Können Suizidgefährdete noch etwas in der Welt bewirken?

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8 Antworten

Nun, geht einem dann nicht die Frage durch den Kopf, ob man noch etwas in der Welt bewirken kann (...)

Nein, da stehen andere Dinge im Mittelpunkt. Andererseits könnte genau so ein Leistungsdruck und die Erkenntnis, wohl daran zu scheitern, ebenso ein Auslöser sein, aus diesem Leben aufgrund des enormen Stresses ausbrechen zu wollen.

Wie soll überhaupt jemand, der bspw. aufgrund fehlenden Selbstvertrauens leidet, die Motivation dafür nehmen, etwas enormes / besonderes in der Welt zu bewirken, wenn bereits einfache Alltagssituationen und Aufgaben in den eigenen Augen als problembehaftet betrachtet werden?

Schließlich hat man ohnehin nichts zu verlieren, (...) dann kann man wenigstens noch die Welt sehen (...)

Das ist leicht gesagt, doch gibt es viele Hürden, Ängste und Bindungen, die so etwas verhindern. Zudem könnte eine Reise hinaus in die Welt zu der Belastung noch weiter beitragen, allein durch das verstärkte Gefühl der Fremde und absoluten Einsamkeit.

Können Suizidgefährdete noch etwas in der Welt bewirken?

Diese Frage ist dennoch mit ja zu beantworten. Jeder kann etwas auf der Welt bewirken. Ob es nun in der eigenen Motivation liegt oder nicht. Außerdem müsste an dieser Stelle erst geklärt werden, was unter etwas in der Welt bewirken zu verstehen ist.

eine suizidale tendenz ist seltenst mit so rationalen überlegungen verbunden.

ein spontaner selbstmord ist meist das resultat eines problems im hormonstoffwechsels aufgrund einer extremsituation.

eine suizidale tendenz aufgrund einer depression hat ebenfalls ihre begründung im stoffwechsel (cortisol, dopamin, adrenalin, serotonin etc...).

es gibt wirklich nur wenige menschen, die ihrem leben aufgrund einer schweren krankheit o.ä. selbst ein ende setzen.

suizidtendenz ist bei einer spezies mit einer so langsamen entwicklung (lange kindheit) und so hohen möglichen lebenserwartung, wie es beim menschen der fall ist, genetisch eigentlich nicht vorgesehen. daher befremdet das so viele und stösst auf unverständnis. denn die voraussetzung für eine hohe lebenserwartung (*erfolgreiche aufzucht der jungtiere und erhaltung der art) ist im prinzip unbedingter lebenswille.

es bringt sich niemand einfach so um, weil er keinen bock mehr hat zu leben. denn dann wäre unsere spezies schon längst ausgestorben.

und ich denke, in jedem, in dem der gedanke an suizid gestalt annimmt, geht etwas anderes vor. die meisten können jedenfalls nach besserung ihrer krankheit selbst nicht mehr nachvollziehen, warum sie suizidal waren.

der gedanke, ob man der welt noch was nützt oder nicht, ist in der akutphase vermutlich nicht relevant.

dui wirst früher oder später mit betroffenen darüber reden können. es ist äusserst unwahrscheinlich, dass du im freundes-, bekannten- oder familienkreis niemals in deinem leben mit solchen menschen in kontakt kommst. ich habe die erfahrung gemacht: solange du sie nicht einfach nur ausfragst und solange du nicht "bohrst", kannst du sie alles fragen und wirst auch antworten bekommen - nur erwarte nicht, dass du alles verstehst.

Dankeschön, diese Antwort hat mir weitergeholfen.

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@Anaesthetica

gerne.

ich hab bei der frage erst etwas gestutzt - und sie dann zum glück bis zum ende gelesen. eine wirklich GUTE frage!

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Wenn man sich das Leben nehmen will hat man bestimmt ganz andere Sorgen als sich über so etwas Gedanken zu machen. 

Sobald man in einer Tiefen depression mit schweren Suizidabsichten steckt, ist man in einen Tunnelblick, das man nur daran denkt, das es nach den Sterbevorgang besser wird. Man nimmt alles in seiner umgebung nicht mehr wirklich war, weil die stimmen im kopf sich endlich das leben zu nehmen immer lauter werden, 

Irgendwann fängt man an Suizidpläne zu schmieden, wenn man sich in dieser Situation niemanden anvertraut, kann man nur hoffen, das es andere bemerken, und versuchen dich dann raus zu holen.

Suizid ist eine egoistische Entscheidung aus einer tiefen Verzweiflung und Hilflosigkeit.

