Können überforderte Ärzte Flüchtlinge abweisen?

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8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Gemäß dem hippokratischen Eides ist dies grundsätzlich nicht möglich.

Allerdings kann ein Arzt nicht über seine Leistungsfähigkeit hinaus gehen. Wenn der Arzt selbst eine körperliche Erschöpfung feststellt, dann sollte er um Fehler zu vermeiden, den Laden einfach dicht machen.

Deine Frage beinhaltet aber einen anderen gravierenden Punkt. 

Aufgrund der politisch verursachten Überproportionierung der möglichen Kranken, ist die Überforderung des Gesundheitssystems absehbar. Daraus kann das Zweiklassen-System (Privatpatient, Kassenpatient) gedrittelt werden. Dies wäre fatal, da schon das Zweiklassen-System bedenklich ist. 

Vielen Dank für die Auszeichnung.

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Unser Gesundheitssystem ist schon lange Sanierungsbedürftig, vielleicht kracht es ja endlich mal richtig. Ich bin gespannt wie Frau Merkel das schaffen will. Aber um auf deine Frage einzugehen : viele Ärzte haben seit Jahren schon überfüllte Praxen und Patienten werden abgewiesen. Also theoretisch müssten auch Flüchtlinge abgewiesen werden. Man darf gespannt sein wann Deutschland aus seinem Dornröschen Schlaf erwacht... 

Bisher erfolgt nach dem Asylbewerberleistungsgesetz die medizinische Versorgung der Flüchtlinge.  Hier bezahlen Bund, Länder und Kommunen die medizinische Versorgung.

Kassenleistungen aber ohne Beitragszahlung, wie jetzt gefordert wird, halte ich für sehr problematisch für die Solidargemeinschaft.

Die Beiträge für alle zahlenden Kassenpatienten werden angehoben werden müssen, weil die Kassenausgaben größer als die Einnahmen werden, es auch keine Arbeitgeberbeiträge gibt. 

Wer nicht versichert ist, muss seine hohen Arztrechnungen ja selbst bezahlen, das gilt bisher für alle Menschen. Jetzt aber wird es immer mehr Ausnahmen geben.

Ich denke daran, dass z.B. eine Traumatherapie sehr kostenaufwändig ist, die Wartezeit für Patienten beträgt außerdem schon jetzt ein halbes Jahr. Hier in Bad-Württemberg läuft ein Programm für traumatisierte Jesidinnen, denen man mit bis 30 Millionen Euro helfen will. Bisher betrifft das etwa 150 Frauen, 1000 werden insgesamt erwartet.

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