Kleinunternehmerregelung verwirrend!

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6 Antworten

"1. Wenn ich (als Kleinunternehmer) in diesem Jahr (2014) 17.500 Euro (Umsatz) nicht überschreite, bin ich nicht umsatzsteuerpflichtig. Richtig?"

Nein - Falsch! Gem. UStG § 19 geht es immer um den Umsatz vom Vorjahr und vom laufenden Jahr, denn es heißt darin, dass der "Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr 17 500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50 000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird."

Lediglich für Gründer wird ausnahmsweise für das 1. Jahr auf die 17.500-Grenze abgestellt: "Es kommt somit nur darauf an, ob der Unternehmer nach den Verhältnissen des laufenden Kalenderjahres voraussichtlich die Grenze von 17 500 € nicht überschreitet." (UStAE, Abschnitt 19.1, Absatz 4 S. 3)

Außerdem ist der Umsatz, der in § 19 gemeint ist der Bruttoumsatz. Kleinunternehmer müssen also für sich bei der Kalkulation immer auf ihre Einnahmen ohne USt die USt draufrechnen und vergleichen, ob sie mit diesem Bruttobetrag die 17.500 überschritten haben oder die 50.000 überschreiten werden.

Die EUR 17.500 gelten nur für das erste Jahr. In allen weiteren Jahren darfst du EUR 50.000 Umsatz machen und kannst trotzdem noch Kleinunternehmer sein. 

Nebenbei bemerkt: Wenn du das möchtest, kannst du auch mit wesentlich weniger Umsatz freiwillig umsatzsteuerpflichtig sein. Das hat zwei Vorteile, nämlich 1. sehen deine Kunden nicht, wie wenig Umsatz du machst, und 2. kannst du Vorsteuer abziehen, wenn du etwas für die Firma kaufst. 

Warnholz 14.08.2016, 21:58

Das ist falsch. Die 17.500 Euro gelten immer für das Vorjahr. Werden die überschritten unterliegt man um Folgejahr der Regelbesteuerung.

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  1. wenn 2014 die 17.500 nicht überschritten werden, dann bist du nicht Umsatzsteuerpflichtig. Insofern richtig

  2. Wenn du im nächsten Jahr die 50.000 nihct überschreitest, dann bist du nicht umsatzsteuerpflichtig. insofern richtig

  3. Wenn du also in 2015 40.000 Umsatz hast, dann bist du unter den 50.000 und damit nicht umsatzsterpflichtig. insofern richtig

  4. Wenn du dann in 1016 wieder etwa 40.000 Umsatz dast dann bist du aber Umsatzsteuerpflichtig! Denn das Gesetz besagt, dass man dann nicht Umsatzsteuerpflichtig ist, wenn man in einem Jahr die 17.500 nicht überschreitet und im Folgejahr die 50.000 nicht überschreitet. Da aber 1016 das FOlgejahr von 2015 ist in dem du ja dann mehr als 17.500 Umsatz hattest bist du dann Umsatzsteuerpflichtig

Es ist so, dass das ganz immer in Abhängigkeit zweier aufeinanderfolgender Jahre zu sehen ist. Solange du in einem Jahr unter den 17.500 bleibst bist du erst mal nicht umsatzsteuerpflichtig. Wenn du aber diese 17.500 in zwei aufeinanderfolgenden Jahren überscheitest (was ja auch dein Ziel sein sollte!) dann bist du Umsatzsteuerpflichig.

Ich würde dir aber ohnehin, wenn nicht irgendwelche besonderen Gründe dagegen sprechen, dazu raten freiwillig von ANfang an auf Umsatzsteuer zu optieren

Als Webmaster hast Du doch vermutlich keine Privatkunden, sondern mehrheitlich Unternehmer!?

Nichts zahlt man so gern wie die Umsatzsteuer an andere Unternehmer. Die bekommt man nämlich gern zurück.

Es gibt noch einige Argumente gegen die Anwendung der Kleinunternehmerregelung. Beispielsweise geht es keinen Kunden was an, was man umsetzt. Erst recht nicht, wann auf einmal der Sprung erfolgt. "Ach, hast wohl zu viel verdient? Schreib nicht so hohe Rechnungen..."

