Kleinunternehmer: bin ich über den Grundfreibetrag (Gewinn = 9.800 Euro)?

2 Antworten

Hallo jaundneinable (schönes Wortspiel!), Nach Deinen Fragen gibst Du jährlich Geld für einen Unternehmensberater aus. Wie wäre es, wenn Du statt des Unternehmensberaters einen Steuerberater für Deine steuerlichen Fragen beauftragen würdest? Unternehmensberater allein ist nach meinen Informationen kein Lehrberuf und auch keine geschützte Berufsbezeichnung. Ein Steuerberater hat für diesen Beruf eine längere Praxiszeit ausgeübt und musste auch ein Prüfung ablegen, bei der die Durchfallquote derzeit je nach Bundesland bei um die 65 % liegt. Außerdem darf er den Titel nur führen, wenn er nachweislich eine Berufshaftpflichtversicherung (Betriebsausgabe!) abgeschlossen hat und auch regelmäßig bezahlt. Also mein Tip: Für richtige Antworten gehe zum Schmitt und nicht zum Schmittchen:-)

Du wirfst in einer Fragestellung unterschiedliche steuerrechtliche Kategorien durcheinander wie Kraut und Rüben. Vor allem solche, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Deswegen erst mal ne Gegenfrage: Warum überlässt du es nicht einfach deinem Steuerberater, sich Gedanken darüber zu machen, statt dass du dir selbst welche machst?

Und jetzt die Antwort auf deine Fragen:

Die "Kleinunternehmer-Grenze" des Umsatzsteuer-Rechts ist überschritten, wenn der Umsatz im laufenden Jahr höher als 50.000 EUR und im vergangenen Jahr höher als 17.500 EUR ist (§ 19 Abs. 1 UStG). Eine 8.000 EUR-Grenze gab es in diesem Zusammenhang noch nie.

Mit deinen 8.000 EUR denkst du wahrscheinlich an den einkommensteuerlichen Grundfreibetrag, aber das ist eine ganz andere Steuerart und deswegen eine völlig andere Baustelle.

Wenn du schreibst, du habest Versicherungen "vom Gewinn" abgezogen, machst du wahrscheinlich gleich mehrere Fehler. Erstens kann man vom Gewinn nichts mehr abziehen, weil der Gewinn das ist, was "unterm Strich" als allerletztes rauskommt, sozusagen das endgültige, finale Ergebnis. Zweitens darf man private Versicherungen höchstens als Sonderausgaben berücksichtigen (aber nur bestimmte!), jedoch nicht als Betriebsausgaben. Als Betriebsausgabe abziehbar sind sie nur, wenn es sich um betriebliche Versicherungen handelt (§ 4 Abs. 4 EStG).

Wenn du selbst unter Berücksichtigung des Sonderausgabenabzugs auf ein zu versteuerndes Einkommen von 9.800 EUR kommst, wirst du Steuern zahlen müssen, und zwar - falls du alleinstehend und kinderlos bist - genau 280 EUR. Gegebenenfalls kommt noch die Kirchensteuer dazu.

Und ja, eine Einkommensteuererklärung müssest du dann auf jeden Fall abgeben (§ 25 Abs. 3 Satz 1 EStG; § 56 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStDV).

Und von welcher Änderung sprichst du zuletzt, die du evtl. "mit angeben" müsstest?

Hey danke für deine ausführliche Antwort, aber bei ein paar Sachen hast du mich falsch verstanden.

  1. "Warum überlässt du es nicht einfach deinem Steuerberater, sich Gedanken darüber zu machen, statt dass du dir selbst welche machst?"

-> Weil ich es auch selbst verstehen will ;)

  1. "Wenn du schreibst, du habest Versicherungen "vom Gewinn" abgezogen, machst du wahrscheinlich gleich mehrere Fehler. "

-> nein, ich meinte, dass der Gewinn das Endergebnis ist, das was rauskam, NACHDEM ich vom Umsatz alle Ausgabe, wie Versicherungen, abgezogen habe.

  1. "Zweitens darf man private Versicherungen höchstens als Sonderausgaben berücksichtigen (aber nur bestimmte!), jedoch nicht als Betriebsausgaben. Als Betriebsausgabe abziehbar sind sie nur, wenn es sich um betriebliche Versicherungen handelt (§ 4 Abs. 4 EStG)."

-> Natürlich muss ich meine Versicherungen (KSK, Versorgungswerk der Presse und Allianz) von meinen Ausgaben abziehen! Das sind doch Betriebsausgaben?! Hatte mir zumindest das Finanzamt sowie mein Unternehmensberater so gesagt.

Danke für deine Hilfe!

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@jaundneinable

"-> Natürlich muss ich meine Versicherungen (KSK, Versorgungswerk der Presse und Allianz) von meinen Ausgaben abziehen! Das sind doch Betriebsausgaben?! Hatte mir zumindest das Finanzamt sowie mein Unternehmensberater so gesagt."

Nö, das sind keine Betriebsausgaben! Dass dir das ein Unternehmensberater erzählt, kann ich mir ja noch vorstellen, ein Sachbearbeiter des Finanzamtes aber eher nicht. Wenn, dann meinte der die betrieblichen Versicherungen (Betriebshaftpfl. etc.) aber nicht deine private Vorsorge.

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?

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