Können die Jugendlichen kein deutsch mehr?

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142 Antworten

Es ist schon wahr,dass viele Jugendliche heutzutage auf diese Weise schreiben und es schon gar als normal ansehen. Doch eines kann man versichern : Es artikulieren sich (zum Glück) nicht alle so. Zum Beispiel bin ich selber ebenfalls gerade 14 Jahre alt,mitten im Teenager - Dasein und kenne viele Personen denen es offensichtlich gefällt in dieser Jugendsprache zu schreiben.Mich selber regt es allerdings auch nur auf,wenn jemand gleichaltriges jedesmal statt ein 'g' ein 'q' benutzt oder ähnliches,da denkt ich mir manchmal : ''Wenn du jetzt nicht bald mal richtig schreiben lernst,jag ich dich mit nen' Duden durch die Stadt!''.Letztendlich kann man es aber anscheinend nicht mehr verhindern,dass der Sprachgebrauch bei einem Teil der Jugend anscheinend nur noch auf dieser Jugendsprache basiert.Sowas finde ich schon schade,doch es gibt ja noch genügend Jugendliche welche der deutschen Sprache zum Glück noch mächtig sind. :)

Hallo! Ich glaube das" iich fiinde des cool" ist weil viele so schnell schreiben und sich eben schon bei einfachen Wörtern vertippen.Es gibt aber noch eine andere Lösung;Sie fühlen sich eben cool wenn sie z.B. "danköööö" schreiben!L.G. chanjo24 (-:

eine beste Freundin von mir schreibt auch immer "okee" anstatt "okay"! Die fühlen sich dadurch cooler!

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eine beste Freundin von mir schreibt auch immer "okee" anstatt "okay"! Die fühlen sich dadurch cooler!

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also das stimmt vielleicht schon, aber nicht ale Jugendlichen schreiben so. Es gibt auch durchaus Jugendliche, die wissen wie man mit Wörtern umgeht und diese auch richtig formulieren können. Wahrscheinlich machen sie es nur, da sie denken dadurch cool zu erscheinen, obwohl das fraglich ist. Cool finde ich das nun wirklich nicht, aber jedem das seine. Wenn man etwas schreibt, dann sollten andere das auch lesen können und solange die Jugendlichen nicht auf die Idee kommen in einer Bewerbung so zu schreiben und sich da noch einigermaßen gut ausdrücken können, dann geht es doch nocht. Es ist einfach so, wenn einer damit anfängt Abkürzungen oder andere/engliche Wörter zu benutztn, wollen die andren natürlich beweisen, das sie viel besser sind und das auch können.

So summiert sich das Ganze.

Ey aLter, iMMeR auF die jUnGeN LeuTe ne, scHäm DicH ;))

Yo Diggah, das iz die Jugendkunst! ^^

Ich habe auch mal so geschrieben, hat irgendwie Spaß gemacht. Seit 2-3 Jahren schreibe ich nicht mehr so, weil man mit dieser ''Kunst'' kaum noch ernst genommen wird. Außerdem wurde mir das allmählich zu aufwendig und albern :b

Ein paar Beispiele aus der Jugendkunst:

  • das E wird zu 3
  • das i wird zu !
  • das J wird zu Y
  • das S wird zu $ oder zu z
  • das ''und'' wird zu &
  • das g wird zu q
  • das L wird zu (
  • und so weiter...

(!3b3 qrüß3 an a((3

Ganz schön schwer zu entziffern, wa? ;) Was soll's... Reg dich nicht darüber auf, sonst kriegst du Falten und Bluthochdruck!

okay das ist ein bisschen übertrieben :D (!3b3 qrüß3 an a((3

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@Fabii123

Yo diggah haha xd so qeh iicch imm3r ans handy ;DD

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Liebe/-r Digitaluhr,

ob es das Können ist oder doch eher das Wollen? In unserem Kommunikationsverhalten hat sich in den letzten 20 Jahren einiges verändert. Der Telegramm-Stil ist über den SMS-Stil zum Fakebockstil mutiert - und da in unserem System richtig ist, was die Mehrheit macht, passt man die verbalen Anforderungen eben schleichend an. Jedoch betrifft uns das alle und findet seine Grenze erst in der totalen Unverständlichkeit.

