Könnt ihr diese Fragen zum Beruf Pilot beantworten?

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4 Antworten

Warum fragst Du? 

Diese Fragen wurden hier bei GF doch schon Tausend Mal (4.200 Ergebnisse bei der Suche nach "Pilotenausbildung") gestellt und beantwortet - meistens falsch, manchmal nicht ganz richtig und wenige Male richtig. 

Das herauszufinden, ist aber Dein Job, nicht meiner. 

1) Ausbildungsdauer Berufspilot: 2 Jahre +/- ein paar Monate. 

2) Schulabschluss: Dem Gesetzgeber egal, den Airlines nicht unbedingt. Es gibt allerdings Unterschiede. 

Abschluss egal bei Ryanair, Volksschule mit Berufsausbildung bei einigen Schweizer Gesellschaften, Fachhochschulreife bei TUIfly und AB, Hochschulreife/Matura bei LH und einigen Konzerngesellschaften, "5 GCSEs at Grade C or above" bei British Airways. 

Bei anderen ausländischen Airlines musst Du Dich einfach schlau machen, was für ein landesspezifischer Abschluss benötigt wird und ob der deutsche dann dem geforderten entspricht.  

3) Fähigkeiten: Gefragt sind nicht die Spezialisten auf einem Gebiet, sondern die Generalisten, die auf vielen Gebieten guter bis sehr guter Durchschnitt sind. Das macht die Auswahl so schwierig, weil nur die wenigsten Bewerber diese Voraussetzungen erfüllen. 

- Englisch: Klar, deshalb steht auch der von der ICAO geforderte "Language Proficiency Check" vor dem Lizenzerwerb. Level 4 von 6 (6 ist der beste) muss mindestens erreicht werden. 

- Technisches Verständnis, Mathe und logisches Denken sollten für einen (zukünftigen) Piloten kein Thema sein. 

- 3D-Sehen. Da hapert es bei vielen Bewerbern, weil durch die übermäßige Beschäftigung mit Computern und Spielekonsolen das räumliche Sehen beeinträchtigt wird. 

- Du musst mehrfachbelastbar und entscheidungsfreudig sein. Mehrere gleichzeitig oder kurz nacheinander auftretende Probleme erkennen, je nach Schwere einsortieren, dann Lösungen finden und die gezielt nacheinander abarbeiten können, das wird überprüft. 

- Kannst Du Dir unterschiedliche Dinge merken und sie korrekt wiedergeben? 

- Teamplayer oder Einzelkämpfer oder Einzelkämpfer mit Selbstdisziplin, der sich dem Team problemlos anpassen kann? 

- Kommunikation: Wie gut kommuniziert das Cockpit miteinander und wie gut mit der Kabinencrew? Kannst Du sachlich diskutieren (auch das fällt Bewerbern heutzutage immer schwerer - sieht man hier bei GF oder auch bei YT an vielen Kommentaren)? Kannst Du mit Kritik umgehen; auch mit unsachlicher? Wenn ja, wie? 

4) Ausbildung wo? Wegen des überlaufenen Marktes keine "freie" Flugschule, sondern bei einer Airline, die eine "ab-initio"-Ausbildung und evtl. eine Übernahme anbietet. Die Ausbildung muss nicht in DE stattfinden, da eine EASA-Lizenz überall anerkannt wird und auch auf das Wohnsitzland umgeschrieben werden kann. 

Du kannst also mit einer AT-Lizenz ein Flugzeug der SAS fliegen, nur muss das Typerating dann z. B. von austrocontrol in die Lizenz eingetragen und jeweils verlängert werden; etwas aufwendig, wenn Du in Stockholm wohnst und extra nach Wien fliegen musst - und das alle 12 Monate. 

5) Freizeit, genauer: Ruhezeit ist von der EU-OPS 1 vorgeschrieben und hängt von der vorhergegangenen Dienstzeit bzw. der Anzahl der "Legs", also der Flüge ab. Die Regelung umfasst mehrere Seiten und deshalb macht es keinen Sinn, hier alles einzeln aufzuführen. 

Du kannst Dich ja einlesen. Die OPS gibt es bei der EASA als PDF zum Download. 

6) Nein, man fliegt nicht immer die gleiche Strecke, es sei denn, Du bist einem Inselflieger, der vom Festland aus z. B. die friesischen Inseln bedient. 

Bei der Langstrecke reduzieren sich die Strecken aber auf den dort eingesetzten Flugzeugtyp, für den Du ein Typerating hast. Fliegt z. B. auf der Strecke FRA - SHA und FRA - SFO nur eine B-747, fliegst Du nur auf diesen beiden Strecken. 

Hast Du ein Typerating für den A380 und der würde nur auf der Strecke FRA - JNB eingesetzt, kommst Du als Pilot nirgendwo anders hin. 

Das ist bei der Kurzstrecke anders, da hier von der Homebase aus der gleiche Flugzeugtyp unterschiedliche Ziel anfliegt, FRA - LHR, FRA - SKG, FRA - LPA usw. Die Vielfalt ist also größer. 

