Können heutige humanoide Kryptiden noch zur Gattung Gigantopithecus gehören?

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5 Antworten

Vorab: Auszuschließen ist aus wissenschaftlicher Perspektive so gut wie nichts. Alles ist eine Frage der Wahrscheinlichkeiten.

Gigantopihecus war eine Menschenaffenart, die von Südchina über Pakistan bis nach Nordindien verbreitet war. Sein Lebensraum waren vermutlich dichte Laub- und Regenwälder, in denen er überwiegend von Ästen, Früchten und Bambus lebe. Er besetzte also in etwa die gleiche ökologische Nische wie der Pandybär oder auch der Gorilla, war aber weniger stark spezialisiert. Leider beschränken sich die Fossilfunde bloß auf einige sehr große Zähne und Kieferfragmente, sodass weitere Forschungen über die Lebensweise dieses Riesenaffen leider höchst spekulativ sind.

Es erscheint mir aber unwahrscheinlich, dass ein Menschenaffe in einer vereisten Gletscher-und Gebirgsregion überleben kann, wo er doch vorher auf ein Leben im Urwald spezialisiert war. Der Himalaya ist zudem einer der extremsten und lebensfeindlichesten Lebensräume der Welt. Alle Tiere, die dort leben, führen ein hochspezialisiertes Leben. Es gibt zwar Affen, die vor allem in Gebirgen leben, wie den afrikanischen Dschelada, aber Gigantopithecus hat so gut wie nichts mit ihnen gemein.

Die Herkunft der Legenden um den Yeti könnte trotzdem mit auf diesen Riesenaffen zurückgehen: Da er eben auch in den Grenzgebieten eben jener Länder vorkam, in denen er häufig "gesichtet" wurde, könnten die Menschen Erzählungen um den Riesenaffen in das Gebirge mitgebracht haben. Über die Generationen wurden dann aus den Bergwaldaffen legendäre Berggeister, vermischt mit anderen Mythen aus den Gebirgen des Karakorum und des Himalaya könnte dann eine Legende geworden sein.

Möglicherweise spielen auch Erzählungen von großen tibetanischen Braunbären oder sogar wildlebenden Eremiten eine Rolle und hatten Einfluss auf die Legendenbildung - dass aber ein reales, übermenschengroßes Affenwesen im Himalaya existiert, ist äußerst unwahrscheinlich. Wenn es den Yeti gibt, dann ist er mit einer sehr viel größeren Wahrscheinlichkeit ein Bär, die im Gebirge weitaus besser zurecht kommen.

Ein Übersiedeln von den Zentralasiatischen Gebirgswäldern in die Neue Welt ist ebenfalls äußerst unwahrscheinlich, die Wegstrecke ist viel zu lang. Außerdem wurden nirgends Funde gemacht, die sozusagen auf dem Weg liegen - von der Mongolei bis nach Kamtschatka ist kein einziger Giganthopithecus-Zahn überliefert.

In Südamerika besetzten vielmehr Faultiere die ökologische Nische, die in der Alten Welt von Menschenaffen eingenommen wurden. Einige Vertreter wie Megatherium wurden auch außerordentlich groß und waren sogar Nahrungsgeneralisten. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich Faultiere nach der Entstehung des Istmusses von Panama während des großen Faunenaustauschs auch in Nordamerika ausgebreitet haben und dort in den Wäldern Fuß fassten, noch bevor die ersten Menschen den Kontinent erreichten. Die meisten Großfaultiere starben aber infolge der quartätren Aussterbewelle aus - vielleicht auch wegen der Bejagung durch die Paläo-Indianer. Trotzdem könnten Riesenfaultiere den wahren Kern der Legenden über Waldmenschen wie Bigfoot und Sasquatsch darstellen - oder es waren auch hier wieder Bären, die Pate standen. Jedenfalls ist bei allen rezenten "Sichtungen" auch anzunehmen, dass es sich dabei um Bären gehandelt hat.

Solange kein Beleg für die Existenz eines Riesenaffen vorgelegt werden kann, muss sie aus wissenschaftlicher Sicht in Zweifel gezogen werden, auch wenn es nicht auszuschließen ist, dass in entlegenden Gegenden noch Restpopulationen bislang unbekannter Tiere überlebt haben. Allerdings noch etwas zur Wahrscheinlichkeit: Die Wahrscheinlichkeit für die Existenz unbekannter Großtiere mit einem Körpergewicht über 200kg ist gelinde gesagt extrem gering, da sich diese am schwersten damit tun, sich zu verbergen und keine Spuren zu hinterlassen.

