Können wir Afrika auf die Beine helfen?

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10 Antworten

Hallo Jannik,

vergiss die ganzen Nörgler hier, die immer das Haar in der Suppe suchen ;-)

Ich finde Deine Einstellung super. Es gibt nicht viele Jungen in Deinem Alter, die sich Gedanken über die Armut der Menschen in anderen Teilen der Welt machen. Dein Wunsch etwas zu bewegen ist deshalb absolut Spitze!

Wie Du ja schon gelesen hast, gibt es bereits heute sehr viele Organisationen, die sich in der Afrika-Hilfe engagieren. Und auch reiche Menschen engagieren sich seit langem. Der reichste Mann der Welt, Bill Gates, hat zum Beispiel gemeinsam mit seiner Frau eine Stiftung gegründet, die sich speziell in Afrika engagiert. Sie stellen dafür Milliarden Ihres Vermögens bereit. Nur weil jemand reich ist, muss er zum Glück kein Egoist sein. Hier kannst Du darüber lesen, wenn Du gut Englisch kannst: http://www.gatesfoundation.org/de/Where-We-Work/Our-Work-in-Africa

Afrika ist sehr weit weg. Eine Lagerhalle und ein LKW in Deutschland sind deshalb zwar gut gemeint, aber in der Praxis schwer umzusetzen. Mit einem LKW wäre man viele Wochen, vielleicht sogar Monate unterwegs, um in Zentral- oder Ostafrika anzukommen. Die Verkehrswege sind schlecht ausgebaut, an vielen Grenzen werden Zölle verlangt und in einigen afrikanischen Staaten herrschen Bürgerkrieg oder andere Auseinandersetzungen. Die Fahrt dorthin wäre also sehr riskant, vielleicht sogar lebensgefährlich.

Besser ist es direkt vor Ort Hilfe aufzubauen oder vorhandene Organisationen, die schon lange Zeit Erfahrung in Afrika haben, zu unterstützen. Ein grosses Problem in Afrika ist die Korruption. Viele Gelder, die eigentlich als Hilfe zur Verfügung gestellt werden, fliessen auf dunkelen Kanälen an Politiker oder einflussreiche Wirtschaftsbosse in den armen Staaten. Es ist also wichtig, das genau zu kontrollieren, was aber nicht immer einfach ist, denn auch die Polizei in diesen Ländern ist oft bestechlich.

Ganz besonders hilfreich ist die sogenannte Hilfe zur Selbsthilfe. Das heisst: Nicht einfach Lebensmittel oder Kleidung hinbringen, sondern den Menschen Wissen vermitteln und Ressourcen zur Verfügung stellen, damit sie sich selbst versorgen können.

Ich persönlich war letzten Monat zwei Wochen in Kenia. Ich kann Dir gar nicht beschrieben, wie die Menschen dort teilweise leben müssen. Ärmliche Hütten, kein Strom, lange Fusswege mit Kanistern um Wasser zu holen,ärztliche Versorgung nur gegen Bargeld, Schulbildung nur gegen Bezahlung. Durch die lange Dürre sind Lebensmittel sehr teuer geworden und die Menschen haben Mühe das Geld aufzubringen. Soziale Unterstützung durch den Staat gibt es nicht. Und Kenia ist eins der "reicheren" Länder in Afrika. Trotzdem sind die Menschen immer fröhlich und versuchen das Beste aus all dem zu machen. Sie kennen es auch nicht anders. Wo die Kinder hier mit der Playstation spielen, haben sie dort alte Fahrradreifen und einen Stock, mit dem sie die reifen durch die Gegend rollen. Nur ganz wenige Menschen haben Autos oder Motorräder. Die meisten laufen zu Fuss. Kinder laufen viele Kilometer zur Schule.

Wenn Du Dich also engagieren willst, dann schau mal bei Google nach Hilfsorganisationen und informiere Dich. Schreibe zwei, drei von denen die Dir am besten gefallen an und frage, wie Du persönlich helfen kannst. Auch das Bundesministerium für Entwicklungshilfe kann Dir Tipps und Ratschläge geben.

Du kannst Bekleidung sammeln, Spendenaufrufe machen, Patenschaften übernehmen und andere Menschen dazu bewegen auch mitzuhelfen.

Alles Gute für Dich!

Vielen Dank das du so einen langen Text verfasst hast! Hat mich sehr motiviert! Werde ich mir auf jeden fall mal merken LG Jannik

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Es spricht für Dich, Dir solche Gedanken zu machen. Aber Dein Idealismus setzt Dir leider eine etwas falsche Brille auf.

Sicher ist es gut, in aktuen Notlagen mit Spenden das Schlimmste abzuwenden.

Aber Afrika auf die Beine helfen kann man damit nicht.