Aber denke mal an die Familie und Freunde die zurück bleiben.

Außerdem mit jedem Tag bewirkt ein Mensch etwas auf der Welt.Halt nur im kleinen Rahmen und Alltag.

Der kranke Nachbar freut sich wenn du seinen Hund ausführst.

Du leistest im Beruf vielleicht etwas Wertvolles.

Nicht in den großen Dingen wird dein e Größe gemessen, sondern in den Alltäglichen.

Es muss doch nich jeder zwangsläufig etwas auf dieser Welt bewirken. Oder? Egal, ob psychisch labil oder gefestigt.

Ja, jeder das seine.

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Also hatte damals so ein Gefühl (nach Drogenkonsum)

würde mich alleine deshalb schon umbringen wenn es nicht weg wäre

Ob sie etwas bewirken können: ja, kopfschütteln bei den menschen, das wars

Ich verachte jede Person die ihr leben beenden möchte (ausgenommen sehr kranke personen die kaum noch ein leben führen können, dies ist etwas anderes)
Es ist als würdest du jedem ins gesicht spucken, der leben möchte aber nicht kann.
Sein Leben zu beenden ist etwas höchst egoistisches, vorallem da die meisten dabei keinerlei rücksicht auf andere nehmen. 

Finde ich ein bißchen überheblich. Ein Selbstmörder ist wohl verzweifelt, davon gehe ich aus. Weißt Du, was -Verzweiflung- ist?

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@AriZona04

Verzweiflung hin oder her, jedes Leben ist Lebenswert.

Was kann schon großartiges passieren, weswegen man nicht mehr leben will. Selbst wenn man ALLES verloren hat, ist es eher eine chance etwas ganz neues zu beginnen.
Und wenn man nicht mehr leben will weil man etwas schreckliches getan hat (jemanden getötet, o.ä.), dann sollte man sich psychatrische hilfe suchen und/oder die konsequenzen davon ertragen. Unser Gesellschaftssystem hat aus diesem Grund Gefängnisse gebaut.

Ständig lese ich -sogar hier auf gutefrage- klagen von Menschen die einen geliebten menschen verloren haben. Diese brauchen oft psychatrische behandlungen weil sie den verlust nicht verkraften oder nicht verstehen. 
Ist das ein guter weg zu gehen? ich kann das in keiner weise nachvollziehen.

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@AriZona04

Absolut nicht überheblich Suizidmenschen sollten sich wenn sie nicht mehr leben wollen mal daran erinnern dass es noch andere Menschen gibt die sie brauchen!!!

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@Alex92fromHell

Selbst wenn man ALLES verloren hat, ist es eher eine chance etwas ganz neues zu beginnen.

Das mag objektiv gesehen ein positiv gestimmter Standpunkt zu sein, doch sieht das jeder, der tatsächlich einmal in so eine Situation gerät ganz anders und handelt dementsprechend. Einige trifft es so unvorbereitet, sodass sie kopflos reagieren, einige sind wirklich positiv eingestellt und sehen es als Chance, andere wiederum sehen darin nur einen neuen Tiefpunkt und haben Probleme, mit dem Verlorenen abzuschließen. Was vollkommen verständlich sein sollte.

Vor allem ist es vom Charakter abhängig. Jemand, der nicht viel Vertrauen in sich selbst hat, kommt nur schwer aus so einem Loch wieder heraus. Eine Therapie mag zwar eine Hilfe versprechen (sofern man sich überhaupt erst einmal dazu durchringt, diese zu beginnen), ein garantiertes Heilmittel ist sie jedoch nicht. 

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@regex9

endlich jemand mit dem man normal reden kann... :)

also es ist schon klar dass das charaktersache ist, wie man die ganze situation aufnimmt, aber meine persönliche Einstellung ist halt die, dass man ein leben nicht einfach so wegwerfen sollte und ich finde das halt schon wirklich schlimm wenn man sowas tut und es dafür keine rationale entschuldigung gibt.
Aber ja, viele Menschen handeln irrational, was man allerdings nicht als Haupt-ausgangspunkt nehmen sollte,.. ;)

Ich habe verständis für jeden der am tiefpunkt ist und nicht weiß was er tun soll, aber ich habe kein verständis dafür, wenn man zu dem schluss kommt dass es am besten ist sich umzubringen.
Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen ist halt meines erachtens besser als wegzulaufen.

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Ich finde es genau so etwas überheblich. Bitte pass auf deine Aussagen auf.

