Kleinreparaturklausel Betrag zu hoch?

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10 Antworten

Es gibt keine gesetzlich definierte Obergrenze für den Betrag, den Kleinreparaturen nicht übersteigen dürfen. Müssen Gerichte entscheiden, können jedoch 150 € auch anerkannt werden. Darüber hinaus hätte ich aber auch ernsthafte Zweifel.

Früher waren es mal 100 DM, dann 150 DM. Daraus wurden 75 € und 100 €, auch schon 120 € und jetzt erreicht der Betrag auch schon mal € 150,-. Möglicherweise wird das auch regional unterschiedlich zu betrachten sein. Aber mal folgende Rechnung:

1 Handwerkerstunde kostet zwischen € 40 und € 70. Gehe mal von 60 € aus. Dazu noch eine Anfahrt in Höhe von € 50,-. Mit etwas Material (15,- €) hat man schon den Betrag erreicht, der plus Mehrwertsteuer auf alles € 150,- ergibt. Das war dann bestimmt noch keine große Reparatur.

Ich dachte, dass eine Kleinreparatur einen Betrag von 75 € pro Einzelfall nicht überschreiten darf.

Falsch gedacht. Einige Gericht sehen eine Obergrenze von 100 € als zulässig an.

Aber dieser Betrag wird in Deiner Klausel auch überschritten.

Damit dürfte die Vereinbarung unwirksam sein.

Mehr zu Thema hier http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/k1/kleinreparaturen.htm

Ich dachte, dass eine Kleinreparatur einen Betrag von 75 € pro Einzelfall nicht überschreiten darf.

Da denkst du falsch. Eine Obergrenze ist im Einzelfall gesetzlich überhaupt nicht geregelt :-)

Mir sind schon erstinstanzliche Urteile über 120 € bekannt und es würde mich daher nicht wundern, wenn bei entsprechender Ausstattungsqualität der angemieteten Wohnung im konkreten Fall auch 150 € nicht beanstandet würden :-)

Zumal unstreitig sein düfte, dass Material- und Lohnkosten bei Handwerksbetrieben in den vergangegen Jahren eben auch deutlich gestiegen sind.

Vielmehr entspricht die Vereinbarung ansonsten dem Grundsatzurteil des BGH zur Kostenobergrenze vom 10.02.2010, Az: VIII ZR 343/08.

G imager761

Eine Obergrenze ist im Einzelfall gesetzlich überhaupt nicht geregelt :-) 

Gesetzlich nicht, aber durch Rechtsprechung. Und die besagt, Obbergrenze 100 Euro je Einzelreparatur.

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  • In der Kleinreparaturklausel muss außerdem noch eine Obergrenze genannt werden für alle Kleinreparaturen innerhalb eines Jahres. Der Mieter muss danach in einem Jahr höchstens 150 – 200 Euro für alle Kleinreparaturen zusammen zahlen oder 8 % der Jahresmiete.

Hier kannst du mehr lesen:

http://www.mieterbund.de/922.html

Im Einzelfall darf die Reparatur bis 75€ kosten.

Welcher Betrag unter den Begriff Kleinreparatur fällt, ist nicht gesetzlich festgelegt. Aufgrund von Gerichtsurteilen können momentan folgende Beträge als angemessen betrachtet werden:

Im Einzelfall ein Betrag von 75,00 bis 100,00 Euro.
Im Jahr maximal 6 bis 10 Prozent der Jahreskaltmiete.

aus wikipedia.

aus erfahrung ist mir aber auch bekannt, daß einige gerichte bei zb. schließanlagen keinrep. nicht anerkennen.

Und was zumutbar ist, ist eine Frage der Auslegung. Beispielsweise hat das Amtsgericht Braunschweig einen Betrag von EUR 100 pro Einzelreparatur zuzüglich 16 % Mehrwertsteuer für zulässig gehalten (Urteil vom 29.03.2005, 116 C 196/05). Neu: Urteil des AG Würzburg (AZ. 13 C 670/10) = 110,00 € inkl. MwSt


Hat jemand weitere Entscheidungen zum Thema? Bitte posten.

Kleinreparatur einen Betrag von 75 € pro Einzelfall nicht überschreiten darf - wo steht das?

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@Pinsel11

** nach Darstellung des Deutschen Mieterbundes (DMB**) ....steht da. kann auch anders gesehen werden.

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@casala

Da könnte auch stehen: Ohne Gewähr.-Damit sichert sich der DMB ab,weil er so öffentlich keine rechtlich relevante Beratung geben darf.

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Ein Jahresbeitrag von 100 Euro ist wohl noch hinnehmbar

Einen Jahresbeitrag gibt es in keiner Kleinreparaturklausel. Ein Jahresbetrag hingegen darf nicht höher als 8% der Jahresnettomiete sein.

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