Können homöopatische mittel helfen?

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6 Antworten

Hallo Habibii1996, 

1) Homöopathie wird leider oft mit Pflanzenheilkunde verwechselt, ist aber ganz etwas anderes: 

Pflanzenheilkunde ist die Anwendung natürlicher Inhaltsstoffe von Pflanzen und ihrer biochemischen Auswirkungen auf den Organismus. 

Homöopathie ist ein 200 Jahre altes Lehrgebäude, das postuliert, dass Stoffe - in beliebiger Verdünnung oder sogar in ihrer kompletten Abwesenheit - ähnliche Beschwerden heilen, wie sie sie beim Gesunden hervorrufen. Homöopathen glauben, dass die Wirksamkeit eines chemischen Stoffes beim schrittweisen Entfernen des Stoffes erhalten bleibt, wenn man das Verdünnen nur schrittweise durchführt und regelmäßig dabei schüttelt. Das Verfahren ist mit unseren naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht vereinbar und kann prompt nicht nachweisen, dass die eingesetzten Präparate etwas anderes als Placebo sind. In den USA müssen Homöopathika entsprechende Hinweise tragen, in Russland gilt Homöopathie offiziell als Pseudowissenschaft. 

Nachlesen kannst Du das z.B. hier in diesen Links: 

http://www.hno-vahle.de/homoeopathie-in-kuerze/

https://motherboard.vice.com/de/article/xygeqd/studie-entzaubert-homoeopathie-forscher-finden-keinen-beleg-fuer-wirksamkeit-749

Es macht also einen ganz erheblichen Unterschied, ob Du nach der Behandelbarkeit bestimmter Beschwerden mit Homöopathika oder mit Präparaten auf Pflanzenbasis fragst. Während erstere Placebos (Scheinmedikamente) sind, gibt es in der zweiten Gruppe viele gezielt wirksame Präparate. 

2) Eine echte Angststörung braucht eine saubere Diagnose vom Psychotherapeuten. 

Nur der Arzt kann auf der Basis seiner fachkundigen Diagnose entscheiden, ob Deine Probleme behandlungsbedürftig sind und/oder ob sie medikamentös behandlungsbedürftig sind. 

In keinem Falle ist es sinnvoll, einfach selber drauf los zu "doktern". Das kann eine notwendige Behandlung verzögern... und die Behandlung letztlich langwieriger und schwerer machen. 

Auch wenn Du - wie hier irgendwo im Kommentar zu lesen - schon in Behandlung bist (hoffentlich nicht einfach beim Heilpraktiker, sondern bei einem fundiert ausgebildeten Arzt), solltest Du nicht einfach zusätzlich zur Behandlung noch "irgendwas Pflanzliches" einnehmen. 

Pflanzliche Präparate können Wechselwirkungen mit verordneten Mitteln haben - und Nebenwirkungen. Entgegen dem Volksmund ist es eben nicht "harmlos, weil es pflanzlich" ist. 

Allgemein gilt aber ohnehin, dass man nicht parallel zu einer Behandlung einfach noch andere Mittel einnehmen sollte, ohne es dem Therapeut zu sagen: Die Effekte können nämlich sonst zu falschen Entscheidungen Deines Therapeuten führen, weil der ja dann gar nicht weiß, dass das, was er zu sehen bekommt, ein Patient ist, der schon etwas gegen seine Beschwerden einnimmt. 

Deshalb:

Da Du den Therapeut eh darüber informieren müsstest, wenn Du etwas einnimmst - egal was - solltest Du gleich den einzig sinnvollen Weg gehen und mit ihm besprechen, welches Präparat für Deine Beschwerden am besten geeignet ist. Falls er etwas verordnet hat, kannst Du das ohnehin nicht einfach durch "irgendwas Pflanzliches" oder gar "irgendwas Homöopathisches" ersetzen.

Nur dann, wenn Dein Therapeut meint, dass die Beschwerden eigentlich nicht unbedingt behandlungswürdig sind, könntet Ihr es - falls Du es denn unbedingt für Stresssituationen willst - mit einem Placebo probieren. Da kann man dann auch ein Homöopathikum nehmen. Muss man aber nicht.

Grüße

Hallo Habibii 1996

Das wird sicher nicht die einzige Antwort sein, die dich darauf hinweist: Homöopathika sind keine pflanzlichen Mittel. Sie werden aus allem möglichen hergestellt, von Berliner Mauer über Schweinedarmverschluss bis hin zu eingebildete Bakterien, die es gar nicht gibt (https://en.wikipedia.org/wiki/Oscillococcinum)

Auch Pflanzen werden verwendet. Die sind dann aber sehr, sehr, SEHR stark verdünnt, bis hin in absurde Größenordnungen, wo selbst wenn man das Universum vollständig mit dem Mittel anfüllen würde kein Molekül der verdünnten Substanz mehr zu finden wäre.

