Kleinunternehmung neben Hauptberuf

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3 Antworten

Erwartest Du 600 Euro Einnahmen oder Gewinn? Das solltest Du noch einmal präzisieren, wie hoch der Gewinn pro Jahr ausfallen wird. Also besser gesagt ob in diesem Jahr noch, aber bestimmt für 2014.

Wenn Du gleich mit Gewinn rechnen kannst, dann greift ja auch sofort die Einkommensteuer. Deine Freibeträge sind ja in den 26.000 bisher schon immer voll aufgegangen. Jetzt sattelst Du da das Gewerbe auf. Damit wird vermutlich eine Einkommensteuer-Vorauszahlung gegen Dich festgesetzt werden.

Ist natürlich gut, dass man das nicht alles auf einen Schlag bringt, sonder vorhersehbar alle drei Monate. Sollten Deine Gewinnerwartungen unterboten, dann brauchst Du nichts zu machen. Werden Einkünfte höher ist es immer sicherer mit dem Finanzamt zu kommunizieren. Weil die sind schnell mit der Steuerhinterziehung bei der Fuchtel. Wie eng sie das wirklich auslegen mag unterschiedlich sein, aber es erschreckt auf alle Fälle.

Viel Erfolg mit Deinem verzögerten Start!

papl2 06.12.2013, 10:03

Hey Gullup, danke für deinen Beitrag, nun bin ich ein kleinwenig verwirrt :)

Eulenhasser: "Die 17500 € beziehen sich nur auf Umsätze, die du als Unternehmer ausführst. Deine Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit haben damit nichts zu tun, da diese ja nichts mit der USt am Hut habe"

Du: "Deine Freibeträge sind ja in den 26.000 bisher schon immer voll aufgegangen. Jetzt sattelst Du da das Gewerbe auf."

Die 26.000 kommen aus meiner Festanstellung. Und ich dachte, eine "Kleinunternehmung" gilt nicht als richtiges Gewerbe?

Danke!

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Dirk-D. Hansmann 06.12.2013, 10:41
@papl2

Umsätze sind nur für die Umsatzsteuer interessant. Da wird die eine Sache geprüft: Unternehmer - ja/nein? Wenn ja, dann Umsätze im Sinne des Gesetzes? ja/nein? Wenn ja - Steuerfrei nach § 4 bzw. Kleinunternehmer. Ich will Dich mit der Kette nicht noch weiter verwirren. Es geht nur darum, dass man nicht wirklich weiter kommt, wenn man das ganze nicht hat. Auch wenn ich keine Steuerberater-Examen habe. Ich rate in fast 100% der Fälle dazu einen zu nehmen.

Aber zurück. Die Kleinunternehmer-Eigenschaft hast Du nach Deiner Aussage. Jetzt geht es im Grunde noch um zwei weitere Steuern bei Selbständigen. Gewerbesteuer: Da liegt der Umsatz schon unterhalb dem Gewinn, den Du machen könntest, bevor Steuern überhaupt anfallen.

So und dann haben wir noch die Einkommensteuer. Und da sind alle Einkünfte aus den Einkunftsarten wieder "neu" aufzubereiten. Nämlich der Gewinn unterliegt als zu den Einkünften gehörend der Einkommensteuer.

Deine Lohnsteuer, die Dir abgezogen wird ist nur eine "besondere Erhebungsform" der Einkommensteuer. Also nicht meinen, dass das mit der Lohnsteuer erledigt sei.

Wenn man jetzt die Einkünfte betrachtet, dann wird durch Deinen Arbeitgeber eine relativ genaue Steuer als Abschlag auf die Jahressteuer ermittelt, einbehalten und an das Finanzamt überwiesen.

In dieser genauen Berechnung sind einige Abzugsbeträge bereits enthalten. Zum Beispiel ein Grundfreibetrag. Dann ein Abzug für die Sonderausgaben. Es geht so weit, beim Lohnsteuerabzug werden auf den Monat umgerechnet die steigenden Prozentsätze in der Einkommensteuer vorweg genommen.

Und weil das Verfahren so ist, rechnet das Finanzamt aus Deinem Brutto-Arbeitsentgelt die Jahressteuer. Danach ist dann Dein Gewinn (Betriebseinnahmen abzgl. Betriebsausgaben) dazu gerechnet. Die Jahressteuer neu berechnet.

Machst Du Gewinn kommt jetzt eine höhere Jahressteuer dabei raus. Die aus der ersten Berechnung wird davon abgezogen. Über bleibt der Einkommensteuer-Betrag, den man Dir im Rahmen unterschiedlicher Paragraphen dann für das jeweilige Jahr als Vorauszahlungen aufgibt.

