Können Anti-Depressiva Depressionen auslösen oder verfestigen?

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9 Antworten

Am Anfang jeder Erkrankung sollte zuerst eine vernünftige Anamnese stehen. Die Anamnese ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnosefindung. Wie Dir auch Schnabelwal schreibt kann einfach nur ein Vitamin-D Mangel oder eine Schilddrüsen-Fehlfunktion hinter Deinen Beschwerden stecken. Außerdem wirkt sich auch ein Eisenmangel und/oder Magnesiummangel erheblich auf den Gehirnstoffwechsel aus. Aber wenn mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird können die Probleme erst richtig beginnen.

http://www.welt.de/fernsehen/article113712547/Die-moerderischen-Nebenwirkungen-von-Glueckspillen.html

Nun, ich denke nicht das du als hoffnungsloser Fall entlassen wurdest. Natürlich muss man auch selbst in die Gänge kommen und hart an sich arbeiten auch wenn es schwer fällt. Zu Sport rät jeder Therapeut da es ein gutes Mittel ist auch psychisch zu entlasten. Du solltest nicht vergessen das es auch einen Grund gab warum dir die Medikamente überhaupt erst verschrieben wurden. Eine Psychose muss behandelt werden und das passiert üblicherweise mit Neuroleptika. Natürlich können Psychopharmaka auch unerwünschte Nebenwirkungen haben - so wie jedes Medikament nur muss dann Schaden und Nutzen abgewogen werden und das kann weder der Betroffene noch hier ein Laie der 1. deine Vorgeschichte nicht kennt und 2. auch nicht die fachliche Kompetenz hat solche Entscheidungen zu treffen.

Ich würde es eher auf die Neuroleptika zurückführen, als auf die Antidepressiva. Neuroleptika hemmen die Wirkung von Dopamin im Gehirn, das ist einer der Botenstoffe welcher für das Empfinden von Glück verantwortlich ist. Es ist Kein Wunder, dass du davon emotionslos, depressiv und niedergeschlagen wirst, da es die normalen Nebenwirkungen sind.

Die meisten Antidepressiva lösen deine beschriebenen Symptome eher selten aus, obwohl sie es auch können. Wenn du dich mit Medikamenten egal ob Neuroleptika oder AD unwohl fühlst und starke Nebenwirkungen hast ist ein absetzen zumeist zu empfehlen.

Das was du über deine Therapeutin beschreibst ist ein no-go. Man kann nicht als hoffnungsloser Fall entlassen werden, und man sollte auch nicht von seinem Therapeuten beschimpft werden. Ich würde mich mit dem. Fall an die Ärztekammer wenden.

Das kommt auf das Antidepressivum an. Vor allem trizyklische Antidepressiva können eine Psychose bzw eine Schizophrenie begünstigen, weil sie den Dopamin-Abbau hemmen können, was gerade bei der Schizophrenie, die durch ein Überangebot an Dopamin zustande kommt, ziemlich kontraproduktiv sein kann. So können auch die Negativsymptome der Schizophrenie, die ja denen einer Depression entsprechen, durch ein ungünstiges Antidepressivum aufrecht erhalten werden. Es klingt zwar widersinnig, aber in deinem Fall kann es so gewesen sein, dass deine depressiven Beschwerden durch das Antidepressivum zustande kamen. Schön, dass es dir wieder besser geht.

Inzwischen ist ein Jahr vergangen und ich kann die Frage selbst beantworten: Entstanden ist die Depression durch Neuroleptika, sie hat sich aber durch die Anti Depressiva Trimipramin (Stangyl) und Insidon verfestigt. Beide sind Anti Depressiva, die bestimmte Gehirnrezeptoren blockieren. Bei Menschen die übererregt, traumatisiert sind, die Grübelzwang haben, kann eine leichte Blockade vielleicht erlösend wirken, wenn man jedoch eine sogenannte "Neuroleptika-Leiche" ist, dann zementieren solche Mittel den kaum erträglichen Status Quo. Mein Rezept war: erst alles absetzen, dann eine Weile warten, dann Johanneskraut, später noch dazu Rosenwurz und das brasilanische Catauba.

So, inzwischen bin ich etwas schlauer und kann die Frage selbst beantworten: Bei klassischen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern wie Johanneskraut oder Citalopram sollte keine Depression entstehen können, es kann aber sein, dass durch die Gefühllosigkeit und Impotenz, die durch Prozac & Co ausgelöst wird, eine Depression entsteht.

