also von der niedrigen zur hohen Konzentration hin). Hierzu wird Energie in Form von ATP (Adenosintriphosphat) benötigt.

Nun zu deiner Spezialfrage: Der passive Transport wird in zwei Varianten unterteilt:

Der passive Transport durch Kanalproteine und der passive Transport durch Carrier-Proteine.

Den passiven Transport durch Kanalproteine kann man sich so vorstellen, wie wenn zwischen zwei Gewässern eine Landbrücke ist. Um vom einen Meer oder See zum anderen zu fahren, können die Schiffe (Moleküle oder Ionen) einen Kanal benutzen. So ein Kanal ist ziemlich schmal und am Eingang und Ausgang von Schleusen begrenzt. Das Baumaterial dieser Kanäle sind sogenannte Transmembranproteine. Das sind ganz bestimmte Eiweiße. Sie tragen zur Kanalinnenseite hin polare Aminosäuren. So können kleine polare Teilchen oder geladene Teilchen (Ionen) gut durch den Kanal hindurchkommen. Dazu müssen aber jeweils erst einmal die Schleusen geöffnet werden. Damit sich eine Schleuse öffnet, muss es ein Signal geben, z.B. durch ein Hormon. Ist die Schleuse erst einmal offen, dann diffundieren die Moleküle oder Ionen durch den Kanal.

Den passiven Transport durch Carrier kann man sich so vorstellen, wie wenn die Landenge zwischen zwei Meeren keine Kanäle hat. Das Transportgut (Molekül) muss mithilfe einer Lastwagen-Zugmaschine von einem Gewässer zum anderen transportiert zu werden. Dieser "Lastwagen" heißt Carrier-Protein. Carrier-Proteine sind ganz bestimmte Eiweiße, die auf die zu transportierende Molekülsorte spezialisiert sind. Sie haben für diese Molekülsorte eine Bindungsstelle.

Es gibt Carrier mit einer Kupplung (Uniport) und Carrier mit zwei Kupplungen, die erst dann "loslegen", wenn beide Bindungsstellen besetzt sind. Bei letzteren unterscheidet man noch zwischen Symport und Antiport. Beim Symport werden die beiden unterschiedlichen Moleküle in der gleichen Richtung transportiert, beim Antiport geht das eine Molekül von Seite A nach Seite B, während das andere Molekül gleichzeitig von B nach A transportiert wird.


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