Können Katzen Menschen wirklich lieben?

20 Antworten

Interessant fand ich ja eine Szene, in der eine Katze ein Kind verteidigt hatte, welches von einem Hund angegriffen wurde. Sie schaffte es tatsächlich, den Hund in die Flucht zu schlagen.

Wäre sie rein egoistisch gewesen, wäre sie das Risiko wohl nicht eingegangen.

Dass ein Hund so etwas macht, ist nicht überraschend (Hunde sind Rudeltiere und verteidigen notfalls ihr Rudel). Bei einer Katze hat mich dieses Verhalten aber etwas überrascht.

Bei den Katzen, die ich selber kenne, würde ich sagen: die sind zwar schon primär berechnend, aber irgendwie manchmal auch "sozial" (Liebe würde ich es nicht nennen, aber sie suchen menschliche Nähe, weil sie nicht gerne alleine sind - ein warmes Bett ist schon nett für eine Katze).

Sogar von einsamen Löwen weiß man, dass sie manchmal menschliche Nähe suchen. Einsamkeit mögen sie irgendwie manchmal doch nicht.

Also wir haben auch einen Kater, der bei uns lebt. Ich würde ihn niemals als Besitz bezeichnen, weil er total lieb ist.

Damals, als kleines Kätzchen habe ich ihn vor dem Hungertod geretten und wir sind echt zusammengewachsen, als wären wir eine Seele.

Morgens wache ich neben ihm auf und er schlummert dann neben mir und wenn ich aufstehen möchte, dann jammert er. Eben, weil er liener kuscheln möchte, als Futter.

Er leckt mich ab, als wäre ich seine Mami und nuckelt an meinem Finger, weil es seine Zitze ist, die er von seiner leiblichen Mutter nicht hatte.

Ich sehe ihn nicht als jemand, über dem ich stehe, sondern als mein Baby. Einfach deshalb, weil er sich nicht wie jemand verhält, der an meinem Leben desinteressiert ist. Er sitzt immer auf der Badewanne, während ich Zähne putze und wartet, bis wir zusammen ins Bettchen können zum kuscheln.

Wenn ich nach Hause komme, dann wartet er immer schon hinter der Tür und springt mich manchmal sogar an, wenn ich ihn nicht gleich auf den Arm nehme. Wenn selbst das nicht klappt, dann klettert er auf den Tisch und versucht es von dort.

Wenn er aber versehentlich kratzt und man "Aua" sagt, dann zuckt er sofort zusammen und leckt die Stelle ab oder "streichelt" einen (also nicht wirklich "streicheln", sondern eher ein "daran reiben").

Manchmal liegt er stundenlang einfach bei mir und lässt sich kraulen - er faucht NIE, sondern maunzt, wenn ihn etwas stört.

Man kann sich sogar mit ihm "unterhalten", das heißt, dass er (so gut wie) immer Antwort gibt, wenn man ihn ruft oder mit ihm redet, wenn er neben einem sitzt.

Ich kann natürlich nicht beweisen, ob er mich so sehr liebt, wie ich ihn liebe, aber ich bin mir definitiv sicher, dass er mir vertraut.

Er lässt sich manchmal in Positionen am Bettrand hängen und verlässt sich darauf, dass ich ihn halte, da denkt man sich "Ach du dickes Ei, wie kann man nur so schlafen ohne Angst zu haben?"

Er ist zwar auch ziemlich "Futtergeil", aber es stört ihn gar nicht, wenn man ihm mit Futter vor der Nase herumwedelt, wenn man im Medizin verabreichen möchte und es ihm dann nicht gibt, sondern ihn anstattdessen knuddelt. Da vergiss er auch schonmal, dass man gerade seinen Napf gefüllt hat...

Und das Besondere: Nur bei mir ist er so geduldig und verkuschelt. Bei anderen ist er zwar auch offen und vorsichtig, aber er wartet nicht, weckt sie nicht, leckt sie nicht und bleibt nicht stundenlang bei ihnen liegen.

Daher vermute ich, dass er mich liebt. Oder zumindest bin ich etwas besonderes für ihn :)

(Tut mir leid, dass es so ein langer Text geworden ist!)

Ach ja, etwas ganz wichtiges, was ich vergessen habe: Wenn ich weine, dann kommt er immer angerannt um mich zu trösten (vorausgesetzt, er ist in der Nähe und sieht es....)

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Unsere Katze wird jetzt bald 17. Sie ist anhänglich, kommt ständig zum schmusen und kuscheln. Wenn einer länger weg ist, sucht sie den betreffenden und "fragt" den anderen wo derjenige ist. Am liebsten wird sie stereo gestreichelt und was das füttern angeht müssen wir sie fast zwingen zu essen. Wenn man heim kommt rennt sie zur Tür und begrüßt einen (nicht wie ein Hund, der rumspringt, aber sie streicht um die Beine und gibt Laute). Wer Katzen hat, der weiß dass sie Menschen lieben können. Wer nur Hunde hatte, wird das aus einer anderen Perspektive betrachten, den Katzen sind keine Rudeltiere und "unterwerfen" sich nicht dem Besitzer.

Du weißt ne das Katzen 17-19 Jahre werden... die noch alles gute 🤗🙋🏻‍♂️

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@Webclon

Danke. Wir rechnen täglich damit, dass es zuende geht. Sie hat Niereninsuffizienz und frisst schlecht. Aber sie hat keine Schmerzen oder quält sich, also bleibt sie bei uns bis sie uns verlässt.

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Ich denke, dass sie das können, aber eben auf ihre eigene kätzische Art. Katzen sind sehr soziale Tiere, die unsere Stimmung erkennen können und sich entsprechend verhalten. Allerdings kommt es dabei auch immer darauf an, wie eine Katze gehalten wird und wie viel Vertrauen sie zu ihrem Menschen hat.

Kann man nicht pauschalisieren. Katzen sind durchaus dazu in der Lage, Zuneigung zu uns Menschen zu empfinden. Ob eine Katze dies tut, hängt aber von der Katze ab.

Ein Bekannter von mir hatte eine Katze, die sich von ihm nicht anfassen ließ. Er war also wirklich nur zum Essen bereit stellen da.

Meine Katzen schlafen bei mir, liegen auf mir und suchen aktiv meine Nähe. Ich würde also schon sagen, dass sie mich mögen.

Ob eine solche Beziehung jetzt unters Stockholm-Syndrom fällt, lasse ich mal außen vor.

Ja aber ob Sie dich mögen ist fraglich?! Vielleicht ist es auf deinem Bett viel gemütlicher als auf dem Teppich oder auf dem Holzboden... immer hinterfragen und welchen Zweck hat es?

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@Webclon

Sicherlich kann es auf meinem Schoß oder unter meiner Decke, während ich ebenfalls darunter liege, für sie schöner sein. Trotzdem glaube ich, dass sie das nicht tun würden, wenn da keine Zuneigung wäre. Immerhin zeigen sie ihre Zuneigung mir gegenüber sehr deutlich.

Es kann, wie ich bereits angeschnitten hatte, durchaus aufgrund des Stockholm-Syndroms sein. Darüber gibt es Studien, auf die ich hier nicht eingehen möchte.

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