Dazu tritt noch, dass für homöopathische Mittel Pflanzen, oder auch Drecksorten ausgesucht werden, die ohnehin nicht gegen die Krankheiten wirken, gegen die sie eingesetzt werden.

Homöopathie bei einem Homöopathen kann über diverse psychische Effekte eine Wirkung entfalten, die homöopathischen "Arzneimittel" selbst aber sind nachweislich nicht wirksam, was auch ethische Probleme aufwirft (da das in der Regel behauptet wird und so an Betrug grenzt). Auch wenn du dir selbst welche "verschreibst" sind es simple Placebopillen. Nichts als Zucker. 

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Pflanzliche Mittel, also Phytotherapie, in wirksamen Dosen, haben ein ganz anderes Problem: Die Wirksamkeit vieler traditionell verwendeter Pflanzen ist nicht belegt, teils auch nicht ausreichend erforscht. Wenn der Wirkmechanismus verstanden ist, wird meistens wegen der besseren Dosierbarkeit und dem Ausschließen von Nebenwirkungen durch andere Stoffe in der Pflanze nur noch mit Extrakten oder sogar dem synthetisch hergestellten Wirkstoff behandelt.

Es gibt allerdings einige Pflanzen, die angstlösende oder zumindest beruhigende Eigenschaften haben, und bei denen der Umgang nicht so wahnsinnig gefährlich ist. Dazu zählen Baldrian, Lavendel und Johanniskraut.

Dennoch sind diese nicht als eine alleinige Therapie geeignet, ihre tatsächliche Wirksamkeit gegen Angststörungen ist nicht über alle Zweifel erhaben, und ihre Einnahme sollte dennoch UNBEDINGT, und ganz besonders wenn gleichzeitig Psychopharmaka eingenommen werden, mit dem behandelnden Arzt/Psychiater abgesprochen werden.

Dieser wäre sowieso eine gute Anlaufstelle für deine Frage.


Manchmal frage ich mich, warum anscheinend so viele Homöopathika mit pflanzlichen Naturheilmitteln verwechseln...

Homöopathika sind meist nichts anderes als teure Placebos. Denn die sind dermaßen stark verdünnt, dass man in der Regel kein einziges Wirkstoffmolekül mehr in den Zuckerkugeln bzw. den Alkoholtropfen findet (nach einigen Verdünnungen wird da im Prinzip bloß noch Lösungsmittel mit Lösungsmittel "verdünnt"). Und deshalb kann da nichts wirken, außer eben dem Placeboeffekt.

Manchen Pflanzen wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt, zum Beispiel Baldrian und Lavendel. Extrakte  aus solchen Pflanzen könnten daher (wenn sie in nachweisbaren Mengen eingenommen werden) die von dir gewünschte Wirkung haben. 

Aber ich glaube, es ist auch bei solchen Mitteln nicht immer durch entsprechende wissenschaftliche Studien eine tatsächliche Wirkung nachgewiesen, die über den Placeboeffekt hinausgeht (der bei jeder Maßnahme auftritt, durch die man Symptomlinderung erhofft).

Ach ja, die anderen haben Recht. Wenn du wegen einer Angststörung in Behandlung bist, solltest du nichts zusätzlich einnehmen, ohne vorher mit dem behandelnden Arzt zu sprechen.

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@Janeko85

und wenn die FS deshalb noch nicht in behandlung ist, wird es zeit, eine zu beginnen.

lavendel hilft übrigens hauptsächlich bei spannungskopfschmerzen.

und baldrian kann üble nebenwirkungen haben. genau wie johanniskraut und co.

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Hallo! Sie können helfen - wenn man dran glaubt. Placebo. Aber es kann gefährlich werden wenn man dafür die Einnahme richtiger Medizin versäumt. 

 Buch von Dr. Theodor Much

"Der große Bluff: Irrwege und Lügen der Alternativmedizin"

Es handelt sich um eine Nonsense-Therapie, eine Geldverschwendung und auch deswegen nicht unbedenklich, weil bei derartigen Scheintherapien bei ernsten Erkrankungen wertvolle Zeit vergeudet wird." <

Sagt eigentlich schon alles , es kann riskant werden. 

Alles Gute.

homöopathie und pflanzlich sind zwei ganz unterschiedliche sachen.

bei beidem würde ich sagen - jein.

psychische störungen, gerade angst- und zwangsstörungen sollten immer ärztlich behandelt werden.

es gibt keine "hausmittelchen". und die dinge, die eine wirkung haben, können auch nebenwirkungen hervorrufen. 

das gilt auch für homöopathische mittel.

empfehlungen: grundsätzlich keine, weil das fürchterlich nach hinten losgehen kann.

Schade... dache dass ich es mit pflanzlichen mitteln einbisschen in den griff bekomme

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Kann natürlich helfen. Da es aber um eine Angststörung geht, würde ich das mit einem Arzt absprechen.

Bin schon in einer behandlung beim psychotherapeuten.

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