Können Blutkonserven die ja mit einer Natriumcitratpufferlösung vor dem gerinnen geschützt sind einfach infundiert werden?

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1 Antwort

Moin,

um erstmal auf die Kernfrage einzugehen: Nein, dies ist nicht möglich. Zur Erklärung muss zunächst auf den Begriff "Blutkonserve" eingegangen werden:

Erythrozytenkonzentrat (EK): Herbei handelt es sich vermutlich um das, was du mit Blutkonserve im engeren Sinne meinst. Das EK besteht maßgeblich aus roten Blutzellen und wird in erster Linie eingesetzt, um einen akuten Verlust roter Blutzellen zu puffern. Der Bedarf wird u.a. annähernd über Veränderungen des Hämoglobins (Hb) geschätzt. Dem EK sind zur Vermeidung der plastischen Koagulation (Gerinnung) und Thrombozytenaggregation (Aneinanderhaften der Thrombozyten) sowohl Thrombozyten als auch Gerinnungsfaktoren entzogen worden. Diese werden nicht durch Hinzugabe von chemischen Substanzen inaktiviert, da diese bei Anwendung des EK dann dramatische Effekte auf den Patienten haben könnten.

Thrombozytenkonzentrat (TK): Das TK besteht, wie der Name bereits sagt, aus Thrombozyten. Diese dürfen selbstverständlich nicht inaktiviert sein, ansonsten würde sich der Sinn des TK's entziehen. Damit die Thrombozyten des TK nicht aggregieren, werden die TK's oft auf einer sich bewegenden Platte unter ständiger Bewegung gelagert. Sie sind auch weniger lange haltbar als z.B. EK's. Verwendet werden TK's sowohl bei großen Blutungen als auch z.B. bei stark gesunkener Thrombozytenzahl (Thrombozytopenie).

Gefrorenes Frischplasma (FFP): Das FFP besteht aus Blutplasma, also aus dem flüssigen Blutbestandteil, welcher direkt nach Aufbereitung tiefgefroren wird. Das FFP wird, ebenso wie das EK, bei akuten Volumenverlusten bspw. im Rahmen großer OP's verwendet. Das FFP enthält noch Gerinnungsfaktoren sowie weitere, sich im Blut befindliche Stoffe wie Albumine oder Elektrolyte. Auch hier würde mit der Inaktivierung der Gerinnungsfaktoren ein wesentlicher Gesichtspunkt des FFP verloren gehen.

Für den Moment reichen diese drei Blutprodukte. Es gibt noch weitere Beispiele wie das PPSB, welche ich nun erstmal außen vor lasse. Wie du siehst, ist eine "Blutkonserve" nicht nur ein schlichtes Gemisch aus Vollblut, sondern ein aufbereitetes Konzentrat. Deine Idee kommt also aus zweierlei Gründen nicht zur Anwendung: Zum einen dürfen sogenannte in-vitro-Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer aus der Labormedizin) keinesfalls im Körper zur Anwendung kommen, zum anderen machen Gerinnungsfaktoren bzw. Thrombozyten gerade den Sinn bestimmter Blutprodukte aus.

Konnte ich deine Frage soweit beantworten oder ist noch etwas offen? In dem Fall frag gern nochmal nach.

Lieben Gruß ;)

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Kommentar von Chillersun03
02.05.2016, 21:50


Nein, dies ist nicht möglich. [...]
Diese werden nicht durch Hinzugabe von chemischen Substanzen inaktiviert, da diese bei Anwendung des EK dann dramatische Effekte auf den Patienten haben könnten.


Auf Wikipedia & in den Richtlinen der Ärztekammer (S.46) steht:


[...] eigens dafür zugelassenen und zertifizierten Plastikbeutel, der ca. 63–70 ml CPD-Stabilisator-Lösung enthält, gewonnen (CPD = Zitrat-Puffer, Natriumdihydrogenphosphat, Glukose, Adenin).

http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user\_upload/downloads/RiliHaemotherapie2010.pdf

Was ist denn jetzt mit dem Citrat?

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