Könnt ihr mir bitte helfen in Ethik?

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5 Antworten

Die Erörterung könnte auf folgende Weise aufgebaut sein:

Einleitung

Deutung

eigene Stellungnahme/Beurteilung

Fazit

Die eigene Stellungnahme/Beurteilung (mit Argumenten dafür und dagegen) und das Fazit sind eine persönliche Meinung.

Einleitung

In die Einleitung gehört, den Autor des Zitats, Novalis (Friedrich von Hardenberg), Zeit und Werk mit der Textstelle anzugeben und Novalis als Schriftsteller der Romantik und in seiner Philosophie ein Vertreter einer bestimmten Art des Idealismus zu kennzeichnen.

Novalis (Friedrich von Hardenberg), Das Allgemeine Brouillon (Materialien zur Enzyklopädistik). Dritte Gruppe (Nr. 693 – 930): Aufzeichnungen vom November bis 10./11. Dezember 1798, Nr. 857: „Die Philosophie ist eigentlich Heimweh – Trieb überall zu Hause zu sein.“

„Die Philosophie ist eigentlich Heimweh – Trieb überall zu Hause zu sein.“

Deutung

Das Zitat enthält ein Verständnis, was Philosophie im Grunde genommen („eigentlich“) ist.

Mit dem Heimweh und dem Trieb wird eine Sehnsucht angegeben, beheimatet zu sein/eine Heimat zu haben. Sehnen/Sehnsucht ist ein Leitmotiv der Romantik.

Das Ziel der Sehnsucht (überall zu Hause zu sein) ist offenbar nur unvollständig/mangelhaft verwirklicht. Denn sonst gäbe es nicht einen empfundenen Schmerz („Heimweh“).

Mit „überall“ wird etwas Universales ausgedrückt, ein Wunsch nach einer weltumspannenden Einheit, einem großem Ganzen.

Zum Verstehen ist es nötig, sich die Auffassungen vom Novalis über die Lage des Menschen in der Welt/Wirklichkeit und über das Wesen und die Leistung der Philosophie klarzumachen.

Der Mensch ist nicht selbstverständlich in der Welt/Wirklichkeit beheimatet, einfach in ihr ruhend, in völliger Harmonie, ganz an ein Ziel gekommen, zu einer restlosen Erkenntnis eines Grundes (eines Gesamtzusammenhanges) gelangt, sondern es gibt eine Erfahrung von Verlorenheit, Verlust, Fremdheit, Entfremdung, Empfindung von Entwurzelung, Mangel an Vereinigung und Zugehörigkeit.

Philosophie ist von einem Bedürfnis angetrieben, in Einklang mit der Welt/Wirklichkeit bei sich zu sein. Philosophieren ist ein Streben nach Erkenntnis des Grundes und einer Vereinigung.

Heim/Heimat bedeutet eine vertraute, geordnete Welt, Geborgenheit und Orientierung. Novalis denkt aber nicht nur an einen kleinen, überschaubaren Teilbereich der Welt/Wirklichkeit. Bei ihm werden Heimweh und Sehnsucht nach der Ferne verbunden, indem ein Gefühl der Einheit, Übereinstimmung und Zugehörigkeit im Ganzen, an jeder Stelle angestrebt wird.

Der von Novalis vertretene philosophische Ansatz des magischen Idealismus besteht darin, Gedanken mittelbar vernehmbar/zu äußeren Dingen machen zu können und äußere Dinge in Gedanken verwandeln zu können. Die Verwandlung ist Teil einer Experimentalmethode, in der die Dinge den Regeln der Einbildungskraft unterworfen werden. Das Denken nimmt das Selbstdenken des Gegenstandes vorweg und bringt die Gegenstände gleichsam zum Sprechen. Der Rahmen ist ein „thätiger Empirismus“, in dem Idealismus und Realismus vereinigt sind. In einer mit sich selbst vermittelnden Reflexion sind Subjekt, Mittel und Gegenstand des Experimentierens austauschbare Momente geworden. Jede Wissenschaft und jeder einzelne Gegenstand ist als Werkzeug und Experimentalstoff zugleich zu behandeln. Eine Perspektive ist eine vollständige Versöhnung von Natur und Kunst (auch das Künstliche, technisch Hergestellte einschließend). Wenn unsere Intelligenz und unsere Welt harmonierten, seien wir Gott gleich. Dabei handelt es sich um ein Ideal, das orientierende Funktion hat.