Anders ist es bei anderen Anti Depressiva, die eine gewisse neuroleptische oder "angstlösende" Komponente haben, wie z.B. Trevilor / Venlafaxin: da wird bei vielen Menschen ein großer Teil des Gehirns abgeschaltet: Was dem einen erleichterung bringt, führt bei anderen zu regelrechter Idiotie, Demenz, Depression.

(Sehr schön nachzulesen im Buch "Das Monster, die Hoffnung und ich": die Autorin bekam Trevilor, sie glaubte gegen eine Derepssion zu kämpfen, stattdessen war sie mit abenteuerlich hohen Dosen Trevilor in ein geistiges Nirwana katapultiert worden.)

Das kann auf jeden Fall sein, wenn deine Depressionen somatische Ursachen haben. In Deutschland verhindern veraltete TSH-Normwerte und eine nachlässige erfolgsvermeidende Haltung der Ärzte der Schilddrüse und den HORMONEN insbesondere das niedlich VITAMIN genannte Vitamin D...gegenüber, dass somatische Ursachen für Depressionen zeitnah erkannt und richtig behandelt werden.

Wer also wegen Schilddrüsnunterfunktion und Vitamin D-Mangel depressiv ist...das wird insbesondere ind er kalten Jahreszeit dramatisch...der kann in der Psychiatrie nicht nur keine Hilfe erwarten sondern er ,muss sogar eine Verschlimmerung befürchten, denn einige Antidepressiva wirken sogar kontrapoduktiv.

Du solltest jetzt wo es dir besser geht mehrere Termine bei endokrinologen udn Nuklearmdeizinern machen. lass auch deinen Vitamin D spiegel beim Endokrinologen mitbestimmen. Leider muss ich dir in deinen Zustand anraten gleich mehrere Termine zu machen..ausser du findest VORHERheraus welcher Endokrinologe wirklich SEHR gut isnbesondere bei Schilddrüsnerkrnakungen ist...ansonsten muss ich dir eine Ärzteodyssee avisieren. Termine werden oft nur spät vergeben...jedesmal nach einem missglückten Endokrinologenbesuch msuss sihc der Schilddrüsnpatient erst wieder berappeln, bis er sich erstmal wieder soweit gefasst hat udn NACHDENKEN KANN, da vergehen Monate, dann wieder Monate Warten bis zum nächsten termin...da vergehen schnell JAHRE. Also mach JETZT wo der Sonmmer, die Sonne, das Vitamin D dir deine Demenz zurückgedrängt haben viele Termine, die oft ja erst in der Kalten Jahreszeit stattfinden werden...und wennd er erste Arzt nix findest, lass dir alle Werte aushändigen, hole Zweitmeinungen ein und geh zu dem nächsten Termin.

Bei mir war es erst der 10. Arzt der mir weiterhelfen konnte...der moderne Arzt hat dich schneller zu anderen Fachärzten überwiesen als du gucken kannst aber auf das Thema Schilddrüse fokussiert er ungern bis gar nicht...das muss in Deutschland der Patient dafür umso mehr selber machen.

Wie schwer bist du? Du kannst auch einfach aufgrund "psychiatrischer Austherapiertheit" deinen Hausarzt aufffordern mit dir eine TherapieVERSUCH zu machen mit Thyroxin oder sogar Novothyral. Eine Dosis von 2µg/Kg Körpergewicht Thyroxin soll er dir verordnen. Du nimmst anfangs 1-2 Wochen lang nur eine halbe Tablette, dannach eine ganze. Dann schaust du welche Symptome zu spürst...treten welche neu auf, gehen bekannte zurück?

JETZT wo du eine Besserung erlebst hast du die Kraft hier die wirkliche Ursache zu finden. Oft kann man den Ärzten viel Arbeit und Diagnoseverschleppungen verhindern helfen indem man in der eigenen Familie recherhciert. Gibt es dort BEKANNTERMASSEN Schilddrüsnekranke oder Autoimmunerknakungen? Schau mal nach ob jemand Thyroxin oder Jod verordnet bekommt.

Wenn fast gar keine Kompetenz zu finden ist in Sachen Schilddrüse, langt oft schon einfach 100µg Novothyral verordnet zu bekommen. Das ist 100µg Thyroxin(=T4) plus 20µg vom fertigen Stoffwechselaktiven Schilddrüsenhormon T3, welches meist fehlt bei Depressionen. Also wie schwer bist du?

Nein, das ist eher nicht der Fall, aber anderweitige Nebenwirkungen kommen recht häufig vor.

Ja, das ist so. Die Therapeutin hätte es merken müssen.

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