Nein. Könnte nicht. Sämtliche Fellproben, die angeblich vom Yeti stammten, waren nach den Gen-Untersuchungen ganz normale Bärenhaare. Und die Fußabdrücke von Big-Foot sind auch schon als Fälschungen und Witz entlarvt worden.

Es sind immer Bären gewesen, wenn die Leute da wirklich was gesehen haben, egal ob Big-Foot, Yeti oder Sasquatch. In Nordamerika könnten es evtl. Mischlinge zwischen Braun- und Eisbären gewesen sein. 

Bären wirken in Gebüsch und Nebel, wie grobschlächtige menschenartige Wesen, wenn sie auf den Hinterbeinen stehen. Da sind schon vernünftige Leute drauf reingefallen.

Dunkleosteus 16.07.2017, 20:01

,,Nein. Könnte nicht."

Naja, ich denke schon, dass es möglich ist, dass Tiere wie Bigfoot und Yeti existieren. Eindeutig bewiesen ist die Existenz solcher Tiere zwar noch nicht aber es gibt viele Hinweise, von denen bei weitem nicht alle eindeutig als Fälschungen entlarvt werden konnten.

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akesipalisa 17.07.2017, 09:52

Aus Gebieten, in denen sowohl Braun- als auch Eisbären vorkommen, sind m. W. noch keine "Sichtungen" gemeldet worden.

Der Sasquatch kommt schon seit Langem im Denken der Indianerstämme vor, und ich meine, diese Indianer (als sie noch ihre traditionelle Lebensweise pflegten), waren so naturnah und naturverbunden, dass sie sicher einen Bären von einem affenartigen Wesen unterscheiden konnten.

Gegen die Existenz des Sasquatch, des Yeti und ähnlicher Kryptiden spricht allerdings, dass zum dauerhaften Überleben einer solchen Art mindestens einige Dutzend Tiere so territorial dicht leben müssen, dass sie sich zwecks Fortpflanzung treffen können. Von Sichtungen mehrerer kryptider menschenähnlicher Wesen gibt es m. W. nur zwei Berichte mit unklarer Quellenlage:

1. Der russische Forscher Igor Akimuschkin erwähnt in seinem Buch "Es gibt doch Fabeltiere" (60er Jahre) die Sichtung dreier "Agogwe" (Vater, Mutter, Kind) in Südafrika (sie sollen am ganzen Körper außer dem Gesicht rötlich behaart gewesen sein und von der Gestalt her dem Australopithecus africanus geähnelt haben, der den beobachtenden Buschleuten allerdings gar nicht bekannt war).

2. Es gibt einen Bericht über ein Zusammentreffen mit einer Gruppe kleiner, affenmenschenähnlicher Wesen auf einer indonesischen Insel, die dem Flores-Menschen ähnelten, kaum Scheu vor den unbekannten Menschen hatten, sich in einer schnatternden Sprache unterhielten und vorgesprochene Wörter problemlos nachsprachen (habe ich in Wikipedia gefunden, leider den Namen vergessen).

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kuechentiger 17.07.2017, 11:25
@akesipalisa

Bei uns kamen immer werwolf-artige Wesen in den Geschichten vor. Da kann man auch nicht davon ausgehen, dass die irgendwo existiert haben, nur weil die Leute früher naturverbunden waren und die Werwölfe in ihren Sagen vorkamen.

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Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass Sichtungen von
Affenmenschen (z.B. Sasquatch, Yeti, Yeren) dadurch zu erklären sind,
dass vereinzelt Populationen der prähistorischen Affengattung
Gigantopithecus (vermutlich die Art Gigantopithecus blacki) überlebt
haben



Nein. KEINE Wissenschaftler gehen von so etwas aus. Das war nur ein einziger, der von dir genannte Krantz, dessen Hypothese aber abgelehnt wurde.

Das ist nur Fantasie, sonst nichts.

Was du schreibst,mit all denen Lateinischen(?) Namen,sind Böhmische Dörfer für mich. Habe nie davon gehört,doch ich weiß um was es geht. Wenn es wirklich möglich wäre,sich und seine Art im Laufe der Zeit zu erhalten,so ist es auch möglich sich mit anderen Gattungen zu vermischen und/oder eine andere Species zu erschaffen. Vorrausgesetzt es liegt im Geheimen und vom Menschen schwer erreichbares Gebiet.

Möglich ist es, ich mein erst neuerdings wurde doch wieder eine neue Affenart entdeckt. Da kann man mal sehen wie unwissend wir immer noch sind. Es könnte aber auch sein, dass nicht alle Sichtungen von Bigfoot-artigen fest miteinander zusammenhängen.

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