Übrigens ab Deiner Nummer 2 wird es ungenau. Es geht darum, was man erwartet. Man kann vorher nicht wissen wie der Umsatz sein wird. Aber man hat vielleicht bereits Bestellungen oder ähnliches...

Außerdem: Von den paar 17.500 Euro dann noch Betriebsausgaben bezahlen und vom Rest leben? Mit dem Krankenkassenbeitrag und der Miete ist man da ja schon knapp dabei. Das ist doch kein Ziel in dem Bereich zu bleiben. Wie soll man denn da Rücklagen bilden? Also für die eigene Absicherung oder auch für das Unternehmen?

Wichtig ist auch: In der Regel ist der Kleinunternehmer im Preis zu teuer. Schließlich kostet den die Miete für den Rechner nicht 100 Euro, sondern 119 Euro. Da schlägt er dann ja noch einmal seinen Aufschlag drauf. Muss man am Einzelfall wirklich rechnen.

Wieso kannst Du Dir nicht einmal einen Steuerberater leisten um solche Fragen in einem kurzen Gespräch zu klären? Überlege mal was Du an Zeit für das Lesen von Steuerliteratur benötigst... Und selbst Profis sind sich nicht immer sicher ob das so stimmt, wie sie das auffassen. Von Verfassungsbedenken mal ganz zu schweigen.

Also hast Du ein ziemlich hohes Risiko einfach Fehler zu machen. Auf alle Fälle einen unnötig hohen Zeitaufwand. Minimiere den lieber und gib die Grundaufzeichnungen einem Profi. Nutze die "gewonnene" Zeit für die Werbung und Betreuung Deiner Kunden. Dann solltest Du eigentlich mehr Geld verdienen, als der Steuerberater nimmt. Klappt das nicht, dann musst Du entweder Deine Geschäftstätigkeit umstricken oder hast Dir einen der Perlen der Steuerberater ausgesucht...

Viel Erfolg.

Webmaster3D 08.09.2014, 13:23

Bin kein Webmaster! Das ist nur der Account Name hier

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Dirk-D. Hansmann 08.09.2014, 17:23
@Webmaster3D

Dann wäre es ratsam gewesen in der Frage einen Hinweis zu posten.

Unter dem Strich behalten die Tipps, Hinweise und Kommentare auch wenn Sie Dir nicht gefallen ihre Richtigkeit.

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mache es dir doch nicht unnötig schwer bis 17500 keine umsatzsteuer verdienst du mehr mach doch eine ob du 100 euro als kleinunternehmer bekommst oder ob du 119 euro kassierst ist beides das selbe am ende hast du also immer 100 euro verstanden ?

das ist so ! die Kleinunternehmerregelung von 17500 Euronen bleibt solange bestehen bis du nicht mehr verdienst. Hast du im Jahr nur 17501 Euro im Jahr wirst du im Folgejahr automatisch umsatzsteuerpflichtig. Das bedeutet aber auch dass du, wenn du Geld in deinen Betrieb steckst die Umsatzsteuer nicht zahlen musst !!!!! Angenommen ! Du verdienst im Jahr 20.000 Euro, kaufst dir aber einen Firmenwagen für 10.000 Euro +MWST zahlst du auch bloß die 10.000 !!!! Die Mehrwertsteuer von 1900 Euro rechnest du ja gegen, nämlich von den Einnahmen die du von deinen Kunden erzielst.....Die Mwst zahlen doch sowieso die Kunden...dir kann dir doch egal sein.

Nachteil ! alle 3 Monate Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt machen, aber ein Hexenwerk ist das auch nicht........

Das alles mal ganz kurz erklärt...

wfwbinder 08.09.2014, 04:09

Kleinunternehmer und die 17.500,- Grenze sind eine reine Sache der Umsatzsteuer udn hat mit "Verdienst" = Gewinn nichts zu tun, sondern nur mit Einnahmen.

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