können die unterschriebenen Arbeitszeitkonto-Vereinbarungen (lt. Tarif) vom Arbeitgeber einfach ohne Rücksprache geändert werden?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Da gibt es ja einige "Ungereimtheiten"!

Jetzt wurde mein Arbeitsvertrag (aufgrund schlechter Wirtschaftslage) auf 25 Std. reduziert. Die jetzt anfallenden Mehrstunden gehen jetzt einfach auf das Arbeitszeitkonto, obwohl dieses bereits voll ist.

Wieso gibt es "anfallende Mehrstunden", wenn Deine Arbeitszeit "aufgrund schlechter Wirtschaftslage" gekürzt wurde?!?!

Und was heißt: "Jetzt wurde mein Arbeitsvertrag [...] auf 25 Std. reduziert."? War das einvernehmlich - also mit Deiner Zustimmung - oder aufgrund einer Änderungskündigung, die Du akzeptiert hast?

Eine Änderungskündigung wird dann ausgesprochen - und hat vor Gericht (wenn eine Klage - innerhalb von 3 Wochen - wegen Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes möglich ist) auch nur dann Bestand -, wenn eine Weiterbeschäftigung überhaupt nur noch unter den geänderten Vertragsbedingungen möglich sein sollte!

Entgegen der Absprache mit dem Chef werden die Stunden nicht mehr ausbezahlt (geschweige den die Zuschläge). Die Stunden werden jetzt irgendwo bebunkert.

Eine Änderung der getroffenen Vereinbarung zum Arbeitszeitkonto ist nicht einseitig durch den Arbeitgeber möglich, auch sie muss vertraglich vereinbart werden; eine Abweichung von entsprechenden tariflichen Regelungen ist zum Nachteil des Arbeitnehmers auch nur dann möglich, wenn der Tarifvertrag eine solche Abweichung ausdrücklich erlaubt.

Da wir auch einen Tarifvertrag haben, den wir aber nicht einsehen dürfen!

Was soll das denn?!?!

Wenn ein Tarifvertrag anzuwenden ist, ist er Bestandteil des Arbeitsvertrag - und selbstverständlich hat der Arbeitnehmer ein Recht auf Einsichtnahme!

Nach dem Tarifvertragsgesetz TVG § 8 "Bekanntgabe des Tarifvertrags" hat der Arbeitgeber (als zwingende Muss-Vorschrift!) die Verpflichtung,

die im Betrieb anwendbaren Tarifverträge [...] im Betrieb bekanntzumachen.

D.h.: Der Arbeitgeber muss es dem Arbeitnehmer ermöglichen, den Tarifvertrag an geeigneter Stelle einzusehen!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Rechtens ist eine Vertragsänderung erst, wenn der Arbeitgeber eine Änderungskündigung ausstellt, gegen die man allerdings auch gerichtlich vorgehen kann. Aber auch in diesem nicht ganz regulären Fall empfehle ich dir einen Gang zum Anwalt. Aber die besten Arbeitsrechtler sind die Gewerkschaftsanwälte, die man als Mitglied kostenfrei in Anspruch nehmen kann.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Familiengerd
18.11.2015, 13:47

Für eine Vertragsänderung bedarf es "im Normalfall" keiner Änderungskündigung, das geht - wie der Name schon sagt - über eine (einvernehmliche oder "erzwungene") Änderung des bestehenden Vertrags.

Eine Änderungskündigung wird dann ausgesprochen - und hat vor Gericht (wenn eine Klage wegen Geltung des Kündigungsschutzgesetzes möglich ist) auch nur dann Bestand -, wenn eine Weiterbeschäftigung überhaupt nur noch unter den geänderten Vertragsbedingungen möglich sein sollte!

0

einen vertrag der für einen gilt den man aber nicht einsehen darf den gibt es nicht... der vertrag ist dafür da damit alle parteien ihre rechte und pflichten kennen... in einigen areitsverträgen oder ergänzungen kann drinnen stehen, dass leistungen bei schlechter wirtschaftslage gekürzt oder gestrichen werden können... 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Geh einfach zum Anwalt. Hats du zeugen für deine mündlichen Absprachen? Wenn ja würde sie das bestätigen? Ja. Dann hast du gute Karten. Sorry du wirst dich wissen was in deinem Arbeitsvertrag steht?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von nessa40
18.12.2015, 11:06

in meinem Arbeitsvertrag ja, im Tarifvertrag - nein, da wir den nicht einsehen können

0

Nein, auch die Stundenänderung war nicht okay.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?