Kleinstaaterei - Napoleon

5 Antworten

Hei Cerezax3, "Rheinbund" deutet ja auf mehrere Staaten hin - soweit ich weiß, gab´s auch im Rheinland eine Reihe von Grafschäftchen und Fürstentümerchen, Reste vom Kurfürstentum Köln etc., die Napoleon unter dem Rheinbund zusammenfasste.

Der Nachteil der Kleinstaaterei bestand darin, dass sie durchweg wirtschaftlich "am Stock gingen" und nur unter größten zwanghaften Mühen der Bürger imstande waren, die feudale Hofhaltung ihrer Hoheiten finanzieren zu können. Und so. Grüße!

Wo hat Napoleon über den Rheinbund die Kleinstaaterei abgeschafft? Diese Kleinstaaten blieben und die größeren Staaten kamen unter Verwaltung des Familienclan Bonaparte. Die Menschen in Westphalen, die unter der Knute des Bruder von Napoleon, Joseph Bonaparte, lebten, können ein Lied davon singen.

Kaufleute mussten oft Zoll bezahlen.

Hab da mal eine Karikatur gesehen: Die Pferde standen vorne an einem Zollhäuschen, das Ende des Wagens hinten an einem anderen.

Hallo Cerezax3 :-)

Die Kleinstaaterei des beginnenden 19.Jahrhunderts war vor allen der Ausdruck eines festgefahrenen und als Folge des dreißigjährigen Krieges tief zersplitterten Feudalsystems, das praktisch jede gesellschaftliche Weiterentwickelung fast bis ganz unmöglich machte. Der Landesfürst,war sein Fürstentum auch noch so klein, herrschte absolut, er bestimmte was geglaubt werden durfte, was Recht war und was nicht, oft existierten sogar noch die Inquisition, vor allen in den Kirchenstaaten, was wer lehrte, und lernen durfte war Sache der Zünfte und Ständevertreter, ebenso wer wie mit wem welchen Handel treiben durfte. Man wurde in seinen „Stand“ hineingeboren, ein gesellschaftlicher Aufstieg war selten, oft unmöglich. Die Leibeigenschaft war gerade in den Kleinstaaten ein drückendes Übel und allgegenwärtig. Ob Stadtstaat oder Land, spielte kaum eine Rolle, wer etwas ändern wollte musste praktisch emigrieren, oder sah sich heftigen Repressionen gegenüber. Das gelang nicht einmal den Fürsten selbst, so musste der bayrische Kurfürst, einer der mächtigsten und angesehensten Fürsten des Reiches, seine sehr liberale „provisorische Konstitution“ von 1791, die schon sehr viele Bürgerrechte und kommunale Freiheiten gewähren wollte, auf massiven Druck der kaiserlichen Vormacht wieder zurücknehmen. Man hatte ihn mit der „Reichsexekution“ und Intervention der Reichstruppen gedroht. Erst 12 Jahre später, nach der Niederlage der kaiserlichen gegen Napoleon gelang die Inkraftsetzung.

Napoleon hat nicht SELBST den Rheinbund gegründet, und die Kleinstaaten enger zusammenarbeiten lassen. Es geschah gegen Napoleon. - Eifersüchteleien - bis weit ins 20. Jahrhundert auch aus Hamburg !!! ("Hamburger Hochbahn" gegen Preußen...) verhinderten wirtschaftlichen Erfolg eines Ganzen.... Unterschiede zuhauf: Zölle, Währungen, Maße und Gewichte, Zeiten, Kleinbahnen ins Nirgendwo, das Marktprivileg (Transitwaren mußten zunächst im Durchreiseort angeboten werden...) - das kam dazu... Dank des Ausbaues des Bahnwesens kam es zu einer einheitlichen Zeit, nicht mehr nur nach dem Stand der Sonne. - Mit der "Emser Depesche" 1870, die durch Bismarck in einen schroffen "Ton" umfrisiert wurde, fühlte sich Frankreich beleidigt und erklärte Preußen den Krieg... Und "gegen Frankreich" waren sich plötzlich ALLE deutschen Länder einig... Bismarck und auch Kaiser Wilhelm I. waren sich einig, daß Deuschland jetzt "saturiert" sei, also sich nicht weiter ausdehnen sollte...Doch 1888, im Dreikaiserjahr, kam Wilhelm Zwo nach dem Tode senes Vaters an die Macht und reagierte deine Minderwertigkeitskomplexe mit Angeberei ab, dabei seine englischen Verwandten (Großvater Albert war sogar Thüringer..) bis aufs Blut reizend, daß sie sogar den Familiennamen ablegten und sich "Windsor" nannten.... Die junge Demokratie, von der schon einmal 1848 geträumt wurde, hatte 1918 - nach Willems Rücktritt - keine Chance gegen die "Kommissköppe" wie Hindenburg, denen Wilhelm Zwo nur eine Marionette war... --- und etwas vom Thema abschweifend: In Stralsund kämpfte 1809 ein verwegener "Freischärler" (ein abscheulicher Begriff!!!) namens Ferdinand von SCHILL - Daß er von einem seiner Kumpel freudig begrüßt wurde, kostete ihn den Kopf... welcher als "Trophäe" nach Wesel, zu Jerome Bonaparte gebracht wurde...

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