Kleinunternehmer-Regelung ... Steuern

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1 Antwort

Die Behandlung der unterschiedlichen Einkommensarten in der Einkommensteuer bleibt erhalten. Also auch die Möglichkeit der Pauschalversteuerung.

Für die Umsatzsteuer werden alle unternehmerischen Tätigkeiten nach Umsatzsteuergesetz zusammen genommen. Einnahmen aus einer Arbeitnehmertätigkeit haben demgemäß nichts mit Umsatzsteuer zu tun. Das sagt der Grundsatz und ist auch der Normalfall!

Nur wenn man anfängt "lustige" Gestaltungen zu basteln kann es durch die Vorschriften zur Scheinselbständigkeit anders sein. Auch Liebhaberei (das kommt bei andauernden Verlusten in Frage) führt zur unterschiedlichen Behandlung in der Einkommen- und der Umsatzsteuer.

Es ist immer wieder toll, was man so meint zu lesen. Den Wiki-Artikel habe ich nicht gesucht. Doch so falsch kann der gar nicht sein. Kurzer Ausflug zur Umsatzsteuer:

Ein Unternehmer nimmt Geld ein und verzichtet auf die Kleinunternehmerregelung oder überschreitet die Grenzen, dann besteht die Einnahme aus Umsatzerlös und Umsatzsteuer (100 Euro zzgl. 19 Euro = 119 Euro). Die Umsatzsteuer also 19 Euro.

Er hat Leistungen anderer Unternehmer in Anspruch genommen und kann mit ordnungsgemäßem Beleg die gezahlte (geschuldete) Umsatzsteuer ALS VORSTEUER geltend machen. (10 Euro zzgl. 1,90 Euro = 11,90 Euro) Vorsteuer also 1,90 Euro.

Wäre das leider alles in dem Meldezeitraum, dann wäre Umsatzsteuer abzüglich der Vorsteuer (mit der soll der Unternehmer im Umsatzsteuerverfahren nicht belastet werden) die Zahllast. Der Unternehmer hätte also 17,10 Euro an das Finanzamt zu zahlen.

Die 1,90 Euro kann er nur deshalb von den 19,00 Euro abziehen, da sie als Vorauszahlung gilt. Der Unternehmer hat sie einem anderen bereits gegeben, um dieses Geld an das Finanzamt abzuführen. Im täglichen Ablauf wäre eine Prüfung der Unternehmereigenschaft aller Kunden gar nicht denkbar und die Hinterziehung enorm groß. Daher werden auch Unternehmen in aller Regel wie Endverbraucher behandelt und haben erst einmal die für sie gar nicht anfallende Umsatzsteuer zu zahlen. Damit das Kind einen Namen hat - Vorsteuer.

Also die wird nicht an das Finanzamt gezahlt, sondern an andere Unternehmen. Diese Vorsteuer bekommen Unternehmen auf die eigene Umsatzsteuer angerechnet. Was sie selber tun, da die Umsatzsteuer angemeldet wird.

Begrifflich alles etwas anders als bei anderen Steuern, denn die Umsatzsteuer wird sozusagen von jedem Unternehmen (der so als Steuereintreiber fungiert) für das Finanzamt verwaltet.

Nicht nur wegen Deinem Missverständnis, sondern ganz generell rate ich bei Gewerbetreibenden und Freiberuflern immer wieder: Leute nehmt einen Steuerberater! Es gibt so vieles was man da falsch machen kann, es dauert alles unnötig lang und wer hält sich bitte auf dem Laufenden über Steuerrechtsänderungen?

Daher nicht von der Einsicht abbringen lassen. Auch nicht durch erfahrene gute Freunde, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weniger Ahnung haben als sie glauben. Aus meiner aktiven Zeit in der Steuerberatungsbranche kann ich Dir sagen: Bei mir lag die Gesetzessammlung immer in Griffweite. Weil auch ein täglicher Umgang nicht jede Sonderregelung oder Abweichung so ins Hirn einbrennt, wie man es gern hätte.

Zu Deiner Sozialversicherung: Du solltest Deinen Status klären lassen. Wenn Du heute selbständiger wirst, dann gehe davon aus, dass Du Dich freiwillig versichern musst. Da man aber schlecht in die gesetzliche KV zurück kommt, sollte man keine private wählen. Es gibt in den Medien seit geraumer Zeit die Berichte, wo ältere Leute gar nicht zum Arzt gehen können. Sie können den Selbstbehalt nicht leisten. Gleichzeitig sind durch das Alter die Beiträge so hoch, dass die eigene Altersvorsorge der Leute zu gering ist. Wenn Du dann studierst ändert sich der Status vermutlich wieder.

Diese Statusklärung sollte man machen bevor die Änderungen eintreten. Denn sonst hat man den Schritt schon gemacht... Wobei es z.B. sein kann, dass durch die Wartezeit in der Ausbildung eine Weiterversicherung noch möglich ist, vielleicht sogar die Familienversicherung. Ich bin aber kein Sozialversicherungsrechtler, vielleicht muss man dann noch einmal für ein paar Monate bei Mama und Papa einziehen oder so... Aber das ist enorm wichtig. Denn auch wenn die Frage mal später von denen aufkommt, dann kommen die Beiträge womöglich zu dem Zeitpunkt...

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