Können Beruhigungsmittel einen Herzstillstand oder einen Herzinfarkt auslösen?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Durch manche Beruhigungsmittel können Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden, besonders durch Neuroleptika, wie Haloperidol (was man deshalb auch nicht mehr intravenös spritzen soll), aber auch Antidepressiva. Die anderen gehen weniger aufs Herz, Benzodiazepine schränken aber das Atmen ein, in hoher Dosis kann das einen Atstillstand machen

Woher ich das weiß:Beruf – Anästhesist und Notfallmediziner

Es geht um einen Fall, wo ein Randalierer in Polizeigewahrsam bäuchlings auf einer Pritsche fixiert wurde, wobei ein Beamter 18 Minuten sein Knie auf dem Rücken desjenigen hatte.

Der Randalierer (psychische Probleme, weder Alkohol noch Drogen) hat nach 18 Minuten was gespritzt bekommen vom Rettungsdienst.

Danach stellte man fest, dass sein Herz nicht mehr schlug.

Er starb darauf in einem Krankenhaus an einem Herzinfarkt (von Hirntod war auch die Rede)

Die Frage halt ist, ob er erstickt wurde oder das Medikament ursächlich war.

Es wäre ja der Oberhammer, wenn jemand in Gewahrsam erstickt wird und das in Europa :(

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@Nikolai1989

Lässt sich kaum sagen. Einen Herzinfarkt kriegst du nicht von Beruhigungsmitteln, eher eine Rhythmusstörung. Wenn jemand auf dem.Rücken kniet ist meiner Meinung nach Ersticken wahrscheinlich

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@DorktorNoth

Ja oder er lehnte auf der Schulter. So genau erkennt man es nicht auf dem Video.

Das ist wohl nicht gefährlich für die Atmung.

Könnte denn die hohe Aufregung des Mannes einen Infarkt begünstigen in Kombination mit dem Medikament?

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@DorktorNoth

Hmm, weist du als Anästhesist, ob ein Gerichtsmediziner bei einer Obduktion unterscheiden kann zwischen Herzinfarkt, plötzlichem Stillstand und mechanischem Ersticken durch Knie in Rücken?

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@Nikolai1989

Für ersticken gibt es Anhaltspunkte und einen Herzinfarkt kann man meist auch ganz gut diagnostizieren. Herzrhythmusstörungen sind schwierig zu erkennen.

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@Nikolai1989

Punktförmige einblutungen, sogenannte Petechien, in den Schleimhäuten und Gesichtsweichteilen, aber auch an den Schleimhäuten der Lungenaußenseite und der Innenwand des Brustkorbs (sog. Thardieusche Flecken), Gewebsrisse in der Lunge, Erweiterung des rechten Herzens und sicher noch einige andere, die ich nicht kenne...

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@DorktorNoth

Ah danke für deine Hilfe, das hab ich bei der Recherche selbst nicht gefunden :-)

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Es kommt hier maßgeblich auf den Grund der Injektion an! Unter all unseren Benzodiazepinen, gibt es nur ein einziges welches sogar auch oral eingenommen zum Herzstillstand führen kann. Dieses Risiko ist auch der Packungsbeilage deutlich vermerkt!

Atemdepression ist per se etwas ganz anderes. Ich habe nur einmal einen solchen Fall erlebt. 64 Jahre alter Patient und stationär aufgenommen.Dann diesen Tranquilizer in zwei Dosen aufgeteilt verabreicht bekommen. *Eine Stunde nach dem Mittagessen, ist der Patient dann plötzlich verstorben... Eine Laie kennt dieses Risiko gar nicht mal. Überhaupt handelt es sich dabei (einst), um den meist verordneten Tagestranqulizer in Deutschland. Das hat sich aber geändert. Nun ist eine wesentlich ältere Substanz auf Platz Nr. 1.

Man muss also schon sehr ungeschickt auswählen, um unter über 40 verschiedenen Benzodiazepinen, genau dieses zu erwischen. Dabei scheint die Dosierung, gar keine Rolle zu spielen. *Das waren zweimal ein halbes Tabs. Eine Injektion existiert überhaupt gar nicht. Atemdepression ebenfalls unbekannt. Herzstillstand dagegen dokumentiert.

Das entscheidet ausschließlich der Arzt! Wer die Spritze verabreicht bzw. Die Tablette, verabreicht, wieder eine andere Angelegenheit. Er handelt auf Geheiß der Arztes.

Es kann zu anaphylaktischen Reaktionen kommen, die dann in ihrer ausgeprägtesten Form einen Kreislaufstillstand bedeuten. Benzodiazepine, beeinträchtigen vorrangig die Atmung. In Kombination mit Alkohol und/ oder Drogen, ist die Gefahr von schwerwiegenden Komplikationen viel höher.

Mfg.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Erst mal müsstest du präzisieren, um welches Medikament es sich handelt.

Dann ist zu sagen, dass man, wenn man vom NA irgendwelche Medikamente bekommt, ja immer unter medizinischer Aufsicht ist. Entweder der Notarzt begleitet den Patienten im Rettungswagen oder er meldet sich wieder frei und die RTW-Besatzung betreut den Patienten weiterhin. Bis es zu einer Reanimationssituation kommt, treten erst mal weitere Symptome auf, gegen die von Seiten des RD-Personals oder später im Krankenhaus gegen gesteuert wird.

Mir ist kein einziger Fall bekannt, bei dem ein Patient durch Medikamente des RD verstorben ist (wenn die hier anwesenden Fachkollegen da Kenntnisse haben, bitte ich um Aufklärung). Im Prinzip kann nahezu jedes Medikament, in der richtigen Dosis einen Menschen umbringen.

EDIT: nach weiterer Recherche unter deinen Kommentaren hier, sehe ich, dass du mit einer sehr seltsam klingenden und unglaubwürdigen Geschichte eine Art pathologisches / forensisches Gutachten haben willst. Deshalb rate ich allen Kollegen davon ab, hier weiter zu antworten!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Benzodiazepine, sowie andere zentral wirkende Beruhigungsmittel/sedativa können das atemzentrum stören. Wenn betablocker als beruhiger eingesetzt wird, kann es zu Blutdruck Abfall und bradykardie kommen bspw.

Woher ich das weiß:Beruf – Heilpraktiker mit Qualifik. In Osteopathie und Chiroprakti

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