Königswahl um 1200?

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3 Antworten

Um 1200 wurde der König des Heiligen Römischen Reiches grundsätzlich gewählt. Allerdings gab es noch keine allgemein anerkannte und kodifizierte Wahlordnung, die die genauen Formalitäten der Wahl und vorallem die an der Wahl zu beteiligenden geistlichen und weltlichen Fürsten festlegte.

Eine solche Wahlordnung wurde erst 1356 mit der sog. "Goldenen Bulle" geschaffen, die bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches in Kraft blieb. Dem "Erbrecht" kam dabei keinerlei Bedeutung zu.

Die geistlichen und weltlichen Fürsten, die zur Königswahl zugelassen wurden, hatten eine besondere Stellung im Reich, bezeichneten sich fortan als "Kurfürsten" und schlossen sich zum sog. "Kurfürstenkollegium" zusammen, dem auch in der gewöhnlichen politischen Praxis des Reiches gewisse Vorrechte zukam, z. B. eigenständige Kurfürstenversammlungen, in denen außerhalb der gewöhnlichen Reichtage meist zusammen mit dem Kaiser wichtige Entscheidungen getroffen wurden.

MfG

Arnold

Nun ja, gewählt wurden die römisch-deutschen Könige bzw. Kaiser formal bis zum Ende des Reiches 1806. Während es im Mittelalter allerdings noch zu wirklichen Wahlen mit einem mehr oder wenige offenen Ausgang (und hin und wieder Streit über Wahlrecht und Wahlvorgang aufkam), etablierte sich das deutsche König- bzw. Kaisertum im Spätmittelalter zu einer quasi-erblichen Monarchie der Habsburger, die mit einem kurzen Intermezzo der Wittelsbacher (Karl VII, 1742-1745), den römisch-deutschen Herrscher stellten. 

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