Könne Insekten hören oder nehmen sie Geräusche war? Wenn ja, wie?

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2 Antworten

Können Insekten hören ? Insekten können in vielen Fällen tatsächlich hören. Nur ist es nicht so einfach wie bei uns Menschen; wir haben zwei Ohren am Kopf. Die Insekten haben auch Hörorgane, die durchaus vergleichbar mit unseren Ohren sind. Sie haben also immer ein sogenanntes Trommelfell, ein Tympanum, und das gesamte Hörorgan nennt sich bei den Insekten nicht Ohr, sondern man bezeichnet es als Tympanalorgan. Die Schwierigkeit ist, dass bei vielen Insekten dieses Tympanalorgan an ganz verschiedenen Stellen sitzen kann. So gibt es wahrscheinlich, wenn man sich die Gesamtheit der Insekten anschaut, mindestens 20 verschiedene Möglichkeiten, wo am Körper diese Hörorgane sitzen können. Bei Grillen beispielsweise sitzen diese Hörorgane an den Vorderbeinen; bei anderen Insekten können sie am Hinterleib sitzen. http://www.swr.de/blog/1000antworten/antwort/17064/koennen-insekten-hoeren/

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Unter den Insekten können meist nur die Arten hören, die selbst Laute erzeugen. Die Hörsinnesorgane verschiedener Wirbelloser unterscheiden sich im Aufbau und in ihrer Lage sehr voneinander.

Einige Gliederfüßer, wie z. B. Wolfsspinnen, Winterkrabben oder Wasserläufer, erzeugen Laute durch Trommeln bestimmter Körperteile auf den Boden bzw. das Wasser, erzeugen also nicht Luft- sondern Substratschall. Aufgenommen wird dieser Schall mit Vibrationsempfängern in den Beingelenken. Diese Tiere nennt man auch Vibrationsempfänger. Nur wenige Insektengruppen kommunizieren über den Luftschall miteinander. Einige sollen nachfolgend vorgestellt werden.

Das Tympanalorgan am Rumpf der Feldheuschrecke ist beispielsweise ein Druckgradientenempfänger. Bei diesem Prinzip der akustischen Reizaufnahme wird der ankommende Schalldruck über zwei Trommelfelle auf zwei Tracheenhohlräume übertragen. Die dabei entstehende Druckdifferenz wird an der Tracheenmembran weitergeleitet und überträgt sich auf die Mechanorezeptoren. Die Erregung dieser Rezeptoren wird an das Gehirn weitergeleitet. Ähnliche Druckgradientenempfänger sind bei Grillen und Laubheuschrecken an den Schienen der Vorderbeine, bei Zikaden im Hinterleibssegment und bei Schmetterlingen im letzten Brust- oder ersten Hinterleibssegment ausgebildet. Grillen und Laubheuschrecken besitzen zwei Tympanalorgane, die ihnen zusätzlich das Richtungshören ermöglichen.

Einige Nachtfalter besitzen am Hinterleib einfache Hörsinnesorgane, die paarig angeordnet sind und nur je zwei Sinneszellen enthalten. Diese Rezeptoren nehmen Schallreize hoher Frequenzen und Schalldruckdifferenzen wahr. Sie empfangen somit die Ultraschallsignale der Fledermäuse und können ihren Fressfeinden ausweichen.

Manche Insekten haben reizaufnehmende Körperanhänge ausgebildet (z. B. Hörhaare der Schaben), die leicht mit den Masseteilchen der Luft mitschwingen können und diese Schwingungen schnell auf die Mechanorezeptoren übertragen. Die hin- und herschwingenden Teilchen erreichen ihre Maximalgeschwindigkeit (Amplitude der Schallschnelle) dann, wenn sie ihre Ruhelage durchschreiten.

Viele Insekten nehmen mit den an der Fühlerbasis gelegenen jonstonschen Organen Schallwellen auf. Diese Organe dienen sonst als Empfänger für Tast- und Schmerzreize. Typische Bewegungsempfänger sind die Hörorgane der Mücken. Sie verfügen über einen sehr engen Frequenzfilter, der ihnen ausschließlich die Flügelvibrationen des Geschlechtspartners anzeigt. Diese Art Hörorgane bezeichnet man als Schallschnelle- oder Bewegungsempfänger. Sie nehmen Bewegungsänderungen des Mediums (Bewegung bzw. Geschwindigkeit der Teilchen) wahr.

Quelle: schülerlexikon.de

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