7) Verdienst: Ist so unterschiedlich wie die Zahl der Airlines. Der COP einer großen Liniengesellschaft verdient u. U. mehr als der PIC eines Air-Taxi-Unternehmens. Infos gibt es aber fast immer auf der Seite des Unternehmens und spätestens bei der Bewerbung, wenn es um den Arbeitsvertrag geht. 

Es hilft natürlich auch - wie immer im realen Leben - ein wenig Eigeninitiative. 

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Diese Fragen wurden zigfach gestellt und beantwortet. Ich selbst habe diese Fragen fast wöchentlich beantwortet. Es wäre ein Leichtes, hier zu suchen und zu lesen!

Es hängt davon ab, ob Du die Ausbildung bei einer Airline machst oder bei einer der zahlreichen Flugschulen auf dem freien Markt. Bei den Airlines bekommst Du die Druckbetankung. Soviel Stoff wie möglich in möglichst kurzer Zeit. Bei einer freien Flugschule hängt die Dauer der Ausbildung von Deiner Zeit, von Deiner Auffassungsgabe und Deinem Geldbeutel ab. 

Wenn Du das Kind reicher Eltern bist, nicht nebenbei arbeiten musst, eine gute Auffassungsgabe hast und absolut diszipliniert lernst, geht es schneller. Wenn Du nebenbei einen Vollzeitjob hast, abends müde bist und Dir die Materie nicht liegt, dauert es länger, lange oder es wird gar nichts.

Für die Ausbildung kannst Du Dich überall bewerben, wo ausgebildet wird. Der Arbeitgeber gibt die Vorgaben vor,  die er gerne möchte. Wenn Du sie nicht ergüllst, hast Du Pech gehabt. 

Wenn Du die Vorgaben erfüllst, sitzt Du mit vielen Bewerbern in einem Boot und es wird ausgesiebt, um sich die besten rauszusuchen. Der Gesetzgeber macht keine Vorgaben hinsichtlich der Schulbildung.

Der Aufenthalt am Zielort beschränkt sich oft auf die gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit. Keine Airline hat das Geld, der gesamten Crew einen tagelangen Aufenthalt zur Erkundung vor Ort zu gönnen. Du kommst an, gehst ins Hotel, isst, duschst - gehst ins Bett.

Welche Strecken Du fliegst, hängt vom Einsatzort und vom Brötchengeber ab. Als Frachtflieger kommst Du überall hin - auf der Kurzstrecke siehst Du immer das Gleiche.

Wie viel man verdient? Von 0 bis viel ist alles dabei. Auch das hängt vom Einsatzort, vom Flugzeugtyp zuletzt schwer vom Brötchengeber ab.

Den Rest kannst Du ganz leicht selbst recherchieren.

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Schau mal in der GF-Datenbank!

Ansonsten hier nochmal das Ganze:

1. Etwa 2 bis 2,5 Jahre

2. Keinen. Dem Gesetzgeber ist es völlig wurscht, ob Du einen Abschluss hast oder nicht. Die Airlines allerdings machen da eigene Vorgaben. Einfach mal googlen.

3. Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Die Fähigkeit, verschiedene Probleme zu sortieren und hintereinander abzuarbeiten, räumliches Denkvermögen, logisches Denken, technisches Verständnis, Englich (natürlich!)

4.  Gut, dass Du nicht nach der LH gefragt hast. Jetzt haste ´nen Pluspunkt bei mir. ;)
Hier in DE sind als auszubildende Airlines AB, Condor und SunExpress Deutschland tätig.
Im europäischen Ausland wären da die Air France und die KLM (die übrigens noch freie Plätze haben!) Für Informationen zu den jeweiligen Einstellungskriterien und weiterer Airlines Tante Google anschmeißen.
Du kannst Deine Lizenz natürlich auch an einer freien Flugschule machen, jedoch ist dies mit hohen Risiken verbunden und ich würde Dir das nicht empfehlen - danach einen Platz im Cockpit zu kriegen ist nämlich schwer.

5. Den Zielort sieht man nicht lange und vorallem nicht komplett. Einmal natürlich, weil bei großen Städten die Zeit nicht ausreichend ist (vorallem bei Kurzstrecke!) und - bei Langstrecke - hat man nach der Ankunft im Hotel einfach keinen Bock mehr, sich noch irgendetwas anzuschauen.

6. Man fliegt nicht immer die gleiche Strecke. Bei der Kurzstrecke kann es sein, dass man Dich von FRA-MUC, MUC-TXL, TXL-HAM einsetzt (Achtung, Beispiel!). Es kommt aber auch immer darauf an, welche Ziele die jeweilige Airline anfliegt und für welches Muster man das Typerating hat.
Bei der Langstrecke hat man auch unterschiedliche Ziele. Es sei denn man ist auf ein Muster geschult, was nur eine bestimmte Strecke fliegt.

7. Leicht zu beantworten ist sie definitiv nicht. Es gibt von  Airline zu Airline teils gewaltige Unterschiede. Auch wird darin unterschieden, welche Qualifikation, Flugstunden, Erfahrung der Pilot schon auf dem Buckel hat. Auch hier einfach einmal googlen.

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