Es wäre schon mal ein guter Anfang, damit aufzuhören, den Afrikanern Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Fangflotten vor den Küsten Afrikas, die den Fischern die Lebensgrundlage entziehen, subventionierte Produkte, die aus Europa zu Preisen nach Afrika gebracht werden, die dort die lokalen Märkte und Produzenten zusammenbrechen lässt, die für die Bevölkerung nahezu gegenwertslose Plünderung von Rohstoffen.

Die globalisierte Wirtschaft ist selten eine Win Win Situation. Zu oft muss jemand den Preis dafür zahlen, dass es uns so gut geht. Da sind die Afrikaner traditionell schon lange Opfer unserer Gier.

Ein faires Wirtschaftssystem entsteht nicht durch Spendengelder.

Sieh lieber zu, dass Du Politiker wirst und arbeite daran, solche Missstände abzubauen.

Ich find das echt super das du dich dafür interessierst ich bin selbst 16 und weiß das die meisten Jugendlichen anderes im Kopf haben.

Ich engagiere mich bei diesem Verein. Der ist echt super....

Abaana Afrika schau doch einfach mal vorbei abaana.de und registrier dich im Forum, ich find es super mich dort mit gleichgesinnten austauschen zu können.

100% der Spenden kommen an weil sie ehrenamtlich arbeiten und es Vereinsförderer gibt die die restlichen Kosten tragen. Sie arbeiten mit eienem lokalen Verein in Nyamirima in Uganda zusammen und haben schon viel erreicht:

Mittlerweile gibt es einen Kindergarten und eine Primary School inkl. Boarding (Heim) für einige Schüler, einen eigenen Schulbauernhof und eine Küche für 2 Mahlzeiten am Tag für jeden Schüler, jährlich Gesundheitscheck, die Sammlung für den Bau einer Secondary School laufen, es gibt einen Nähkurs für bedürftige Frauen, außerdem Familienhilfe und Hilfe in besonders dringenden Fällen....

Man kann sehr viel erreichen und den Menschen wirklich helfen wichtig ist dafür Hilfe zur Selbsthilfe: Dazu kurz ein Beispiel: Hauptsächlich kümmert sich Abaana um Kinder und deren Schulbildung, aber es wurde auch ein Nähkurs iniziert. Dieser Nähkurs richtete sich an bedürftige Frauen ohne Schulausbildung. Sie erlernten dort den Umgang mit der Nähmaschine, Maßnehmen,... Sie haben die Ausbildung abgeschlossen. Nun erhalten sie noch 1Jahr lang Unterstützung durch einen Existensgründungskurs: dort lernen sie den Umgang mit Geld, Buchhaltung, Umgang mit Kunden,... und sie erhalten Hilfe bei der Anmietung von Räumen um Geschäfte aufzubauen. Die Näherinnen haben nun bereits verschiedene Aufträge erhalten und bauen sich langsam einen Kundenstamm auf. Auch die Schule hat die Näherinnen bereits beauftragt: Sie nähen Kleider für die Schulkinder, die ihre Paten ihnen zu Weihnachten schenken können (und die sie auch brauchen, viele haben außer der Schuluniform keine Kleider bzw. Lumpen). Außerdem wurde eine Dame fix von der Schule angestellt um für sie die Schuluniformen zu nähen. Weiters leitet nun eine Dame aus dem ehemaligen Kurs den 2. Durchgang des Kurses für andere Frauen. Durch den Kurs wird ihnen also ein Weg aus der Armut eröffnet. es ist wichtig das die Familien sich essen und Kleidung und irgendwann dannn hoffentlich auch die Schulgebühren (eigentlich ja gratis aber von Schuluniform bis Material kommt doch einiges zusammen was sie sich nicht leisten können) selbst bezahlen können.

Meiner Meinung nach ist es auch sehr wichtig nachhaltig einzukaufen:

-Fairtrade: wenn die Eltern gerechte Löhne erhalten können sie ihre Kinder vielleicht zur Schule schicken. es gibt echt alles von Fairtrade: Schokolade, Obst, Fußbälle, Kleidung, Kosmetik, Karten,...

-Buy one give one: manche Unternehmen geben z:B. für jedes Paar verkaufte Schuhe ein Paar an bedürftige Kinder (Tom's....)Informier dich einfach ein bisschen. Andere spenden auch einen gewissen Prozentsatz oder beispielsweise 5€ pro Kauf. Das gibt es echt überall, sogar bei Hotels (Cordial Hotels) die Spenden einen Betrag pro Nacht.

-57Wasser-the Robin Hood of Waters: ein Unternehmen das Wasser in Flaschen in Läden in Deutschland und A verkauft oder auch liefert. Rund 57% des Gewinns gehen an ein gemeinnütziges Projekt. Man kann dort mit abstimmen an welches.

-bildungsspender.de: wenn du online einkaufst dann geh doch auf die Seite. Von dort aus gehst du weiter in tolle Onlineshops von Booking.com über Amazon bis FCBayern Fanshop, automatisch wird dann ein gewisser Prozentsatz deiner Einkaufskosten vom Unternehmen an Bildungsspender abgegeben und du kannst entscheiden an welche Orga dein Geld gehen soll.

