Können Psychpharmaka abhängig machen?

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10 Antworten

Das größte Suchtpotential habe Psychopharmaka aus der Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine (ZB Valium, Tavor, Xanax). Zyprexa gehört nicht dazu. Aber in gewisser Weise machen alle Medikamente abhängig, die man über langen Zeitraum eingenommen hat, da der Körper sich an den Wirkstoff gewöhnt hat und mit entzugsähnlichen Symptomen reagiert, wenn man das Medikament plötzlich absetzt. Daher müssen langfristig eingenommene Meds langsam ausgeschlichen werden, d.h. die Dosis wird nach und nach stetig reduziert.

Bei den Psychopharmaka machen Benzodiazepine schon nach kurzer Zeit abhängig. Sehr bekannt aus dieser Gruppe ist z. B. Tavor, es macht am schnellsten abhängig. Die Abhängigkeit zeigt sich dadurch, dass man von den Benzodiazepinen nach kurzer Zeit mehr nehmen muss, um die gleiche Wirkung auf den Körper zu erzielen. Der Körper braucht immer mehr von diesem Benzodiazepin. Einfach so absetzen kann man sie natürlich nicht, sonst entstehen Entzugssymptome. Bei einer Abhängigkeit ist ein stationärer Entzug erforderlich.

Bei Antidepressiva ist es so, (dazu gehört auch Citalopram) dass man sie nicht einfach so absetzen sollte, sondern ausschleichen sollte. Das bedeutet, man muss langsam weniger von ihnen nehmen und dann kann man sie ganz weglassen.

Hello there,

man hat ja schon Einiges gesagt. Zum Beispiel dass Antidepressiva nicht, Benzodiazepien daher sehr wohl abhängig machen können. Neuroleptika also Mittel gegen Psychosen und Schizophrenie wie das von dir genannte Zyprexa mit dem Wirkstoff Olanzapin machen nicht direkt abhängig.

Dennoch ist jede Einnahme von Psychopharmaka mehr als bei anderen Medikamenten mit Risiken verbunden. Zum Einen wirken Sie bei jedem anders. Zum Anderen wirken Sie auf verschiedene Neurotransmitter im Gehirn zum Beispiel Dopamin, Serotonin oder Noradrenalin, um mal einige zu nennen.

Die Wirkung auf diese Neutrotransmitter beeinflusst den ganzen Organismus. Es gibt typische Nebenwirkungen von Neuroleptika. Das sind vor allem EPS (Extrapyramidale Störungen), dazu gehören Bewegungsunruhe, Blickkrämpfe und einiges mehr. Die vergehen meist nach Beenden der Therapie. Es gibt aber auch Nebenwirkungen, die unter jeder Neuroleptikatherapie auftreten können und sogar erst Monate oder Jahre nach Absetzen des Medikamentes und die häufig dauerhaft bleiben. Stichwort "Spätdyskinesie".

Ich persönlich konnte Zyprexa nicht nehmen, da bei mir die Leberwerte in die Höhe geschossen sind. Ich nehme jetzt das dem Olanzapin verwandte Clozapin. Meine Leberwerte sind zwar immer noch schlecht, aber nicht mehr so extrem wie unter Olanzapin.

Deine größte Sorge sollte dein Gewicht sein. Standardmäßig nimmt man unter Zyprexa zu. Ich zum Beispiel 25kg in den 3 Wochen Zyprexa (Kombination aus dem Medikament und hemmungslosen Frustfressens). Achte also darauf dass du dich gut ernährst, zumindest ein Bisschen Sport machst und einen gesunden Lebenswandel hast.

Außerdem gibt es sowas Ähnliches wie eine Abhängigkeit bei Neuroleptika, das merkst du wenn dus irgendwann absetzt. Eine Art Entzug wirst du da auf jeden Fall haben, gerade im Bezug auf deinen Schlaf. Da Zyprexa vor allem sedierend wirkt und du es schon lange nimmst, gehe ich davon aus dass du die erste Zeit Schlafprobleme haben wirst. Nur eine wirkliche Abhängigkeit wie man das von Drogen oder Schlafmitteln kennt die gibts in dem Sinne nicht.

