Kleinunternehmer mit Umsatzsteuerproblemen

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6 Antworten

Unberechtigt ausgewiesene Umsatzsteuer ist an das Finanzamt abzuführen. Du kannst die Rechnungen aber berichtigen. Dein Kunde war wohl aber auch naiv, da er im Gegenzug die unberechtigt ausgewiesene Umsatzsteuer nicht verrechnen darf.

Da du Kleinunternehmer warst, darfst du natürlich keine Vorsteuern gegenrechnen.

Hast du denn keinen Steuerberater? Bei soviel Naivität/Unkenntnis solltest du deine Steuersachen vllt. besser jemandem übergeben, der sich damit auskennt.

Das hört sich ja sehr gut an!

Ja, mit einem Steuerberater hatte ich mich bei der Existenzgründung besprochen. Aber das ganze Ding wirft nur geringfügig Geld ab. Es ist eher ein Hobby mit viel Idealismus, was neben dem eigentlich Job geführt wird.

Danke!

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Ich verstehe wohl irgendwie deine Frage nicht? Es ist normal, dass die MWST auf einer Rechnung mit aufgeführt wird. Und die muss natürlich auch an das Finanzamt abgeführt werden. Wo ist das Problem? Wie kommst du als sebstständiger Unternehmer darauf, dass es verboten sei die MWST in einer Rg mit aufzuführen, das Gegenteil ist der Fall. Ohne MWST ist es Schwarzarbeit.

Danke, für die schnelle Antwort. Um die Verwirrung aufzuklären. Es gibt zwei Arten von Kleinunternehmer. Zum einen die, die unter 17000€ im Jahr umsetzen und die die MwSt. nicht gesondert aufführen dürfen. Dafür schreibt man dann auch den Zusatz "Die Firma .... GbR ist lt. § 19USTG umsatzsteuerfrei." Das steht auch auf meiner Rechnung. Die andere Art von Kleinunternehmen ist dann dieses, dass man die MwSt gesondert aufführen darf.

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@Mischy80

Hört, hört. Die letztgenannte Art von Kleinunternehmern würde mich mal näher interessieren. Welche gesetzliche Grundlage hat die im UStG; d.h. in welchem § ist die geregelt? Kannst du dazu näheres ausführen? Kennst du dich damit aus?

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@blackleather

Den Paragraphen kenne ich nicht. Dies ist aber einfach ein Kreuzien bei der Unternehmensgründung oder später ein Brief. ODER es wechselt eben automatisch, wenn man mehr als 17.200€ umgesetzt hat.

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@Mischy80

Was du hier schreibst, ist ausgemachter Blödsinn!!!

Es gibt nur eine umsatzsteuerliche Kleinunternehmerschaft, und die ist in § 19 UStG geregelt. Dort stehen die beiden Umsatzgrenzen, die stets kumulativ eingehalten sein müssen, damit jemand noch als Kleinunternehmer gilt. Und wenn auch nur eine von beiden überschritten ist, ist es nichts mehr mit Kleinunternehmerschaft.

Und das hat überhaupt nichts mit Kreuzchen oder Briefen zu tun, sondern ergibt sich automatisch aus dem Gesetz! Und im Gegensatz zu dir kenne ich nämlich die einschlägigen Paragrafen, weil ich - ebenfalls im Gegenteil zu dir - Ahnung von der Materie habe und das Maul halte, wenn ich keine habe, statt irgendwelchen Schwachsinn zu posten!

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@blackleather

Du kannst, wenn du unterhalb der Umsatzgrenze bist, dich freiwillig dafür entscheiden, die Umsatzsteuer in der Rechnung separat aufzuführen. Dagegen habe ich mich bei der der Unternehmensgründung mit einem Kreuz im Formular entschieden und später - 2008 - mit einem Brief freiwillig entschieden. Dass ich wenig Ahnung habe, sollte auch schon vorher deutlich geworden sein und habe ich auch in dem Post gesagt. Zudem kann man das auch in einem anderen Ton schreiben.

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@Mischy80

Dann hast du dich eben dafür entschieden, nicht mehr Kleinunternehmer i.S.d. UStG zu sein!

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Wenn dein Kunde aus der Rechnung auch nur versucht haben sollte, Vorsteuer geltend zu machen, kannst du u.U. tatsächlich wegen Beihilfe (§ 27 Abs. 1 StGB) zur versuchten (§ 23 Abs. 1 StGB) Steuerhinterziehung (§ 370 Abs. 1 Nr. 1 AO) belangt werden. Du kannst dich dann auch nicht auf Ahnungslosigkeit berufen, denn wieso hast du sonst bis dahin keine MWSt. in deinen Rechnungen ausgewiesen? Auch Verbotsirrtum (§ 17 StGB) dürfte nicht ziehen, denn es war dir zumutbar, steuerlichen Rechtsrat einzuholen. Also bete.

Die 2.000 €, die das Finanzamt jetzt von dir haben will, haben mit der strafrechtlichen Seite der Angelegenheit nichts zu tun. Dabei handelt es sich lediglich um die unberechtigt ausgewiesene Umsatzsteuer, die auf jeden Fall an das Finanzamt abzuführen ist - selbst dann, wenn der Vorsteuerversuch deines Kunden nicht geklappt haben sollte (§ 14c Abs. 2 Satz 1 UStG). Aus dieser Nummer kommst du nur dann raus, wenn das Finanzamt dir gestattet, die Rechnung zu berichtigen; was es nur dann tun wird, wenn dein Kunde die 2.000 € nicht als Vorsteuer kassiert hat (§ 14c Abs. 2 Satz 3 UStG). Die Zustimmung zur Rechnungsberichtigung musst du schriftlich beantragen (§ 14c Abs. 2 Satz 4 UStG).

