Können Narzissten gut trösten, oder ist ihnen das unangenehm?

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8 Antworten

Ich bin fast sicher, dass meine Mutter eine "leichtere" Form einer solchen Persönlichkeit hat und ich glaube zu wissen, woher sie kommt. Zu einem Psychologen würde sie natürlich nie gehen.^^

Sie kann durchaus trösten und fragt von sich aus nach meinem Befinden. Sie kann auch sehr liebevoll sein. Es fällt ihr aber sehr schwer, ein paar Minuten mal nicht über sich selbst zu reden.

Dass die Leute lieber über sich selber und ihre eigenen Sorgen reden, als die von anderen, ist mir schon klar, aber bei ihr ist es schon extrem.

Hier ist diese Persönlichkeitsstörung ganz gut beschrieben https://www.therapie.de/psyche/info/index/diagnose/persoenlichkeitsstoerungen/narzissmus/

Wirklich narzisstische Persönlichkeiten haben kein Interesse daran, anderen Trost zu spenden. Für Sie ist sowieso ein persönliches Missgeschick oder ein Anlass zur Trauer entweder durch ein Fehlverhalten der anderen Person selbst hervorgerufen, oder die Trauer ein Zeichen von Schwäche.

Was nicht bedeutet, dass Sie selbst sich eine solche Schwäche nicht ebenso zugestehen würden, nur wäre es dann in Ihren Augen keine. Der Grund zur Trauer wäre dementsprechend schwerwiegender, zumindest Ihrer Einschätzung nach.

Dem stimme ich zu. Wenn mal was richtig mies läuft, waren nach außen hin stets die "Umstände" oder einfach "Andere" schuld und man muss dafür natürlich getröstet werden.

Nach innen hin geben Narzissten sich bestimmt auch oft selbst die Schuld.. aber das wird eben in sich rein gefressen. Bloß keine Schwäche zeigen. Und dann aber später über diverse Symptome klagen.. ach naja^^

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Um Trost spenden zu können muss man erstmal erkennen, dass jemand Trost braucht und dass kann ein Narzisst nicht. Und selbst wenn man es ihm sagen würde könnte er es nicht, weil er sich gar nicht in den anderen hineinfühlen kann.

Klar kann ein Narzisst gut trösten - wenn das sein/ihr Anspruch ist.
Dann kann ein Narzisst sogar besser trösten als (fast) alle Anderen! Ist schließlich sein/ihr Ehrgeiz.
Aber was steht eigentlich hinter deiner Frage? Wird ja wohl nicht nur psychologisches Interesse sein ...

Narzissten können sich schlecht in andere Menschen einfühlen. Der Ehrgeiz ist nur geheuchelt.

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@Nunuhueper

Glaub mir, ich kenne Theorie und Praxis. Was hier behauptet wird, sind laienhafte Auffassungen, die teilweise zutreffen, aber mit Sicherheit nicht in dieser absoluten Weise. 'Narzissmus' ist in erster Linie eines Störung der Selbstwertregulation; Empathie ist keineswegs ausgeschlossen bei diesen Menschen.

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Narzissten wollen nicht zwingend "besser" sein als andere sondern sie wollen einfach die Aufmerksamkeit der Leute, um ihr eigenes Selbstwertgefühl aufzubessern.

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Doch, das können sie durchaus, wenn sie es wollen. Und das mitunter sogar sehr gut. Dabei ist es zumindest vom Ergebnis her betrachtet ja zunächst einmal auch recht egal, ob der Trost nun echtem Mitgefühl entsprang (allerdings bei ausgeprägtem Narzissmus eher unwahrscheinlich) oder aber dem erhebenden Schauspiel eines Trösters der Superlative. Denn auch Narzissten bekleiden natürlich Rollen als Vater, Mutter, Freund, Berater und sind hier gefordert. Sofern man daraus keinen karmischen Sonderfall innigster Anteilnahme am persönlichen Schicksal ableitet, kann man sich also durchaus sogar bevorzugt von einem Narzissten trösten lassen - kaum einer tröstet besser.              

