Könnt ihr mir Gründe für die massenhafte Flucht aus der DDR nennen ?

7 Antworten

In der Anfangszeit waren es vor allem Nazis und NS-Verbrecher, die sich der Verfolgung entzogen bzw. Eliten, die das NS-System getragen hatten. Im Dorf meines Vaters z.B. waren auf einmal alle einst großmäuligen Nazis verschwunden. In meiner Familie ebenso. Eine spätere Fluchtwelle bestand z.B. aus Großbauern, die man drangsalierte. Neben politischen Motiven gab es nicht zuletzt auch wirtschaftliche. Die DDR/SBZ hatte auf betreiben der Westmächte 98% der gesamtdeutschen Reparationen tragen müssen, was einer De-Industrialisierung gleichkam. Allein die Entnahmen aus laufender Produktion betrugen bis zu 48% des BIP. Hierin lag auch ein wesentliches Motiv für den Aufstand vom 17. Juni 1953, infolgedessen die Reparationen eingestellt wurden.

Mir persönlich sind in den 25 Jahren, die ich die DDR erlebte, übrigens nur 3 (in Worten: drei) Personen begegnet, die in den Westen wollten bzw. gegangen sind. Ein Bekannter der Familie, der in den 70ern ausreiste, eine Kollegin von der ich Anfang der 80er hörte, sie habe einen Ausreiseantrag gestellt und Ende der 1988er eine flüchtige Bekannte, von der ich dasselbe hörte.

Bei wiki stehen 3,8 Millionen waren es die der DDR waerend ihres Bestehens Ade sagten. Mein Link geht wieder nicht, es ist immer Zufall. Andere Laender, andere Verbindungen.

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@zetra

Ja. Das war selbstverständlich nicht nur zeitlich - sondern auch regional recht unterschiedlich. Im Norden war das weniger ein Thema. Die meisten Übersiedler kamen aus dem sächsischen Raum.

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@Hegemon

Von den 5 Millionen Aussiedlern, zogen nach dem Marshallplan die Haelfte weiter in den Westen, denn sie mussten ohnehin neu anfangen.

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die Gründe.

  • Akademiker, die in der BRD mehr verdienten, auf Grund der Ungleichheit dort
  • Nazis
  • Kriminelle
  • Abenteurer
  • Asoziale
  • Illusionisten
  • bürgerliche Leute, die in der DDR verfemt waren
  • Geistliche
  • Adlige
  • Dummbatze
  • Versager
  • psychisch Kranke

Ex-Kapitalisten sowie sontige Bourgeois vergaß ich zu erwähnen, die sind natürlich unbedingt noch mit aufzulisten.

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@voayager

Vor allen Dingen hast du den ganz normalen Proletarierer vergessen, dem es in Westdeutschland einfach wirtschaftlich wesentliche besser ging. Allerdings war auch nicht mach Gruppen von Flüchtlinge sondern nach Gründen für die Flucht gefragt.

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@AalFred2

Gründe der Flucht waren:

  • geringere Wirtschaftskraft der DDR, bedingt durch folgende Gründe.
  • zu hohe Reparationsleistungen der DDR an SU
  • fehlende Ausbeutung der Trikontstaaten
  • stark beschränkte Handelsbeziehungen, hervorgerufen durch Hallstein-Doktrin sowie fehlende Konvertibilität der DDR Mark, die Welt war und ist nun mal größtenteils kapitalistwich organisiert
  • fehlende Bodenschätze in der DDR, lediglich minderwertige Braunkohle
  • stärkerer Grad der Zerbombung im WK II Ostdeutschl. als Westd.
  • geringeres Arbeitstempo in DDR als in BRD
  • unzureichende Solidarität der soz. Staaten untereinander
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@voayager

Oder zsuammenfassend, die grausig schlechte Effizienz der ostdeutschen Wirtschaft.

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@AalFred2

Unter Walter Ulbricht nicht, da gab es Zuwachsraten von 6 - 8 %. Ein erbärmlicher Stümper war hingegen Honecker und sein Clan, also unfähige Gestalten wie Willi Stoph, Günter Mittag, Harry Tisch u.a.m. Es lag nicht nur an deren geringes Können, es lag auch an deren falschen Ausrichtung des Sozialismus. diese Armleuchter verstanden nichts vom Sozialismus, beteten ihn nur sinnentleert runter. Eigentlich hätten sie von Arbeiterkomitees verhaftet und wegen Inkompetenz in den Knast gemußt.

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@voayager

Komisch, dass die Leute schon zu Ulbrichts Zeiten in solche großen Schraen abgehauen sind, dass er einen intiimperialistischen Schutzwall errichten lassen musste.

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@AalFred2

Das stimmt natürlich, doch nach dem Bau der Mauer ging es wirtschaftlich zunächst einmal bergauf. Mit meinen Wirtschaftszahlen beziehe ich mich auf die Zeit von 1961 - 1971 !

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