Außerdem gibt es auch Seiten wo man gratis spenden kann: 

-freerice: Spielen und man spendet automatisch Geld an die Welthungerorga der UN

-donatia: einfach Werbevideos anschauen und eine Orga deiner Wahl erhält Geld

-Feedbaxx

-benefind: eine Suchmaschine die für jede Suche an deine Orga spendet

So ich hoffe ich konnte dir helfen und würd dich freuen wenn du dich meldest.Tut gut mal mit jemanden gleichaltrigen über solche Dinge reden zu können.

Mach's gut und halt durch ( auch wenn manchmal alle dich für verrückt erklären ;)

LG

 

Schüler der Primary School die Abaana Afrika unterstützt - (Menschen, Euro, Afrika)

sry falscher Link: abaana.de

:)

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Mach eine gute Ausbildung und gründe ein richtiges Unternehmen.

Dort in Afrika, wo Du die ärmsten der Armen finden kannst.

Gebe ihnen sowohl Arbeit als auch vernünftigen Lohn. Beute sie also nicht aus wie Deine Konkurrenten es tun werden.

Spenden sind nutzlos. Sie wirken eher wie ein Pflaster bei einem multiplen Beinbruch.

Solange die Wurzel des Übels nicht behoben wird geht das Elend immer weiter. Spendengelder sind dabei nur ein weiterer Eimer Wasser, der die Mühle am Laufen hält.

Ein Perpetuum Mobile funktioniert ja auch nur in der Phantasie.

warehouse14

Vielen Dank für die Antwort es Motiviert! Ich werde mir auch von dir einige dinge merken! LG Jannik

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Na ja ich finde du hast nur teilweise recht. Ja Millionen von privaten und staatlichen Fördergeldern versickern, weil sie korrupten Politikern in Afrika in die Hände oder erst gar nicht dort ankommen. Aber es gibt auch seriöse Orgas wo das Geld nicht nur ankommt sondern auch so eingesetzt wird, dass es für die Menschen auch langfristig eine Hilfe ist und zur Verbesserung ihrer Lage beiträgt

LG

:)

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es gibt mehr als 200 Spendenorganisationen die Afrika helfen.
Die meissten davon verteilen die Spendengelder gerecht ( in ihre Taschen )
Wenn du da wirklich was machen möchtest und hilf den Leuten zur Selbsthilfe

du wirst doch sicher schon öfter so Werbeplakate bzw "Spendenaufrufe" gesehen haben wo eine Mutter mit ihrem Kleinkind um Spende bittet.
Ich frag mich wo ist der Erzeuger des Kindes ?
Bei den Aufnahmen wird er warscheinlich nebenan auf Couch liegen und sich ins Fäustchen lachen. Er hat eigendlich nur eine Aufgabe, Kinder zeugen. Ernähren könnte er sie auch aber dazu müsste er Arbeiten

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@newcomer

Du solltest vorsichtig sein, nicht in solche Klischees abzurutschen.

aber dazu müsste er Arbeiten

Es ist ja nicht so, dass das so einfach wäre. Und selbst wenn Arbeit gefunden wird, bringt sie so wenig ein, dass die Not kaum gelindert wird.

Vielleicht ist der Vater aber auch an AIDS gestorben. Oder hat sich auf den Weg nach Europa gemacht, in der Hoffnung, von da aus was für seine Familie tun zu können.

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Du hast recht es gibt wirklich so welche! Die müssten dafür eigentlich ins Gefängnis kommen wegen Betrug!

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Das sind ja ehrenwerte Gedanken.
Es gibt aber sehr viele Organisationen die sich damit beschäftigen.
Viele Probleme sind allerdings auch in Afrika hausgemacht. Noch lang nicht überall möchte man "Hilfe" bekommen.

Wenn du willst, können wir uns austauschen. Ich habe ähnliche Ziele wie du und es freut mich, dass du in deinem Alter solche Gedanken hegst

Die Hälfte des Weltvermögens ist verteilt auf nicht mal 70 Leute.

Sagt doch alles...

Nein?!


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No Chance, denn die Africans wollen keine Hilfe zur Selbsthilfe sondern sind gern Opfer, streichen lieber ein statt sich selbst zu helfen.
Einem Dorf dort wurde mal eine Ladung Kartoffeln gebracht: Hm, man besah sich das und liess sie dann vergammeln...-so - so...

es gibt genug Spendengelder - aber die verschwinden oft in die eigenen Taschen von "Unbekannten". 

Ja, da hast du vollkommen recht, aber später bei mir net! Wenn jetzt z.B: an einen Tag bei mir 200Euro gespendet wird, werden eventuell nur 1-5Euro b ei uns bleiben und der Rest ei so die 195Euro in Nahrung u.s.w..

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@Jannik1605

das müsstest du dann transparent machen, so das man nachvollziehen kann, wo das geld geblieben ist und wofür es ausgegeben wurde

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