Andererseits wird es verzeihlich, wenn man sich vor Augen hält, wie häufig die Dominanz des Stils über den Inhalt nur ein argumentatives Vakuum verschleiern soll. So ist es verständlich, daß mit dem Knapperwerden der Ressource Zeit das Vorzeichen vertauscht wurde und somit Stillosigkeit mangelnden Inhalt bemänteln darf - der Schmerz lässt dann schneller nach. Mein Rat wäre, deine Standards selbst zu setzen und zu halten. Es ist mitunter recht erfrischend, auch mal im Stil derer zu kommunizieren, die sich die Bomberjacke in die Jogginghose ziehen, um kuhl (!) zu wirken. Entscheidend ist jedoch, daß man diese Gefilde jederzeit und aus eigener Kraft wieder verlassen kann. Und nebenbei: wer in der Sprache zu Hause ist, vermag mit Höflichkeit viel stärker zu verwirren als mit brachialen Zisch- und Kehllauten ...

LG andisazi

Man kann aber schon klar unterscheiden was Abkürzungen sind die von normal gebildeten jugendlichen erfunden werden um z.B. in Chats Zeit zu sparen und was schlicht falsch und eben nicht zeitsparend ist.

Ein Beispiel für chat-abkürzungen ist lol (laughing out loud = laut loslachen) als freundliche Reaktion auf einen Scherz gemeint und für viele authentischer rüberkommend als "HaHa" oder "Das ist lustig". Denn diese Reaktionen können schnell als ironisch aufgefasst werden da man den Tonfall des Gegenüber nicht hört. lol ist gerade dabei sich auch im Sprachgebrauch zu manifestieren und meiner Meinung nach kein Problem.

Ich glaube Digitaluhr hat dabei eher die echte Unwissenheit durch mangelnde Bildungserfolge im Sinn die eher Normalität als Ausnahme darstellt. Kein ch und sch (isch libe disch) kann unterschieden werden und die Bedeutung von doppelten Konsonanten ist nicht vorhanden (kanst du buter kaufen), Vokale werden verwechselt (alda, opfa, wixa), Buchstaben nicht erkannt (q statt g) und den Sinn für die Gesellschaft eine einheitliche Grammatik zu nutzen und diese zu lernen wurde sehr sehr vielen jungen Menschen auch nie beigebracht.

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@DerLingl

die echte Unwissenheit durch mangelnde Bildungserfolge

...und genau da sind wir meiner Meinung nach beim Wollen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß irgendwem nicht genug Zeit oder Gelegenheit zur Verfügung stand, die eigene Sprache richtig zu lernen. Ich kann mir hingegen und leider sehr gut vorstellen, daß ein Bildungssystem aus Personalmangel, politisch motiviertem Liberalitätsansatz, sozialstaatlichen Erwägungen und populistischen Wahljahresüberlegungen den Begriff "Bildung" zunehmend diffuser fasst und sich letztlich aus der Verantwortung stiehlt. An meiner Schule tauchte jetzt sowohl Kohlberg als auch das Kompetenzmodell auf. Abgesehen davon, daß die Welt sich seit Kohlberg weitergedreht hat, dient das Kompetenzmodell in meinen Augen vorrangig dazu, den Lehrer als Berater und Begleiter im Lernprozess für minderwichtig zu erklären und dem e-learning gleichzustellen. Ich sehe hier finanzpolitische Überlegungen den Sinn eines Bildungssystemes dominieren - und parallel dazu werden Grundanforderungen an das Bildungssystem, die es zum durchgängigen Funktionieren einfach im Vorfeld leisten muß, aufgeweicht und zurückgestellt.

Flüssiges Vorlesenkönnen, stichwortartiges Mitschreiben - all das sind Grundbausteine eines normalen Lernverhaltens. Nimmt man sie aus diesem Fundament heraus, braucht man sich nicht zu wundern, wieso Fremdsprach- und naturwissenschaftlicher Unterricht plötzlich so erfolglos ist. Dann ist "Mathe ein Arschenlöcher"...

Es muß nach meiner Auffassung am Ende der Grundschulzeit das Fundament in dieser Form gelegt worden sein. Dies ist vom Bildungssystem einzufordern. Die Zeit ist ausreichend, die Lehrmethoden sind diesem Ziel anzupassen - und der Wunsch kommt spätestens, wenn ein Verfehlen dieses Ziels gesellschaftlich nicht akzeptiert wird. Entgegen anderslautender Vermutungen wird unsere Jugend nämlich nicht dümmer, es fehlt mehr und mehr die Konsequenz der gesellschaftlichen Nichtakzeptanz. Anstatt die Kriterien aufzuweichen, sollten wir hier Mut zur Lücke haben - damit die positiven Effekte der Schulbildung etwas mehr in den Vordergrund rücken. Soviel zum Sinn einheitlicher Bildungsgrundlagen. Lieber ließe ich 5% durch den Rost fallen als 30% eine nur mangelhafte Bildung geben zu können.

In meinen Augen ist es also Wollen. Die Möglichkeiten zur Bildung existieren, auch wenn einige der Kuhlen Bücher nur als Wärmespender aus dem Faß kennen, um welches sie später in der Bronx stehen wollen...