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@SweetHoneyHeart

dies ist meine meinung, du magst eine andere haben und das ist auch okay. Aber wenn man in seinem nahen umfeld jemanden hat der unbedingt leben möchte, dem dies allerdings aufgrund von krankheiten sehr schwer gemacht wird, fängt man an, eine gewisse abneigung gegen personen zu entwickeln, die ihr leben so lustlos wegschmeißen.

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@SweetHoneyHeart

Ich bin nicht suizidgefährdet, aber ich beende mein Leben, wann ICH es will! Es ist immerhin noch MEIN Leben!

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@Doricuppuchino

was soll heißen du weißt wovon du schreibst ?
Er/Sie hat gefragt ob selbstmordgefährdete etwas bewirken können? 
Ich denke nur das es keine Rechtfertigung für einen Freitot gibt.

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@AriZona04

Wird es aber nicht mehr sein, sobald du tot bist. Außerdem bin ich der Meinung, dass einem das eigene Leben nicht gehört.

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@AriZona04

Ein klassischer Egoist.

Es ist dein Leben, das stimmt. Aber auch mit deinem Freitot greifst du in das leben all deiner Freunde/Verwandten/Bekannten ein.
Jeder kann tun worauf er Lust hat, aber meine Meinung ist, das ich es höchst Assozial und Verwerflich finde.

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@Anaesthetica

Naja also das leben gehört einem schon, aber trotzdem muss man verantwortungsvoll damit umgehen ;)

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@Alex92fromHell

Nun ja, nur weil man über ein Leben verfügen kann, heißt es doch lange nicht, dass man es besitzt.

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@Alex92fromHell

damit diffamierst du jeden, der psychisch krank ist, indem du das nicht als krankheit anerkennst.

für diese einstellung muss man sich ja direkt fremdschämen.

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@ponyfliege

Ich zitiere mich selbst:

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(ausgenommen sehr kranke Personen die kaum noch ein leben führen können, dies ist etwas anderes)
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Und wenn man so psychisch krank ist, das man sich in seinem leben SO unwohl fühlt, dass man es nicht mehr erträgt, dann ist man damit auch in meiner oben genannten Ausnahme.

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@Alex92fromHell

du zitierst dich NICHT selber. von psychisch steht da oben nichts. da steht nur, dass du den leuten ins gesicht spuckst und sie verachtest. und so lange da nicht wortwörtlich oben "psychisch" steht, gehe ich selbstverständlich davon aus, dass physisch gemeint ist...


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suizid hat seltenst was mit rationaler überlegung zu tun. die meisten selbstmörder wollen sich NICHT umbringen.

ihr stoffwechsel ist auch an ihrem unwohlsein und an ihrer krankheit schuld.

suizid ist ein SYMPTOM und nicht die folge einer willensentscheidung.

suizid ist bei bestimmten krankheiten nicht immer vermeidbar. aber derjenige entscheidet das nicht selber. es sind stoffwechselvorgänge, die das auslösen. von daher verstehe ich deine argumentation nicht.

hast du schon mal näher mit schwerst depressiven menschen zu tun gehabt? oder mit menschen, die über jahre schwerste schlafstörungen hatten?

du wärst erstaunt, WELCHE krankheiten sich alle in den äusseren krankheitsbildern von depressionen, manien, paranoia und schizophrenie manifestieren. aber nur in der akutphase sind diese menschen suizidal.


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@ponyfliege

Ich werde nicht nochmal die gleiche Stelle zitieren, denn wie gesagt, bei kranken ist das was anderes.

und es wird dich wundern aber ja, ich habe meinen Zivildienst 9 monate in einer Werkstatt und einem Wohnheim für geistig behinderte personen absolviert und viele davon waren auch depressiv und hatten den drang zur selbstverstümmelung und sogar mehr.
Solchen Personen muss geholfen werden aber ich bin mir nicht sicher wie ich dir noch direkter sagen kann, das in meiner argumentation kranke ausgeschlossen sind.

Ich dachte ich hätte es deutlich zum ausdruck gebracht das ich personen meine die den Freitot wählen und nicht aufgrund von krankheit irgendwelche dinge tun.

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@ponyfliege

hab deinen oberen Teil gar nicht gelesen....
get your storys straight...
da steht nichts das ich irgendwem ins gesicht spucke, lies nochmal aufmerksam durch

Bitte, wenns dir besser wenn ich sage das ich psychisch kranke nicht wörtlich erwähnt habe dann sei es so.
ist aber irgendwie logisch das ich personen meine die es aus freien stück in vollem bewusstsein wollen, oder?

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