Letztlich ist es immer besser ohne Psychopharmaka, aber leider nicht immer so ohne Weiteres möglich. Mein allgemeiner Rat (haste sicher schon gehört): Kein Milligramm mehr Psychopharmaka als nötig, um dich stabil zu halten.

Hoffe ich konnte dir helfen.

MfG

Alex

Danke für Deine umfassende Antwort. Ich habe jetzt das Antidepressivum Cipralex vom Arzt absetzen lassen. Weil ich glaube, dass es mir momentan so gut geht, dass ich meinte, das Medikament nicht mehr zu brauchen. Aber das Zyprexa werde ich - glaube ich - bis an den Rest meines Lebens holen müssen. Ich habe zwar ein bisschen davon zugenommen. Aber wie der Ratschlag war, versuche ich dem entgegenzuwirken durch Sport und weniger essen.

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Ja, deshalb bin ich unter anderem auch kein Fan davon und finde, dass viele Ärzte einfach zu schnell Psychopharmaka verschreiben. Aber in "akuten" Fällen ist es schon wichtig diese Medikamente nehmen und dann nimmt man es in Kauf. Aber es ist jetzt nicht so wie harte Drogen zb. Man kommt besser und schneller von den Medikamenten wieder weg.

Theoretisch kann alles abhängig machen, aber das wäre zu oberflächlich beantwortet. Ich nehme mal an, es handelt sich hierbei um Antidepressiva richtig?

Hier mal eine pdf-Datei dazu:

http://www.uni-leipzig.de/~pharm/phfn/AngstBerg.pdf

Nein. Zyprexa ist kein Antidepressivum. Das ist Citalopram, was ich ebenfalls bekomme. Zyprexa ist ein Dopaminhemmer gegen schizophrene Psychosen.

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@simongeisen

Dass es kein Antidepressivum ist stimmt nicht. A) werden Psychopharmaka in die Kategorie Antidepressiva eingeteilt. B) Zyprexa wird in Therapien an stark depressiven Patienten getestet, die später stimmungsaufhellend wirken. Zyprexa kann sehr viele unangenehme Nebenwirkungen verursachen, so viel sei gesagt. Die Liste ist lang.

Dazu ebenfalls ein Artikel:

http://www.aerztekammer-hamburg.de/funktionen/vortraege/pdfs/1018535229.pdf

Zyprexa machen an sich kaum abhängig.

Dazu ein Blogeintrag auf answer.yahoo.

..Die Medikamente bewirken, dass du Abstand vom Problem bekommst und kannst die Welt wieder besser wahr nehmen. Neuroleptika machen nicht abhängig, weil du ja immer noch das Proble, die Mauer, siehst. Würde das Problem aufgelöst, wie von Valium, Adumbran, Tavor die zu der Gruppe der Benzodiazepine gehören, wirst du abhängig von diesen Medikamenten Zyprexa wird in erster Linie bei Schizophrenie gegeben....

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@freezyderfrosch

Danke für die Beantwortung meiner Frage und die hilfreiche Aufklärung. Ich merke, Du bist vom Fach. Ich werde in Zukunft versuchen wenigstens ein bisschen von dem Zeug wegzukommen, da ich schon motorische Probleme davon bekomme, was vielleicht eine der der vielen Nebenwirkungen davon sein könnte. Jetzt meine nächste Frage: Können Psychopharmaka das mit den motorischen Problemen fördern?

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Ja

Psychisch und körperlich.

Schlaf: Da Psychopharmaka müde macht und sie reduziert und Psychiater wenn man dan nicht schlafen kann sind das sind Symtome und sie wieder nimmt.

Bei Bezodipine ist es bekannt.

Wer sie Absetzt sollte das über langen Zeitraum machen.

http://www.palverlag.de/medikamentenabhaengigkeit.html

ja, habe ich in der eigenen famlie erleben müssen

Nein, Pharmaka sind nur harmlose Pillen wie aus dem Kaugummiautomat.

Natürlich macht das Zeug abhängig.

Ja, sind sogar Lebensgefährlich. Ich empfehle dir eine Absetzung, mach das aber Schrittweise, denn sonst kannst du Flashs Kriegen wie ein Heroinabhängiger - dann merkst du das Psychopharmaka auch nur Drogen der Pharmaindustrie sind.

Ja, und zwar ziemlich schnell!

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