Kocht Wasser schneller, wenn es in Bewegung ist?

7 Antworten

Die zusätzliche Bewegung der Wassermoleküle durch das Rühren trägt nicht signifikant zur Erwärmung des Wassers bei. Der einzige Effekt ist, dass das Wasser durch das Rühren gleichmäßiger erwärmt wird. Ohne Rühren kann es passieren, dass die unteren Schichten schon sieden, während die oberen noch kalt sind (vor allem bei großen Kochtöpfen). Ein bisschen Fachjargon: Ohne Rühren wird die Wärme nur durch Wärmeleitung übertragen, mit Rühren auch durch Materietransport (ähnlich effektiv wie Konvektion, also effektiver als Wärmeleitung).

Das Rühren führt dem Wasser zwar Energie zu, aber der Betrag ist vernachlässigbar klein.

Der Sinn des Rührens besteht darin, das gesammte Wasser im Topf auf eine einheitliche Temperatur zu bringen. Der Wärmeübergang funktioniert nämlich umso schneller, je größer die Temperaturdifferenz (z.B. zwischen Wasser und Herdplatte bzw. Topfboden) ist.

Wenn man nicht rührt, erwärmt sich zunächst die unterste Wasserschicht, diese erwärmt dann die darüberliegende Wasserschicht u.s.w. Da man dabei nur kleine Temperaturdifferenzen hat, dauert der ganz Prozess ohne Rühren länger.

Wenn überhaupt, macht das höchstens ein paar Sekunden Unterschied. Dass diese Küchengeräte während des Erwärmens des Wassers rühren, hat damit aber nichts zu tun, sondern einzig und allein den Sinn, dass es bei Erhitzen von anderen Flüssigkeiten (Saucen etc.) nicht zum Anbrennen des Garguts kommt. Das Küchengerät unterscheidet nicht zwischen Wasser und anderem Gargut. Also rührt es per se, wenn etwas aufgewärmt wird.

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