Philosophie ist bei Novalis gleichsam ein erster Schritt zum Gewinnen einer höheren Sphäre. Ein transzendentales Selbst umfaßt Leben und Tod, Außen- und Innenwelt, Selbstgefühl und Gedanke, Sein und Nicht-Sein und verknüpft es in einer dialektischen Einheit oder einem Schweben der Einbildungskraft, die Totalität (Ganzheit) herstellt.

eigene Stellungnahme/Beurteilung

Als Hilfe sind nur Anregungen für Argumente möglich.

Philosophieren bedeutet ein Streben nach Erkenntnis. Dies ist etwas anderes, als auch tatsächlich zur Erkenntnis (und gar zu einer abschließenden und vollständigen über die ganze Wirklichkeit) zu gelangen. Insofern ist ein Verlangen als etwas, von dem Philosophie bestimmt ist, nachvollziehbar. Als endliche, nicht vollkommene Wesen werden die Menschen einen Wunschzustand voraussichtlich niemals vollständig und hundertprozentig erreichen. Ein Sehnen wird demzufolge bleiben.

Das Zitat nimmt eine bestimmte Ausprägung des Philosophierens als die wesentliche an: eine auf Einheit, Synthese, den Aufbau eines Gedankengebäudes, ein Sich-Einrichten in der Welt/Wirklichkeit ausgerichtete. Philosophie stellt allerdings Selbstverständlichkeiten in Frage. Ausprägungen von Philosophie sind auch Analyse und Kritik. Daher ist zumindest eine Begründung nötig, warum in diesen anderen Ausprägungen keine wesentlichen Antriebskräfte stecken.

Zur Philosophie gehört, in weiten Zusammenhängen zu denken und sich nicht auf isoliert gelassene Teilbereiche zu beschränken. Das universale „überall“ ist dazu passend.

Begrifflich ist es wenig paradox, ein Verlangen nach universaler Behaustheit als Heimweh auszudrücken, weil Menschen sich nicht zu derselben Zeit an weit voneinander entfernten Orten aufhalten können.

Albrecht 18.08.2016, 09:34

In der Philosophie kann Allgemeingültigkeit ein Anspruch sein und in ihr steckt ein Potential zu Kosmopolitismus.

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youneedammo 08.09.2016, 16:32

Ich danke dir! Du hast mir den Arsch gerettet <3   

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Schreib, was mit dieser "Heimat" gemeint sein könnte. Wonach sehnt sich Novalis? Was verlangt dieses Heimweh? 

Und dann: Was kann/könnte Philosophie damit zu tun haben?

Für die Erörterung gehst Du nach folgendem Schema vor:

Was meint der Autor mit diesem Satz, wie ist er zu verstehen?

Hat er recht oder hat er nicht recht (oder teilweise recht), gibt es Beispiele oder Gegenbeispiele?

youneedammo 17.08.2016, 16:53

weiß ich nicht, weiß ich nicht und weiß ich nicht :-(

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Dass du mit jedem kleinsten Fitzel Information versuchst, eine Schlussfolgerung zu ziehen. Das wäre meine Interpretation.

Also im das zu erläutern musst du dich mit der dt. Romantik und dem dt. Idealismus auseinandersetzen, speziell auch das Reise-Motiv beachten.

Everklever 17.08.2016, 16:08

Ich fürchte, jetzt hast du ihn/sie ganz aus der Spur gebracht.

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youneedammo 17.08.2016, 16:18

Ich kann keine Erörterungen Schreiben :(( egal wie

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