Und natürlich ist die Kleinunternehmerregelung überhaupt nicht mit dem Begriff Gewerbe in Verbindung zu setzen. Denn die Kleinunternehmer-Regelung ist ebenso bei der Vermietung und Verpachtung anzuwenden, wie bei freiberuflichen Tätigkeiten.

Es gibt auch kein "unrichtiges Gewerbe". Egal ob Du im Keller Wasser mit irgendwas veredelst oder es nur "segnest". Es werden überall die gleichen Kriterien angesetzt. Manchmal gibt es für Kleinbetriebe Erleichterungen. Auf die sollte man aber nicht hoffen. Du kannst davon ausgehen, Deine Stadtverwaltung achtet genau darauf wer in welchem Umfang z.B. Werbung schaltet.

Die hat auch ein offenes Ohr, wenn bestimmte Dinge falsch gelaufen sind. Da gibt es keinen Unterschied zwischen einem weltweit agierenden Konzern und dem Kleinunternehmer.

So, ich hoffe ohne das ganze jetzt bagatellisiert zu haben verständlich gemacht zu haben. Wenn nicht frag nach. Solltest Du neben der steuerlichen Verwirrung noch andere wünschen, dann kannst Du Dich auch gern melden. Könnte zu allen möglichen Irrtümern im Zusammenhang mit dem Unternehmer sein Bücher füllen.

Schöne Grüße und nichts zu danken, dafür sind wir doch hier angemeldet. Zum Fragen und zum Antworten ;-)

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Die 17500 € beziehen sich nur auf Umsätze, die du als Unternehmer ausführst. Deine Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit haben damit nichts zu tun, da diese ja nichts mit der USt am Hut haben :)

Die Einnahmen aus der Unternehmertätigkeit musst duu allerdings im Rahmen deiner Einkommensteuererklärung erklären und diese dann versteuern. Diese Einkünfte werden dann mit den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit verrechent.

papl2 05.12.2013, 20:43

Das heißt, alles locker. Gute Sache. :) Bzgl. der Krankenkasse kannst du auch was sagen?

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Eulenhasser 05.12.2013, 21:31
@papl2

Leider nein, da weiß ich nichts darüber... freut mich aber, dass ich dir zumindest teilweise hifreich war :)

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Kleinalrik 06.12.2013, 12:04
@papl2

Krankenkassenbeiträge werden auf Arbeitsentgelte erhoben.

SV-rechtliche Arbeitsentgelte sind (...) gleichbedeutend mit steuerrechtlichen Einkünften aus nicht selbständiger Arbeit - diese unterliegen auch gleichzeitig NICHT der Umsatzsteuer.

Kurz: Auf deinen Lohn zahlst du Krankenkassenbeiträge aber keine USt.

Auf dein Kleingewerbe KÖNNTEST du USt. zahlen müssen, aber KEINE Krankenkassenbeiträge.

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Die Freigrenze von 17.500 Euro bezieht sich nur auf die Umsatzsteuer. Mit der Einkommensteuer hat die Freigrenze nichts zu tun.

Du musst die 7.200 Euro mit deinen Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit zusammenzählen. Daraus wird dann die Einkommensteuer ermittelt.

Bei der Einkommensteuererklärung musst du einen Anlage G und eine Einnahmen- Überschussrechnung beilegen.

Sind die 600 Euro im Monat wirklich dein Gewinn oder hast du Ausgaben. Bürobedarf, Steuerberater, Werkzeug, etc. Ab ca. 385 Euro Gewinn im Monat kommt die Krankenkasse und will Beiträge von dir. Also informiere dich bereits vorher. Da sind von den 600 Euro schnell 150 Euro weg.

papl2 06.12.2013, 10:06

"Die Freigrenze von 17.500 Euro bezieht sich nur auf die Umsatzsteuer."

Hat das in meinem Fall irgendein Gewicht? "(...)Für Kleinunternehmer gibt es jedoch eine besondere Regelung: Gemäß § 19 UStG sind sie davon befreit, Umsatzsteuer auf die von ihnen getätigten Umsätze zu erheben.(...)" http://www.buchhalterprofi.de/blog/paragraf-19-ustg-kleinunternehmerregelung/

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Teresamaria 06.12.2013, 11:09
@papl2

Das hat für dich insofern Gewicht, als das du aus deinem Gewerbebetrieb Einkommensteuer bezahlen musst.

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