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@andisazi

Aber kann man denn von Schülern einfach Willen zur Bildung verlangen? Während meiner Schulzeit gab es viele Schüler die willig waren zu lernen aber auch bereits genügend die diesen Willen nicht mitbrachten. Seltsamerweise brachten Lehrer und Eltern diese Schüler aber dazu und die ganz extremen Fälle, die auch gewalttätig wurden (und damit ist kein halber Totschlag gemeint sondern ein Lufttritt in Richtung Lehrer) sind in andere Einrichtungen gekommen um den Rest der Klasse oder Schule zu schützen. Man kann von einem Kind nicht erwarten die Notwendigkeit zum Lernen mitzubringen wenn es diese nie versteht. Wenn die Eltern nicht dahinter stehen und die Schulen keine Befugnisse für Zwangsmaßnahmen haben sind diese Kinder einfach nur Kinder die nicht wissen was ihr Handeln später für Auswirkungen hat.

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@DerLingl

Das ist jetzt Ansichtssache, aber ich denke, man kann den Willen zur Bildung verlangen. Nicht nur von den Kindern. Wenn eine Schule ein Jahr vor der Einschulung einen Test macht, ob die Einzuschulenden mit der Verkehrssprache Deutsch vertraut sind; wenn diejenigen, die damit Probleme haben, Hilfe angeboten bekommen, ihre Eltern diese aber nicht nutzen; wenn sich ein halbes Jahr vor Schulbeginn keine Verbesserung feststellen lässt, die Schulpflicht aber festgeschrieben ist - dann sollte nach meinem Empfinden der jetzt notwendige Kurs in Deutsch im letzten Halbjahr für die Eltern zwangsweise kostenpflichtig sein, da sie die Zeit nicht genutzt haben. Und dies bis hin zur Pfändung - ohne Ausnahme.

Hintergrund ist der Gedanke, daß eine Pflicht zur Schule von Teilen der Eltern als unnötige Belastung empfunden wird. Sieht man sich Länder an, in denen das Bildungsprivileg voll zuschlägt, wird hier die Grundeinstellung meist eine völlig andere sein - und damit auch das Verantwortungsgefühl der Kinder dem Bildungsangebot gegenüber. Ich mag aber kein Bildungsprivileg - und so bliebe mir zur Wahrung des Bildungswertes nur die geldwerte Zwangsabgabe im Falle der Vernachlässigung. Man kann den Kids nicht einfach sagen: ihr müsst Bildung schätzen. Man muß auch einen Grund dafür liefern können.

btw: Hier spielen auch die demotivierenden Folgen unseres unsäglichen dreigespaltenen Schulsystems eine Rolle. Nur würde uns das jetzt einfach zu weit führen...

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@DerLingl

Man kann von einem Kind nicht erwarten die Notwendigkeit zum Lernen mitzubringen wenn es diese nie versteht.

Dieses '"nicht verstehen" ist aber doch eine Folge der Tatsache, dass es trotz des landläufigen Gejaules darüber, wie "schlecht" es allen geht, immer noch "zu gut" geht,

Wer als Kind / Heranwachsender zu gut behütet wird, kaum Verantwortung übernehmen muss, kaum Pflichten aber viele "Rechte" hat, einen Lebensstandard führt, dem es an praktisch nichts mangelt, keine Regeln zu befolgen braucht: Woher soll der wissen und wie lernen, dass man sich diesen Luxus nur über Wissen erarbeiten kann?

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wird es verzeihlich, wenn man sich vor Augen hält, wie häufig die Dominanz des Stils über den Inhalt nur ein argumentatives Vakuum verschleiern soll

Das setzt aber voraus, dass der "Verschleiernde" erstens weiß, WAS er sagt bzw. sagen will und zweitens seine Sprache beherrscht.

Wenn man hier die Fragen überfliegt, ist nicht NUR die Orthografie ein Problem sondern vor allem auch der Stil und der Ausdruck. "Fragen" kann man oft nicht beantworten, weil sie einfach schlecht und unpräzise formuliert sind.

Da geht der Zweck von Sprache verloren, nämlich die Verständigung. Bildungsträger bemängeln immer mehr, dass jungen Menschen kommunikative Grundlagen fehlen und sie daher kaum auszubilden sind denn sie VERSTEHEN weder, WAS man ihnen mitteilt, noch können sie selbst einigermaßen präzise formulieren, was sie sagen möchten. Sprache dient der Kommunikation und um da Missverständnisse zu vermeiden, müssen einige allgemeingültige Regeln eben von allen, die an Kommunikation teilnehmen, eingehalten werden.

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