Unangenehm sind einem Narzissten nur Situationen, die seine eigene Verletzlichkeit und persönliche Schwäche outen könnten. Aber in dieser Gefahr befindet sich der Narzisst als Tröster ja gerade nicht, denn hier hat er die überlegene Position in der Interaktion inne und alles unter seiner Kontrolle.

Das können sie gut !

Doch es ist kein wirklicher Trost, denn Narzissten sind wie Angler. Sie opfern den Wurm, um dich an der Angel zu haben.

Sie tun alles, um bewundert zu werden.

Also sei vorsichtig...

Die interessieren sich nur für sich selbst.

Ja klar, aber wenn sie in so einer Situation sind, können sie ja nicht weggehen. Auch wenn sie keine Empathie haben, müssen sie ja trösten. Schließlich wollen sie im Augen vom Opfer der Empathische supermensch sein, und trösten ohne Mitgefühl ist immer unangenehm

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@Gangsta987

Ja klar, aber wenn sie in so einer Situation sind, können sie ja nicht weggehen.

Natürlich können Sie das.

Schließlich wollen sie im Augen vom Opfer der Empathische supermensch sein

Nein, Narzissten gehen davon aus, dass egal was Sie tun, Sie der überlegene Charakter sind der stehts richtig und pragmatisch agiert. Sie sind nicht auf Anerkennung Anderer angewiesen, auch wenn Sie diese zur Bestätigung des eigenen Selbstbildes gern annehmen.

und trösten ohne Mitgefühl ist immer unangenehm

Nein, ein Narzisst würde den Trauernden vielleicht eher als Schwächling sehen, sind auch sozipathische Anteile vorhanden, würde er es dem Betroffenen auch deutlich sagen.

Natürlich sind solche Diagnosen fliessend, nicht jeder Narzisst würde so empathielos handeln und empfinden.

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Du kennst dich nicht wirklich aus mit der Theorie und Praxis des Narzissmus.

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Ich habe die starke Vermutung, NPS zu haben, und zu meinem
Persönlichkeitsideal gehört Empathie, auch wenn ich sie üblicherweise nicht empfinde. Ich denke mir dann auch so "was für eine meme", aber zwinge mich ihn zu trösten, damit ich nicht wieder in eine Selbstzweifelperiode stürze

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@Gangsta987

Sich 'zu etwas zwingen' ist nur bedingt sinnvoll. Wünschenswert wäre ein möglichst großes Maß an echtem, 'authentischen' Verhalten - so sein, wie es wirklich dem eigenen Wesen und Charakter entspricht. Das ist aber leider oft das zentrale Problem bei Menschen mit Selbstwertzweifeln und perfektionistischen Ansprüchen, wie es häufig bei den sogenannten 'grandiosen Narzissten' der Fall ist: sie stehen stark unter dem Einfluss ihres Ich-Ideals und haben weniger Zugang zu ihren 'weicheren' und eigentlich authentischeren Impulsen. (Daneben gibt es noch den Typ des 'verletzlichen Narzissten', da schaut es etwas anders aus). 

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@Gangsta987

Das klingt überhaupt nicht nach einem Narzissten. Zwar haben auch diese mitunter Zweifel an Ihrem eigentlich durchweg positiven Selbstbild, aber das rückt sich durch Neuordnung der Wahrgenommenen Erinnerungen wieder gerade und nicht durch Andienen an emotional bedürftige Mitmenschen.

Du solltest selbst keine Diagnosen stellen, vorallem nicht für deine eigene Person, da du, das liegt im Kern der Sache, nunmal keines Falles eine objektive Bewertung deiner Antriebe und Ziele vornehmen kannst.

Wenn du dich bereits auf eine Diagnose festgelegt hast, wirst du immer wieder dort landen, wenn du versuchst eine Persönlichkeitsstruktur irgendwo einzuordnen. Selbsterfüllende Logik.

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Die Empathie gehört ja für mich zur Perfektion. Wenn ich unempathisch reagiere, drehe ich mir es danach aus so zurecht, das es mir passt

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Die Narzissten sind es, die getröstet werden wollen.

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