Können die Entwicklungsländer (3. Welt) genug Nahrung für den Eigenverbrauch herstellen und wie soll das funktionieren wenn es dort nie regnet?

3 Antworten

Das kann man so nun wirklich nicht sagen, wie mir scheint, hast du eine falsche bzw. extrem undifferenzierte Vorstellung von Entwicklungsländern.

Eine eigenständige Lebensmittelversorgung in armen Ländern wird teilweise auch durch billige Exporte aus Industrieländern behindert, da sie den einheimischen Landwirten das Geschäft schwer bis unmöglich machen. Weiter produzieren sie teilweise auch nur Lebensmittel für den Export in Industrieländer, da sie dort höhere Preise, als auf dem inländischen Markt erzielen können, schließlich wachsen hier Pflanzen wie z.B. Kaffee oder Erdnüsse schlecht bis gar nicht.

Desweiteren wäre eine komplette Auslagerung der landwirtschaftlichen Produktion keine gute Idee, das würde nur funktionieren, wenn wir eine geeinte Welt hätten, solange einzelne Nationen mit eigenen Interessen bestehen kann soetwas fatal sein.

Zudem gibt es viele Möglichkeiten auch in schwierigen Regionen Landwirtschaft zu betreiben und auch Desertifikation aufzuhalten und Land wieder fruchtbarer zu machen bzw. den Wasserhaushalt zu beeinflussen, nur benötigen sie meist erst einmal große Investitionen.

Hm. Du schreibst jetzt nichts was mir widerspricht, bzw. bestätigst noch meine Feststellung, dass Landwirtschaft dort schwierig ist, sagst aber trotzdem, dass ich unrecht hab. Das mal wieder komisch. 

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@Maltodextrino

Dann hast du wohl leider nichts davon verstanden.

Du liegst falsch in der Annahme, dass jedes Entwicklungsland keine ausreichende Landwirtschaft aus geographischen Gründen aufbauen könnte. Einerseits sind das wirtschaftliche Probleme durch den offenen Weltmarkt und Produkte, die in Industrienationen nicht vermarktbar sind und ein anderer Punkt ist die Infrastruktur. Die größten Verluste (ca. 50%) bei Nahrungsmitteln in Entwicklungsländern entstehen durch fehlende Vermarktungsstrukturen und Lagerverluste. Man kann also keineswegs pauschal behaupten, dass ein Entwicklungsland nicht zu einer ausreichenden Landwirtschaft fähig wäre.

Ebenfalls kritisiere ich deinen Vorschlag ganze Wirtschafts- bzw. Versorgungszweige in andere Länder auszulagern.

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Ob ein Land ein Entwicklungsland/ zur 3. Welt gehört, hängt nicht vorrangig davon ab, ob es sich selbst versorgen oder Landwirtschaft betreiben kann. Schau mal nach Südamerika, da sind viele Länder schwer fruchtbar und sind trotzdem Entwicklungsländer. Auf der anderen Seite haben wir die Arabischen Emirate, Qatar oder Dubai, in denen es nichts außer Dreck gibt, die aber aufgrund ihrer Ölvorkommen steinreich sind und deshalb alles andere als Entwicklungsländer sind.

Diese Länder auf ein normales Maß zu bringen mit vernünftiger Wirtschaft, in dem jeder Mensch ein menschenwürdiges Leben führen kann ist theoretisch möglich, aber das wollen wir, die 1. Welt, nicht. Denn, so schlimm es klingt, je besser es den dritte Welt Ländern geht, desto schlechter geht es uns. Die Armut in gewissen Ländern sorgt zB dafür, dass bei uns Kaffee oder exotische Früchte günstig in den Handel kommen. Durch Krisen in instabilen Gegenden können wir die Ressourcen (Edelmetalle, seltene erden, Sand) der Länder ausbeuten. Dritte Welt Länder bieten zudem günstige Arbeitskräfte, die in Minen, Nähereien und sonstigen Ausbeuterbetrieben verheizt werden können, ohne das es jemanden stört. Sollte es denen besser gehen, so steigen bei uns die Preise.

Wenn man wirklich was daran ändern will, dann müssen wir lernen auf gewisse Dinge zu verzichten bzw. mehr zu bezahlen, aber wie wahrscheinlich ist das?

Es gibt nicht "die Entwicklungsländer", sondern immer nur ganz bestimmte. Jene in der Sahelzone können sich nicht autark ernähren, dass gibt das Klima und der Boden einfach nicht her.

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