Können Airbus Piloten beispielsweise auch Boeing Flugzeuge fliegen?

7 Antworten

Nein, könnte er nicht.

  1. unterscheiden sich die Procedures für Typen unterschiedlicher Hersteller,
  2. sagt die EU-Vorschrift: "Ein Pilot, ein Typerating". Es gibt eine Ausnahme bei einer vergleichbaren Cockpitauslegung. So darf ein Pilot beide Typen, A330 und A340, fliegen oder die A320-Family mit A318/319/320/321 (wird auch so in die Lizenz eingetragen). Bei Boeing ist es ähnlich: B747-400 und B747-8i unterscheiden sich nur marginal, dürfen also nach Absolvierung einer Differenzschulung im Mix geflogen werden.
  3. ist und bleibt es trotzdem schwierig. Ein A320-Kapitän (mit Fluglehr- und Prüferberechtigung und einigen Tausend Flugstunden) hat mir einmal gesagt, dass es auch für ihn sehr schwierig werden würde, eine B737 zu fliegen - und ohne Problem zu landen.

Für jedes neue Flugzeugmuster wird ein sogenanntes "Type Rating" fällig. Dabei werden die Bedienung der unterschiedlichen Systeme, Landungen etc. trainiert, da sich die Flugzeugtypen untereinander hier noch einmal merklich unterscheiden. Auch das Flugverhalten und die Limits (z.B. was Landungen mit Rücken- oder Seitenwindkomponente betrifft) sind unterschiedlich.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung
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Anerkennung. Ich habe hier schon von Experten gelesen, die die Auszeichnung von GFN wohl bei Rewe gekauft haben.

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@wiki01

Danke, freut mich!

Es gibt einen Unterschied zwischen den labels „Community Experten“, und „Experten“.

Als Community Experte genügen in 12 Monaten mindestens 50 hilfreichste Antworten sowie eine Prüfung auf Höflichkeit und Rechtschreibung.

Experten bewerben sich quasi mit Fachwissen in einem spezifischen Bereich, beispielsweise durch Berufserfahrung, unabhängig von der Anzahl von Antworten pro Jahr.

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@Laura Nowak

Das ist ja spannend. Das lese ich zum ersten Mal. Kannst Du dazu noch nähere Infos geben oder sagen, wo man dazu Näheres findet? In den FAQ steht nur der Prozess für die Community-Experten.

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@Lennard801

Am besten schreibst du den Support an, so habe ich es gemacht. Wo du ansonsten etwas dazu findest, kann ich dir leider nicht sagen.

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Rein theoretisch kann ein Pilot das, wenn er für beide Muster die Typenberechtigung (Type Rating) hat.

Ist aber in der Praxis so gut wie ausgeschlossen, da die Ausbildung zum Type Rating viel Zeit und Geld kostet und der Pilot dann auf beiden Herstellermustern die nötigen Stunden haben muss, um die Berechtigung zu halten.

Innerhalb der "Familie" eines Herstellers kann man relativ leicht in einem Lehrgang von einigen Wochen schulen. Jedoch zwischen Boeing und Airbus gibt es soviele elementare Unterschiede, so dass man sich in der Regel als junger Pilot schon für eine Marke entscheidet.

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