OK. Die rechtliche Seite hatte ich dabei gar nicht im Blick... wird ja immer schöner! Problem ist, dass ich damals genau zu der Zeit meine Examensprüfungen hatte (was ich auch nachweisen kann) und deshalb mich so vielleicht noch "rausreden" kann - wobei es ja auch genau der Grund war. Mein Kunde hat die MwSt auf jeden Fall geltend gemacht, dadurch ist das Finanzamt überhaupt aufmerksam geworden. Schöner Mist!!

Aber, dass meine Kunde die unberechtigte MwSt wieder zurückgibt und ich dann die Rechnung berichtige oder umgekehrt wird nicht gehen? Oder, dass ich rückwirkend noch anmelde, dass ich in dem Jahr schon ein Kleinunternehmen war, das die Umsatzsteuer ausweisen durfte?

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@Mischy80

Doch, dass du die Rechnung berichtigst, ist möglich - wenn das Finanzamt deinem diesbezüglichen Antrag zustimmt (hab ich ja geschrieben). Es wird das aber nicht tun, falls dein Kunde die Vorsteuer erstattet erhalten hat und sich damit spurlos vom Acker gemacht hat oder etwa pleite ist.

Rückwirkend zur Regelbesteuerung zu optieren wäre eine Möglichkeit, aber die Frage ist, ob sich das lohnt und ob es sich überhaupt rechnet. Die Option kannst du so lange ausüben, wie die USt.-Veranlagung für 2007 noch nicht bestandskräftig ist (§ 19 Abs. 2 Satz 1 UStG). Allerdings bist du an diese Option 5 (in Worten: fünf) Jahre gebunden (§ 19 Abs. 2 Satz 2 UStG). Das heißt, wenn du das machst, musst du auch 2008 bis 2010 berichtigen und außerdem mindestens auch 2011 noch Umsatzsteuer ausweisen und abführen. Überleg dir das.

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@blackleather

Also, das Unternehmen existiert noch. Und ich habe eh ab 2008 die Regelbesteuerung in Anspruch genommen. Deswegen ginge es "nur" um 2007. Danke für deine Hilfe.

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@Mischy80

Dann rechne es durch. Vielleicht lohnt es sich ja tatsächlich, rückwirkend zu optieren.

Damit tätest du ja sogar jenem Kunden einen Gefallen.

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Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde die Umsatzsteuer auf der Rechnung ausgewiesen, der Kunde hat aber nur den Nettobetrag bezahlt?

Ich würde mir das gut überlegen, der Sachbearbeiterin das so zu erzählen. Das könnte als (Beihilfe zu)r Steuerhinterziehung ausgelegt werden.

Das Einzige was nicht noch mehr Probleme bringt wird wohl eine zu Tränen rührende Entschuldigung mit der Darstellung sein, dass es ein Versehen war.

Das entbindet jedoch mit Sicherheit nicht von der Zahlungspflicht!

:) Ne, der Kunde hat den vollen Betrag bezahlt. Sagen wir mal 100 €. Da ich die MwSt auch nicht gesondert aufführen durfte, war das der Endbetrag. Jetzt wollte er aber, dass sich sie gesondert aufführe und hab dann dummerweise auf die Rechnung (um im Beispiel zu bleiben) 81€ + 19 € 19% MwSt geschrieben. Eben nur auf dieser einen Rechnung, auf der auch unten der Passus steht, dass ich das gar nicht kann. Der Kunde hat mir auch die 100 € überwiesen, dass Finanzamt will von mir jetzt aber die 19 € haben.

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@Mischy80

mit Recht Dann hättest du die 100 € + Umsatzsteuer ausstellen müssen.

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ALSO, die Frau beim Finanzamt war sehr nett und ich soll jetzt nur die drei Rechnungen korrigieren und dem Kunden schicken, der dann seine Steuer von 2007 korrigieren muss. Sobald das geschehen ist, ist alles cool.

sind die 2000 € nur aus der einen Rechnung oder für das ganze Jahr?

die knapp 2000 ergeben sich aus drei Rechnungen. Für alle anderen Kunden und auch für diesen Kunden vor der "Umstellung" habe ich die MwSt nie separat aufgeführt. Zudem steht auf ALLEN Rechnungen der Passus, dass ich lt. § 19UStG umsatzsteuerfrei bin.

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@Mischy80

dann geht das Finanzamt davon aus, dass du eben nicht mehr die Kleinunternehmerregel in Anspruch nimmst.

Vielleicht kannst du so argumentieren: der Kunde X hat eine Rechnung über 500 € bekommen und wollte die USt ausgewiesen haben. Deshalb habe ich das getan. Ich habe ja die USt nicht auf die 500 drauf gerechnet, sondern runter, weil ich ja eben keine USt abführe und auch keine Vorsteuer geltend mache. Ich wusste nicht, dass man dies nicht kann....

Und wenn sie die 2000 wollen müsstest du ja davon zumindest deine gezahlte Vorsteuer abziehen können.

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@guterwolf

Das hört sich plausibel an. So etwas hoffe ich ehrlich gesagt auch. Danke.

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