Klimaschutz im Liberalismus?

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7 Antworten

Ehrlich gesagt mag ich den ganzen -ismus-Kram nicht. Es wird nie soetwas wie einen theoretisch reinen Liberalismus geben. Es gibt Gesellschaften, die Bürgerfreiheiten mehr oder weniger einschränken. Soweit es sich um irgendwie demokratisch organisierte Gesellschaften handelt, wird es davon abhängen, wem die Wahlbürger das Verfügungsrecht über gesellschaftspolitische und ökonomische Entscheidungen geben. Es wird davon abhängen, wie politisch aufmerksam die Wahlbürger sind oder wie leicht sie sich hinters Licht führen lassen. Es gibt kein Gesellschaftssystem, das automatisch den Himmel auf Erden herbeiführt. Immer sitzen an den Schaltstellen Menschen, die um Einfluss und Entscheidungsgewalt ringen und dabei - auch wenn sie anderes erzählen - eigene Interessen und die Interessen ihrer Seilschaft im Auge haben.

Wenn man mal von den zunehmenden Fehlgeleiteten absieht, die auch auf GuteFrage nach einer unbegrenzten Freiheit fragen, ihre Persönlichkeitsdefizite auszuleben, auch wenn es auf Kosten anderer geht, wenn man absieht von den Systemfans, die glauben, irgendein System wäre die Erlösung, dann bleibt, dass wir als Menschen gesellschaftliche Wesen sind, die sich miteinander verträglich organisieren müssen. Ich kenne keinen philosophisch oder ökonomisch ernst zu nehmenden Liberalismus, der den gesellschaftlichen Charakter unseres Daseins in Frage stellt und einen totalen Egoismus predigt. Es geht immer um die Frage: Wieviel Freiheit des Einzelnen und wieviel Bindung an gesellschaftliche Notwendigkeiten. Bei der letzten Frage, wieviel Bindung an gesellschaftliche Notwendigkeit stellt sich die Frage, wieviel Bindung aus eigener Einsicht ist möglich oder wieviel soll eine "weise Instanz" vorschreiben. Diesbezüglich sind z.B. Platon, Rousseau oder die Sozialisten eher für die "weise Instanz".

Da uns die Menschheitsgeschichte noch nie eine "weise Instanz" präsentiert hat, "ideale Menschen" oder Parteien, die sich nur in den Dienst einer Gesellschaft gestellt haben, sind Liberale weniger der Versuchung erlegen, die Lösung gemeinschaftlicher Probleme von einem Oberguru oder einer Superstaatspartei zu erwarten. Das bedeutet nicht, dass auch Liberale unterschiedlicher Meinung sind und darüber streiten, wie gemeinschaftliche Probleme gelöst werden sollen. Der "ideale Weg" ginge über Aufklärung, Bildung und Emanzipation der Individuen. Diesem Ideal der Aufklärung stehen wir inzwischen skeptisch gegenüber, das es von unterschiedlichen Seiten erfolgreiche Bemühungen gibt, genau das zu verhindern. Auch ist die Frage nicht mehr so einfach zu beantworten, ob viele Menschen eher die Freiheit mit allen Unannehmlichkeiten wählen oder doch eher eine bequeme, rundumversorgte Kindergartenmentalität akzeptieren. Im letzten Fall hat emanzipatorischer Liberalismus keine Chance und es regiert kindlicher Egoismus, dem die Nannys immer wieder auf die Finger klopfen müssen. Dann geschieht das, was Kant mit der Aufklärung beendet sehen wollte: Dann sagen wenige Leithammel, wo es lang geht.

Von den Entscheidungen der Menschen hängt ab, wieviel Klimaschutz sie wollen und wieviel und wie das umgesetzt wird. Fairer Wettbewerb bedeutet nicht, dass jeder alles darf. Es bedeutet, dass alle den gleichen Beschränkungen unterliegen. Das ist zugegebenermaßen bei Massengesellschaften unter den Bedingungen der Globalisierung nicht so einfach.

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Was man halt so kennt. Förderung erneuerbarer Energien und der entsprechenden Forschung, Schadstoffgrenzwerte, Verbot bestimmter Stoffe etc.

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Kommentar von Nerdherz
16.09.2016, 19:56

Wie soll man in einem liberalen Land gewisse Stoffe verbieten?

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Kommentar von vitus64
16.09.2016, 20:25

Liberalismus bedeutet doch nicht, dass es überhaupt keine Verbote oder staatliche Eingriffe geben darf.

Das Staat hält sich nur damit zurück und versucht vor allem nicht, den Einzelnen vor sich selbst zu schützen. Stichwort: Nanny-State.

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Klimaschutz funktioniert teilweise schon mit "Liberalismus". Unternehmen haben ein Interesse daran, Geld zu sparen und das geht, indem sie den Ressourcenverbrauch reduzieren. Mein Lieblingsbeispiel ist der Röhrenfernseher: Vor 20 Jahren hat man mindestens 10-20 mal so viel Material für die Produktion eines Fernsehers gebraucht. Heute sind die Bildschirme sehr dünn und brauchen weniger Ressourcen.

Wie mein Vorredner schon erwähnt hat, würde ich mich mit dem Coase-Theorem beschäftigen. Grundsätzlich würde es dann darum gehen, dass ein Markt für Klimaschutz geschaffen wird. Das heißt, jemand der die Umwelt verpestet muss etwas an die bezahlen, denen saubere Luft wichtig ist. Von dem Geld könnten Projekte für den Klimaschutz realisiert werden. Etwas ähnliches besteht schon mit den CO2-Zertifikaten der EU.

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Kommentar von kleinefrechemau
15.11.2016, 20:22

CO2-Handel ist das Gegenteil von Umweltschutz

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Jene, die ein Interesse am Klimaschutz haben kompensieren diejenigen, die durch ihr Handeln dem Klimaschutz entgegenwirken. So können beide Parteien uneingeschränkt ihren Nutzen maximieren.

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Kommentar von JBEZorg
16.09.2016, 22:23

Kannst du diesen Schwachsinn auch näher erläutern?

Malabgesehen davn das die Zahlungsberetschaftfür Klimaschutz im Liberalismus gegen Null geht.

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Ei, so wie jetzt, wir haben schließlich einen waschechten Liberalismus, er nennt sich jetzt Neoliberalismus.

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Im 100% Liberaimsu garnicht. Es gibt keine Anreize.

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Kommentar von Innovate
17.09.2016, 00:35

Doch, es gibt den Anreiz Kosten zu sparen. Kohle, Öl, Elektrizität und andere Ressourcen kosten Geld. Also versucht jedes Unternehmen den Verbrauch von Ressourcen zu reduzieren.

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Sieht man doch: gar nicht

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