Kleinunternehmerregelung- Ich verstehe es nicht!

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5 Antworten

Nr. 1: Falsch. Ein Kleinunternehmer kauft nicht ohne Umsatzsteuer ein. Niemand kauft ohne Umsatzsteuer an, entweder kann man der Käufer die gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen oder es gibt die Möglichkeit, dass die Steuerschuldnerschaft auf den Käufer übergeht, aber einkaufen ohne Umsatzsteuer gibt es nicht!

Nr. 2: Genau so falsch wie Nr. 1.

Kleinunternehmer bedeutet, dass die Umsatzsteuer die kraft Gesetz anfällt, nicht erhoben wird. Da der Staat die Umsatzsteuer nicht erhebt, darf der Unternehmer auch keine Umsatzsteuer ausweisen.

Der Vorteil des Kleinunternehmers ist, dass er sich um die Umsatzsteuer überhaupt nicht kümmern muss (außer er tätigt Umsätze mit ausländischen Unternehmern und kommt auf die Idee sich mit seiner USt-ID-Nr. auszuweisen).

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Kommentar von Lina009
30.03.2012, 22:00

Der Vorteil des Kleinunternehmers ist, dass er sich um die Umsatzsteuer überhaupt nicht kümmern muss<

Also, das ist der Clou des Ganzen ja?

(außer er tätigt Umsätze mit ausländischen Unternehmern und kommt auf die Idee sich mit seiner USt-ID-Nr. auszuweisen).<

Also ich kanns ja sagen. Beim ersten Beispiel geht es um PixmaniaPro. Die betonen das doch so stark, dass man bei denen mehrwertsteuerfrei einkaufen kann???Solange man eine UstID hat (und die habe ich ja)

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Ich kann bei einem Großhändler durch meine UStId ohne mehrwertsteuer einkaufen,

Jein.

Bei einem Unternehmen im Inland kaufst Du immer mit USt ein. Einkauf ohne USt nur, wenn Du was von privat oder einem Kleinunternemer kaufst.

Nur im EU-Ausland wird mit Hilfe der USt-Id ohne MwSt eingekauft.


Als Unternehmer verkauft man immer mit USt. Die vom Kunden eingenommene USt minus der beim Einkauf (für Dein Unternehmen) gezahlten USt. muss ans Finanzamt abgeliefert werden.


Der Kleinunternehmer kauft genau wie der normale Unternehmer ein. De KU nimmt aber von seinen Kunden keine USt (darf er auch nicht). Kann aber selbst auch keine USt für die gekaufen Sachen wiederbekommen.


Beispiel 1: Man zahlt 100+19 Euro an den Lieferanten und erhält 150 + 28,50 Euro vom Käufer. Die Differenz bei der UST geht ans Finanzamt.

Beispiel 1: Man zahlt 20 Euro an den KU-Lieferanten und erhält 40 Euro vom Käufer. Eine USt taucht bei Beiden nicht auf.


Die KleinunternehmerRegelung vereinfacht Vieles, ist aber nicht immer wirtschaftlich günstiger. Argumente für und gegen: http://klicktipps.de/gewerbe-faq.php#kleinunternehmer-sinnvoll

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beim Einkauf bekommst du in der Regel 19% Vorsteuer vom Finanzamt, aber da du ja keine 19 % Umsatzsteuer gezahlt hast bekommst du nicht. Beim Verkauf aber an deine Kunden musst du dem Finanzamt 19% Umsatzsteuer zahlen, also würde, wenn du 20€ Umsattz machen willst, 19% auf die 40€ draufberechnen, dass wär dann ein bruttovetkaufswert von 47,60 €

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Kommentar von Branx1
30.03.2012, 19:32

Noch Fragen?

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Ich kann bei einem Großhändler durch meine UStId ohne mehrwertsteuer einkaufen, zahle also nur Nettopreise.

Nein, auch wenn du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nimmst, zahlst du dem Großhändler den Bruttorechnungsbetrag. Du darfst die darin enthaltene Umsatzsteuer aber nicht als Forderung gegenüber dem Finanzamt verbuchen.

Was mache ich nun beim Weiterverkauf.

Du verkaufst zu Bruttopreisen. Darin ist in deinem Fall keine Umsatzsteuer enthalten. Deshalb brauchst du auch keine Umsatzsteuer als Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt verbuchen und keine Umsatzsteuerschuld an das Finanzamt abführen.

Als Kleinunternehmer kaufe ich Waren bei einem anderen Kleinunternehmer ein. Wie ist das nun mit der Umsatzsteuer, bzw. Mehrwertsteuer?

Auch eine solche Rechnung zahlst du brutto und verbuchst keine Forderung gegenüber dem Finanzamt.

Eigentlich ist die Verfahrensweise für den Kleinunternehmer viel einfacher als für den umsatzsteuerpflilchtigen Unternehmer. Du zahlst und buchst alles brutto. Du nimmst brutto ein und buchst diese Einnahme ebenfalls brutto. Die Verrechnung von Umsatzsteuer entfällt.

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Kommentar von Lina009
30.03.2012, 21:57

Also, wenn ich das jetzt mal alles zusammenfasse, dann liegt der Vorteil der Kleinunternehmerrechnung einfach darin, dass ich mich in der Startphase gar nicht um den ganzen Umsatzsteuerkram kümmern muss. Ich muss mich nicht um Netto- oder Bruttopreise, noch um Vorsteuer, noch um Abführung ans Finanzamt etc. kümmern. Ich kaufe wie ein Privatmensch brutto ein und verkaufe auf meinem Shop zu den (brutto)Preisen, die ich als Gewinn anstrebe (und füge einfach diesen kleinen Satz wegen der nicht auszuweisenden Mehrwertsteuer ein).

Um den Rest brauche ich mich nicht zu kümmern?

Nicht das das Finanzamt bei mir auf der Matte steht, bzw. ich am Ende des Jahres alles was ich als Gewinn hatte als irgendeine Umsatzsteuer nachzahlen muss.

Was meint ihr: Sollte man sich schon am Anfang vom Steuerberater beraten lassen oder erst zur Abgabe der Steuererklärung? Ich will ja nichts falsch machen.

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Du kannst nicht ohne USt einkaufen, darfst deinen Kunden aber keine USt in Rechnung stellen, weil du keine an das Finanzamt abführst. Du kannst also auch die bei Einkäufen enthaltene USt nicht als Vorsteuer vom Finanzamt zurückfordern.

Wenn du beim Großhändler eine Ware für 100,--€ zzgl. 19% USt kaufst, zahlst du also 119,--€. Da du selbst keine USt weiter berechnest, kalkulierst du deinen Verkaufspreis ausgehend vom Bruttoeinkaufspreis.

Bei Einkäufen bei einem anderen Kleinunternehmer stellt man dir keine USt in Rechnung. Gleichermaßen stellst du deinem Kunden beim Verkauf keine USt in Rechnung.

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