Knochenmark spenden- WIE WO WANN?

5 Antworten

Hallo Antworter 3000, 

Wie wird das gemacht? Als erstes musst du überprüfen, ob du dich registrieren lassen kannst (du musst für die Registrierung zwischen 17 und 55 Jahre alt sein, mindestens 50kg wiegen (keinen BMI von über 40 haben) und darfst keine chronischen Erkrankungen haben, ähnliche Voraussetzungen wie bei einer Blutspende nur noch etwas strenger. Dann informierst du dich über die zwei möglichen Spendearten und lässt dich registrieren, wenn du im Fall einer Übereinstimmung auch wirklich bereit dazu bist zu spenden (die Spende ist echt nicht schlimm, aber wenn ein möglicher Spender kurz vorher zurücktritt kann das den Tod des Patienten bedeuten oder es geht zumindest wichtige Zeit bei der Spendersuche verloren). Am einfachsten geht das online z.B. auf der Internetseite der DKMS, dort findet man auch ausführliche Informationen über die Spendeverfahren. Soo wenn man dann registriert ist bekommt man nach einigen Wochen seinen Spenderausweis und wird dann erstmal nur 1-2 mal im Jahr daran erinnert, dass man registriert ist (per Mail oder Post). Wenn es dann zu einer Übereinstimmung kommt wird man angeschrieben und um eine Rückmeldung gebeten. Man muss dann beim Hausarzt Blut abnehmen lassen, um noch einmal genauer prüfen zu können in wie vielen Merkmalen man wirklich mit dem Patienten übereinstimmt. Nur etwa 1% aller Registrierten kann irgendwann einmal spenden, für alle anderen heißt es jedoch, dass es deren "Zwilling" gut geht. 

Wann und wo? Der Termin wird mit dir abgestimmt. Es findet immer erst eine Voruntersuchung (meistens schon in der Entnahmeklinik etwa 2-3 Wochen vor der Spende) statt, wobei noch mal genau geschaut wird, ob du gesund bist. Bei der DKMS sind die Entnahmekliniken, die am häufigsten angefragt werden Köln und Dresden. Die Fahrtkosten (ggf. auch Flugkosten) werden von der Versicherung des Patienten übernommen, man selbst kann aber alles direkt mit der DKMS abrechnen. Von der ersten Übereinstimmung bis zur Spende kann es etwa 4 Monate dauern, meistens geht es aber deutlich schneller (bei mir waren es bspw. etwa 5 Wochen).

Hat jeder das selbe Knochenmark also kann da jeder spenden? Nein, denn es geht da nicht um die Blutgruppe eines Menschen sondern um die HLA-Merkmale. Diese sind Gewebemerkmale und die Wahrscheinlichkeit einer Überinstimmung ist in der nahen Familie (Eltern und Geschwister) am Größten mit etwa 30%. Danach wird nach einem Fremdspender aus dem weltweiten System gesucht und die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung im Suchlauf beträgt im Bestfall 1:100.000 und im schlechtesten Fall 1:mehreren Millionen. Vielleicht etwas schwer erklärt, aber das heißt für einen Patienten müssen im schlechtesten Fall vielleicht 10Millionen Menschen registriert sein, damit einer davon spenden kann, dies ist vor allem bei Menschen der Fall, die eine seltene Abstammung haben. Gerade aus diesem Grund ist es unfassbar wichtig, dass alle gesunden Menschen sich registrieren lassen. 

Wie schon erwähnt gibt es zwei Spendemethoden. Für Kinder wird häufig das operative Verfahren der Knochenmarkentnahme benötigt, da die Zellen daraus weniger aggressiv sind. Dabei wird dem Spender unter Vollnarkose etwa 500ml-1,5l Knochenmarkblut entnommen (die Höchstmenge wird hier am Körpergewicht des Spenders berechnet und bei Kindern wird nicht so viel benötigt). Hört sich nach extrem viel an, ist es aber eigentlich nicht. Bei mir wurden auch gut 1,5l entnommen (war für eine erwachsene Frau die 90kg wog und ich hab es gut "weggesteckt". Am Tag nach der Spende wird man im Normalfall entlassen und dann noch ein paar Tage krankgeschrieben. Ich hatte danach leichte Schmerzen ähnlich denen eines Muskelkaters im unteren Rücken, aber es war wirklich nicht schlimm! ;) 

Bei der zweiten Methode (die in etwa 80% der Fälle gemacht wird), der peripheren Stammzellentnahme muss sich der Spender etwa 4 Tage vor der Spende den Wirkstoff G-CSF subkutan spritzen. Dies kann auch ein Pflegedienst übernehmen. Der Wirkstoff bewirkt, dass die Stammzellen ins Blut ausgeschwemmt werden, wie es auch bei einer Grippe der Körper ganz von selbst macht. Daher kann es während dieser paar Tage zu grippeähnlichen Symptomen kommen. Ich habe auch dieses Spendeverfahren gemacht (für die gleiche Empfägnerin, weil die Zellen leider nicht angewachsen sind nach der ersten Spende und man so alles versuchen wollte). Bei mir traten vor allem leichte Gliederschmerzen und ein Kribbeln im unteren Rücken auf (aber auch super auszuhalten auch ohne Krankschreibung, die zu jeder Zeit möglich wäre). Bei der Spende bekommt man dann in jeden Arm einen Zugang gelegt. Dem einen Arm wird das Blut entnommen, läuft dann durch eine Zentrifuge, die die Stammzellen herausfiltert und das Restblut wird dann dem anderen Arm wieder zugeführt. Dies dauert einige Stunden, in denen man aber einen Film schauen kann und mit essen und trinken versorgt wird. Danach kann man direkt nach Hause. Auch ich war danach topfit ;) 

Bei noch spezielleren Fragen kannst du gerne kommentieren ;) Dem Sohn deines Bekannten natürlich alles Gute. Hoffentlich findet sich schnell ein Spender und die Transplantation verläuft positiv. 

Da hilft wohl besser ein Weblink.  Nicht zu Google, sondern zur DKMS. Das Thema ist dann doch recht komplex.

https://www.dkms.de/de

Es wird kein Knochenmark, sondern Stammzellen gespendet, das kann prinzipiell jeder, nur muss eine genetische Übereinstimmung von mindestens 97% vorliegen. Also passt nicht jeder zu jedem. Registrieren kann man sich bei der DKMS. Es gibt zwei Methoden zur Spende, operativ und per vorheriger Gabe von speziellen Injektionen. Ich habe mich damals für die zweite Variante entschieden.

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