Kleinstgewerbe - Einkommensteuer

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2 Antworten

Da ihr gemeinsam für die Einkommensteuer veranlagt werden, gibt es leider kein "mein" und "dein" und daher auch keinen Freibetrag.

Euer gemeinsames Einkommen zählt - und wenn ihr durch deinen (geringen) Gewinn dann leider in eine andere Steuerklasse rutscht, dann kann es leider auch ins Minus gehen, sprich, ihr zahlt mehr Steuern als vorher, dein Gewinn wird dadurch aufgezehrt.

PatrickLassan 06.09.2014, 19:06

Steuerklassen gibt es bei der Einkommensteuerveranlagung nicht, sondern nur bei der Lohnsteuer. Die Nachzahlung resultiert wahrscheinlich nur daraus, dass die Fragestellerin für ihre Einkünfte aus Gewerbetrieb keinerlei Steuern vorausgezahlt hat.

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dsupper 06.09.2014, 19:22
@PatrickLassan

Natürlich hat sie keine Steuern bezahlt, denn als Kleingewerbler nach § 19 UStG muss sie ja nur für die Einkommensteuererklärung eine Einnahme-Überschuss-Rechnung machen.

Das Einkommensteuergesetz kennt sechs Lohnsteuerklassen.

Es ergibt sich immer die Problematik, dass erst einmal nur vom unselbstständigen Bruttoarbeitslohn Steuern bezahlt werden, da das gesamte zu versteuernde Einkommen des Ehepaares ja nicht bekannt ist. So kann durch die den Steuerklassen zugeordneten Freibeträge das zu versteuernde Einkommen nur annähernd errechnet werden.

Die endgültige Steuerschuld kann sich dann eben erst im Laufe des nächsten Jahres mit der Einkommensteuerveranlagung ergeben.

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Ernsterwin 07.09.2014, 09:35
@dsupper

"Natürlich hat sie keine Steuern bezahlt" - genau das ist eben nicht natürlich.

Bei der Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit sind die voraussichtlichen Besteuerungsgrundlagen zu schätzen. Dass dabei die Kleinunternehmerregelung nach § 19 ("Kleingewerbler nach § 19 UStG" gibt es nicht) angekreuzt wurde, bedeutet nur, dass bei Inlandsumsätzen nach § 1 (1) Nr. 1 keine Umsatzsteuer zu erheben ist und deshalb keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt wird.

Für die Einkommensteuervorauszahlung hat die Kleinunternehmerregelung keine Bedeutung. Umsatszsteuer und Einkommensteuer sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Wie Du richtig schreibst, ist aber gegebenenfalls Einkommensteuer vorauszuzahlen. Und wenn die Schätzung des steuerpflichtigen Einkommens eben zu Beginn der selbstständigen Tätigkeit zu niedrig war, ergibt sich eine Nachzahlung.

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dsupper 07.09.2014, 09:54
@Ernsterwin

Mein Mann arbeitet nicht selbstständig als Angestellter, ich arbeite selbstständig als Kleinunternehmer nach § 19 UStG.

Nur mein Mann zahlt von seinem Verdienst monatlich Steuern entsprechend seiner Steuerklasse. Ich erhalte meine Rechnungsbeträge brutto = netto, darf aber weder Mehrwertsteuer "berechnen" noch abziehen noch muss ich diese abführen.

Am Ende eines Jahres mache ich eine einfache Einnahme-Überschuss-Rechnung und dieser verbleibende Gewinn wird dann gemeinsam mit dem Einkommen meines Mannes in unserer Einkommensteuererklärung veranlagt.

Als Kleinunternehmer nach § 19 zahlst du keinerlei Steuern im voraus.

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suhareke 07.09.2014, 10:51
@dsupper

ich antworte hier mal für alle die mir geschrieben haben, erst mal danke schön, ich habe sogar an die 40 % Steuern gezahlt, und man hat mir für dieses Jahr schon im vorraus die Steuern veranschlagt, obwohl ich mein Gewerbe Ende letztens Jahres schon abgemeldet habe. Da ist doch irgendwas nicht in Ordnung ?

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dsupper 07.09.2014, 11:00
@suhareke

Dann solltest du einfach mal beim Finanzamt anrufen und einen Termin vereinbaren. Eine solche Problematik kann man mit den tatsächlich Beteiligten immer am besten in einem persönlichen Gespräch klären.

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PatrickLassan 07.09.2014, 16:51
@dsupper
Natürlich hat sie keine Steuern bezahlt, denn als Kleingewerbler nach § 19 UStG muss sie ja nur für die Einkommensteuererklärung eine Einnahme-Überschuss-Rechnung machen.

Das hat mit Vorauszahlungen auf die zu erwartende Einkommensteuerschuld nichts zu tun. Der richtige Begriff ist übrigens 'Kleinunternehmer'.

Das Einkommensteuergesetz kennt sechs Lohnsteuerklassen.

Stimmt, aber bei der Einkommensteuerveranlagung sind sie irrelevant.

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PatrickLassan 07.09.2014, 16:55
@dsupper
Als Kleinunternehmer nach § 19 zahlst du keinerlei Steuern im voraus.

Du irrst. Die Kleinunternehmerregelung gilt nur für die Umsatzsteuer, daher zahlst du nur keine Umsatzsteuer. Wenn die Nachzahlung aufgrund der Einkommensteuerveranlagung mehr als 400 € beträgt, werden in der Regel Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer festgesetzt, das ergibt sich aus § 37 Einkommensteuergesetz.

http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__37.html

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PatrickLassan 07.09.2014, 16:58
@PatrickLassan
und man hat mir für dieses Jahr schon im voraus die Steuern veranschlagt.

Das sind die bereits erwähnten Einkommensteuervorauszahlungen. Wenn du dein Gewerbe abgemeldet hast, dann kannst du beim Finanzamt die Herbasetzung der Vorauszahlungen beantragen.

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Als Ehegatten habt ihr die Wahl zwischen Einzel- und Zusammenveranlagung. Vielleicht solltet ihr mal durchrechnen (oder durchrechnen lassen), was günstiger ist.

Ich bezweifele allerdings, dass eine Einzelveranlagung bei niedrigen Einkünften eines Ehegatten günstiger ausfällt. Die Nachzahlung ergibt sich schlicht daraus, dass du auf deine Einkünfte keinerlei Steuern vorausgezahlt hast.

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